Der früher gefürchtete “Strahlenkater” tritt allenfalls bei der Bestrahlung sehr großer Felder, z.B. im Rahmen der Lymphombehandlung oder bei der Ganzkörperbestrahlung auf. Verbrennungen der Haut sind bei Anwendung hochenergetischer Photonenstrahlung und der Mehrfeldertechnik selten geworden. Muss die Haut wegen Tumorinfiltration die volle Dosis erhalten, können natürlich stärkere Hautreaktionen auftreten. Sie heilen unter entsprechender Lokaltherapie meist in 2 bis 3 Wochen ab. Die Haut der Strahleneintrittsfelder darf mit Wasser gereinigt werden. Sonstige Reize, wie Kälte oder Wärmebehandlung, Seife oder Deos und insbesondere Sonneneinstrahlung, sind zu vermeiden. Bei der Bestrahlung von HNO-Tumoren tritt meist eine Schleimhautentzündung (Mukositis) auf. Diese ist nicht vermeidbar, da die Schleimhäute voll im Bestrahlungsfeld liegen müssen. Vorbeugend sind in diesen Fällen eine intensive Mundpflege und das Vermeiden zusätzlicher Noxen, wie Alkohol und Nikotin. Zur Prophylaxe einer radiogenen Entzündung des Kieferknochens und einer verstärkten Kariesbildung sind eine Zahnsanierung und eine intensive längere lokale Fluoridbehandlung der Zähne notwendig.