Unfallverletzungen und deren Komplikationen machen gut ein Drittel des Krankengutes unserer Abteilung aus. Die häufigen Schädelverletzungen durch Spiel und Sport haben zwar meist nur eine sog. Gehirnerschütterung (Commotio) zur Folge, die in der Regel nach 24 Stunden keine Beschwerden mehr bereitet und zur Entlassung führt. Am Anfang lassen sich die Beschwerden (Symptome) aber nicht von denen einer Schädel-Innenblutung (Epidural-Hämatom) unterscheiden, die dann jedoch einer notfallmäßigen Schädeloperation (Craniotomie) bedarf.
Noch häufiger sind Weichteil- und Knochenverletzungen der Arme und Beine, die entweder konservativ (durch Verbände oder Gipsanlagen) oder operativ ( durch Wund- oder Sehnennähte oder durch Metall-Implantate (Osteosynthese) wie Bohrdrähte, elastischen Marknägel = Prévôt-Nägel, Fixateur externe oder Hohlschrauben ) versorgt werden müssen. Ein spezielles Augenmerk legt die Abteilung dabei auf die Behandlung sog. "Grünholzfrakturen" und Verletzungen der Wachstumsfugen (Epiphysen-Verletzungen).
Ein Großteil der Unfälle entsteht im Kindergarten sowie auf dem Weg zur oder in der Schule und fällt damit unter den Versicherungsschutz bestimmter berufsgenossenschaftlicher Unfallversicherungen. Zu deren spezifischer Versorgung ist die Abteilung vollumfänglich ermächtigt.
In aller Regel werden kindliche Knochenbrüche und insbesondere alle Gelenkverletzungen noch am Unfalltag „definitiv“ versorgt, damit Nachrepositionen oder erneutes „Durchbrechen“ der Frakturen später nicht mehr notwendig sind. Bei nicht operativ versorgten Frakturen kann jedoch eine Achsabweichung der Fraktur im Gipsverband gelegentlich eine „Gipskeilung“ notwendig machen.