Bei dieser Verformung der Großzehe kommt es häufig durch Schuhdruck zu Beschwerden im Bereich des 1. Mittelfußköpfchens. Fast immer liegt der Fehlstellung ein Spreizfuß zugrunde, d.h. eine Verbreiterung des Vorfußes.
Betroffen sind häufig Frauen; eine erbliche Veranlagung ist wahrscheinlich. Sofern sich die Beschwerden mit Einlagen nicht lindern lassen, z.B. bei stark ausgeprägten Fehlstellungen, muss eine operative Korrektur vorgenommen werden. Dabei sollte man nach Möglichkeit auch die normalen Belastungsverhältnisse im Vorfuß wiederherstellen, was sich am besten mit einer Verschiebeosteotomie des 1. Mittelfußköpfchens erreichen lässt. Hier bestehen verschiedene Operationsverfahren.
Besonders bewährt hat sich nach unserer Erfahrung die sog. Operation nach Austin, bei der man den 1. Mittelfußknochen hinter dem Köpfchen v-förmig durchtrennt, das Mittelfußköpfchen dann nach außen hin verschiebt und wieder mit 2 Drähten fixiert. Diese Drähte können in einem weiteren kleinen Eingriff (ggf. in örtlicher Betäubung) wieder entfernt werden, wenn die Knochenheilung nach 6 bis 8 Wochen abgeschlossen ist. In einem Spezialschuh, der ebenfalls 6 bis 8 Wochen getragen werden muss, kann das operierte Bein sofort belastet werden.

Bei älteren Patienten und in allen Fällen, bei denen bereits ein starker Verschleiß des Großzehengrundgelenks vorliegt, ist es oft ausreichend, lediglich den vorspringenden Anteil des Mittelfußköpfchens zusammen mit einem Teil des Großzehengrundgelenks zu entfernen.
Bei der Hammerzehe kommt es häufig zu schmerzhaften Schwielenbildungen im Bereich der Zehenmittelgelenke. Hier reicht es meist aus, das Köpfchen des Grundgliedknochens zu kürzen. Bei sehr starken Fehlstellungen und insbesondere dann, wenn eine Überlänge der Mittelfußknochen 2 bis 4 vorliegt, müssen hier unter Umständen auch die entsprechenden Mittelfußknochen verkürzt werden (Operation nach Weil).
Im Fall schwerer Verformungen und Zerstörungen der Zehengelenke bei Rheuma kann unter Umständen auch die operative Entfernung der Mittelfußköpfchen erforderlich werden, was in Verbindung mit einer postoperativen Einlagenversorgung ausgezeichnete Ergebnisse erbringt.