
Radiosynoviorthese bedeutet: Wiederherstellung (Orthese) der Gelenkschleimhaut (Synovialis) mithilfe radioaktiver Substanzen. Sie ist eine wirksame Methode, die bei schmerzhaften entzündlichen Gelenkerkrankungen schon über zwei Jahrzehnte eingesetzt wird.
Schwerpunkt der behandelten Krankheiten ist die chronische Polyarthritis (entzündlicher Gelenkrheumatismus). Rheuma ist eine systemisch, also den ganzen Körper betreffende Erkrankung, deren Ursache weitgehend unbekannt ist. Man nimmt heute an, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, also ein Geschehen, bei dem der Körper gegen eigene Körperbestandteile aggressiv mit einer Entzündung reagiert, weil er sich fälschlich als Fremdsubstanzen erkennt. Dieser innere Kampf führt zur Schädigung im ganzen Körper, insbesondere aber in den Gelenken, hier wiederum an der Gelenkschleimhaut.
Synovialitis ist die Entzündung der Gelenkschleimhaut (Synovialis). Die Gelenkschleimhaut wuchert oft korallenartig, zerstört dabei Knorpel, dringt in den Knochen ein, zerreißt Bänder und Sehnen und kann in unterschiedlich raschem Fortschreiten zu schweren Gelenkzerstörungen führen.
Sind ein oder wenige Gelenke intensiv betroffen, empfiehlt es sich, die Radiosynoviorthese – die Erneuerung der Gelenkschleimhaut durch radioaktive Stoffe – frühzeitig einzusetzen, möglichst bevor Gelenkzerstörungen eingetreten sind.