Die Therapiemöglichkeiten bei Schilddrüsenerkrankungen sind vielfältig. Möglich sind die Gabe von Schilddrüsenhormonen, z.B. L-Thyroxin oder Euthyrox, Jodid oder Kombinationen. Bei fortgeschrittenen Erkrankungen werden therapeutische Verfahren wie die Radiojodtherapie (Jod-131-Betastrahler) oder die Operation durchgeführt.
Im hiesigen Raum verfügt das Mutterhaus Trier über die einzige nuklearmedizinische Therapiestation mit 5 Behandlungsbetten. Hier können an der Abteilung für nuklearmedizinische Diagnostik und Therapie kurzfristig gutartige Schilddrüsenerkrankungen, die vorwiegend mit einer Überfunktion einhergehen effektiv und risikoarm behandelt werden.
Dies gilt auch für die Verkleinerung von Strumen sowie die erforderliche Nachbehandlung von bösartigen Schilddrüsenerkrankungen mit J-131 nach vorheriger durchgeführter Schilddrüsenoperation.
Bei operativen Eingriffen an der Schilddrüse ermöglichen erfahrene Operateure aus der Abteilung für Hals-Nase-Ohren-Heilkunde und Chirurgie schnelle Eingriffe.
Bei Kinderlosigkeit und bestehendem Kinderwunsch steht die gynäkologische Abteilung mit besonderer Erfahrung zur Abklärung möglicher Ursachen seitens der Schilddrüse zur Verfügung.
Schilddrüsenerkrankungen mit komplexen Stoffwechselstörungen werden durch die endokinologische Abteilung untersucht.
Die Radiojodtherapie von Schilddrüsenerkrankungen ist heutzutage ein bewährtes standardisiertes Therapieverfahren. In den letzten 40 Jahren wird diese Art von Therapie besonders häufig in Amerika durchgeführt. Ausschlaggebend hierfür ist neben der guten Verfügbarkeit die äußerst günstige Nutzen-Risiko-Relation, die für eine hohe Lebensqualität während und nach der Radiojodtherapie sorgt. Insbesondere sind alle operativen Nebenwirkungen und Risiken ausgeschlossen.
Besonders erwähnenswert ist, dass eine Radiojodtherapie unabhängig vom Alter erfolgreich und risikoarm durchgeführt werden kann. Dies ist in zahlreichen Studien über mögliche genetische Folge- und Zweiterkrankungen wie bei wenigen anderen Therapieverfahren untersucht und dokumentiert. So können junge Frauen nach erfolgter Radiojodtherapie ohne ein erhöhtes Risiko bereits 6 Monate später schwanger werden, insbesondere ohne erhöhtes Risiko für deren Nachwuchs.
Erfreulicherweise sind in der hiesigen Abteilung für Nuklearmedizin die Diagnostik und Therapie, insbesondere die Radiojodbehandlung von Schilddrüsenerkrankungen in einer Hand. Dies ermöglicht schnelle Entscheidungswege und eine hohe therapeutische Effektivität zum Wohle der Patienten.
Im Folgenden wird der Ablauf eines stationären Aufenthalts zur Radiojodtherapie beschrieben.