In ein erkranktes Gelenk wird mithilfe einer einfachen Punktion ein radioaktiver Stoff injiziert (gespritzt):
Bei diesen 3 Stoffen handelt es sich um so genannte Betastrahler. Diese Strahler haben eine sehr kurze Reichweite von 0,5 bis 4 mm, sind auf dieser Strecke aber zellzerstörend. Die (physikalische) Halbwertszeit ist kurz:
Yttrium-90: 2,7 Tage, Rhenium-186: 3,7 Tage und Erbium-169: 9,5 Tage.
Nach der Injektion in das Gelenk kommt es zu einer gleichmäßigen Verteilung in der Gelenkflüssigkeit. Die Stoffe, gebunden an winzige Partikel, werden von den oberflächlichen Zellen der kranken Gelenkschleimhaut aufgenommen, sodass sich die unverwünschte Wirkung dieser radioaktiven Substanzen an der Oberfläche der kranken Gelenkschleimhaut abspielt.
Im Lauf der nächsten Zeit kommt es zu einer allmählichen lederartigen Verschorfung der Schleimhautoberfläche mit Abnahme der Schleimhautschwellung. Dabei werden feinste Kanälchen verschlossen, aus denen Ergussflüssigkeit ins Gelenk gelangte und auch die feinsten Nervenendigungen ausgeschaltet, sodass der Schmerz vermindert oder beseitigt und die Gelenkfunktion verbessert wird.
Die Wirkung tritt allmählich ein, manchmal schon nach wenigen Tagen, in manchen Fällen auch erst nach Wochen oder Monaten. Die endgültige Wirkung lässt sich erst nach etwa 6 Monaten beurteilen. Gegenüber anderen Therapieverfahren hat die Radiosynoviorthese entscheidende Vorteile.