Am Modell des Klinikums Mutterhaus lässt sich erkennen, wie sich die Erweiterung der Kinder- und Jugendpsychiatrie in die vorhandene Baustruktur einfügt. Über den 1. Preis im Architekturwettbewerb freuen sich: (von links) Oberbürgermeister Wolfram Leibe, Architekt Heinrich Lessing, Geschäftsführer des Klinikums Jörg Mehr, Aufsichtsratsvorsitzende Schwester Elisabeth Mues sowie Elisa Hartmann und Stefan Paulus, ebenfalls Architekten aus dem Büro Lessing. Foto: Bettina Leuchtenberg

Das zweite Haus von links ist der Entwurf für die Erweiterung der Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Krahnenstraße 6. Sowohl die Fenster als auch die Geschoss- und Traufhöhen bilden weiterhin ein harmonisches Ensemble in der Krahnenstraße. Quelle: Heinrich Lessing Architekt BDA

Die beiden Architekturteile mit den Fenstern zeigen die Erweiterung der Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Krahnenstraße mit einem Hinterhaus, welches Richtung Haupteingang des Klinikums weist. Foto: Bettina Leuchtenberg

Das zweite Haus von links ist der Entwurf für die Erweiterung der Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Krahnenstraße 6. Sowohl die Fenster als auch die Geschoss- und Traufhöhen bilden weiterhin ein harmonisches Ensemble in der Krahnenstraße. Quelle: Heinrich Lessing Architekt BDA

19.01.2017

Neubau für die Kinder- und Jugendpsychiatrie

Mainzer Büro Heinrich Lessing gewinnt Architekturwettbewerb


Die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Trierer Klinikums Mutterhaus der Borromäerinnen erhält einen Erweiterungsbau. Aus insgesamt 14 Entwürfen, die in einem internationalen Architekturwettbewerb eingereicht wurden, erhielt die Arbeit des Mainzer Büros Heinrich Lessing den ersten Preis.

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie befindet sich in verschiedenen Gebäudeteilen, die direkt vor dem Haupteingang des Klinikums Mutterhaus Mitte liegen und schließen historische Gebäude in der Krahnenstraße 7 und 8 mit ein. Für die vom Land Rheinland-Pfalz bewilligten weiteren zehn Bettenplätze ist in den vorhandenen Häusern kein Platz, so dass eine Erweiterung notwendig wurde. Diese entsteht nun in der Krahnenstraße 6 auf einem Grundstück der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Karl Borromäus.

„Mitten in einer verdichteten, städtischen Struktur zu wachsen, ohne sie zu zerstören ist eine der größten Herausforderungen für uns“, verdeutlicht Jörg Mehr, Geschäftsführer des Klinikums Mutterhaus. „Die Besonderheit für dieses Projekt bestand jedoch darüber hinaus noch in der Berücksichtigung des Denkmalschutzes und der Wahrung des Gesamtbildes der Krahnenstraße, denn diese steht unter Ensembleschutz. Daneben galt es, die Patientenversorgung und die Zufriedenheit der Mitarbeiter nicht aus den Augen zu verlieren.“ Oberbürgermeister Wolfram Leibe ergänzt: „Wir haben zusammen mit unserem Amt für Denkmalpflege einen echten Kompromiss gefunden, denn es geht um was bei der Versorgung der Kinder und Jugendlichen. Für das Team der Kinder- und Jugendpsychiatrie müssen daher adäquate Arbeitsbedingungen herrschen, damit sie ihre so wichtige Aufgabe wahrnehmen können. Denn wir sehen für die Stadt einen immer größeren Handlungsbedarf und müssen uns zusammen mit der Klinik dieser Herausforderung stellen. “

Architektonisch am besten umgesetzt hat die Erweiterung das Büro Heinrich Lessing aus Mainz. In seinem Entwurf wird besonders deutlich, dass vorhandene Strukturen und moderne Architekturformen bestens zusammenpassen. Der Entwurf gliedert den Neubau in der Krahnenstraße perfekt in das Straßenbild ein und zeigt nur auf den zweiten Blick, dass das Haus ein Neubau ist. Das Ensemble der historischen Fassaden der Krahnenstraße bleibt weiterhin bestehen. Die originalen Sandsteingewände der Fenster werden im Neubau wieder verbaut und spannen so den Bogen über die Jahrhunderte. An das Gebäude in der Krahnenstraße schließt sich ein Riegel an, der den bestehenden Hof der Kinder- und Jugendpsychiatrie mit dem Basketballfeld und den Klettergerüsten einrahmt. So erhält der Außenbereich der KJP durch das dreigeschossige Gebäude die städtebaulich tradierte Form eines Hinterhofs, von dem auch die Nachbargrundstücke profitieren.

 

Ausstellung

Alle 14 Entwürfe für die Erweiterung der Kinder- und Jugendpsychiatrie sind noch bis zum 9. Februar in einer Ausstellung im Untergeschoss des Klinikums Mutterhaus der Borromäerinnen Mitte zu besichtigen.

 

Hintergrund

In der Kinder- und Jugendpsychiatrie wird Kindern, Jugendlichen und deren Eltern in allen Arten von seelischen Konflikten Hilfe angeboten. Somit werden alle Störungen aus dem Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie behandelt - mit Ausnahme von längerfristiger Entwöhnungstherapie bei Abhängigkeitserkrankungen. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie am Trierer Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen verfügt aktuell über drei Stationen mit 30 Betten und eine tagesklinische Einheit mit zehn Plätzen sowie eine Institutsambulanz. Mit dem Neubau wird eine weitere Station mit zehn zusätzlichen Betten realisiert.