Angeborene Harnabflussstörungen wie die Einengung des Harnleiter-Abganges aus dem Nierenbecken (Ureterabgangs-Stenose) , die Verengung der Harnleitermündung in die Blase (Ureter-Mündungs-Stenose) oder der krankhafte Rückfluss des Urins von der Blase zurück in die Harnleiter und in das Nierenbecken beim Wasserlassen, der sog. Vesico-Ureterale Reflux (VUR) lassen sich durch standartisierte Operationsverfahren wie die Neueinpflanzungsoperationen des Harnleiters in das Nierenbecken (Uretero-Pyeloplastik nach Anderson-Hynes) und in die Blasenwand (Anti-Reflux-Plastiken nach Cohen, Politano-Leadbetter oder Lich-Gregoir) mit einer sehr hohen Heilungsrate korrigieren, wenn sie durch Routine-Ultraschalluntersuchungen (screening) frühzeitig erkannt worden sind und durch konservative Methoden (z. B. kontrolliertes Abwarten oder Dauergabe von Antibiotika) nicht gebessert werden können.
Eine Harnabflussstörung in der Harnröhre, also unterhalb der Harnblase durch Teileinengung (Urethralstenose) oder Harnröhren-Klappen (Urethral-Klappen) ist dagegen häufig bereits bei Geburt mit ausgeprägten Verdickungen der Blasenwand (Balkenblase) und beidseitiger Stauung und Erweiterung der Harnleiter (Hydro-Ureter) und der Nierenbecken (Hydronephrose) beider Nieren verbunden. Auch nach einer Operation kann hierbei die Erholung oft viele Jahre in Anspruch nehmen.