Was bedeutet krankhafte Fettsucht?
Warum chirugische Eingriffe bei krankhafter Fettsucht?
Welche Ziele hat der chirurgische Eingriff?
Was versteht man unter dem verstellbaren Magenband-System?
Welche Vorteile bietet das Magenband?
Was ist zur Operationsvorbereitung erforderlich?
Wann kommt die Magenband-OP für mich in Frage?
Wie verläuft die Nachbehandlung, wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt?
Wann muss die Einstellung des Magenbandes verändert werden?
Welche Komplikationen sind nach einer Magenbandimplantation möglich?
Was bedeutet krankhafte Fettsucht?
Von krankhafter Fettsucht spricht man dann, wenn Ihr Übergewicht 45 kg über Ihrem Normalgewicht liegt.
Diese Art der Fettleibigkeit wird krankhaft genannt, da die Lebenserwartung dieser Menschen beträchtlich kürzer ist. Die krankhafte Fettsucht kann von anderen Krankheiten wie z.B. Diabetes, Bluthochdruck oder Gelenkschäden und psycho-sozialen Problemen begleitet sein.
Warum chirugische Eingriffe bei krankhafter Fettsucht?
Wie die meisten Patienten, die unter Fettleibigkeit leiden, haben auch Sie wahrscheinlich schon häufig versucht, Ihr Übergewicht zu verringern, z.B. durch Diäten, Bewegungstherapie und vielleicht auch Gruppentherapie.
Leider können diese Therapien manchmal nur von kurzer Dauer sein.
Die Chirurgie ist eine erfolgreiche Methode, die gegebenenfalls auch langfristig Erfolg verspricht.
Welche Ziele hat der chirurgische Eingriff?
Operative Eingriffe am Magen haben zum Ziel, die Nahrungsaufnahme einzuschränken. Viele Operationen schalten den Magen durch Umgehungsoperationen mit Dünndarmkurzschienen von der Nahrungsaufnahme ab. All diese Techniken bedeuten tiefgreifende Veränderungen der Anatomie des Magen-Darm-Traktes.
Die Magenband-Operation ist ein Eingriff, der die Nahrungsaufnahme stark einschränkt, indem das Band um den oberen Teil des Magens gelegt wird - ohne Aufschneiden und ohne Nähen des Magens. Die normale Anatomie des Magen-Darm-Traktes bleibt somit unangetastet.
Was versteht man unter dem verstellbaren Magenband-System?
Das Magenband ist ein 12 mm breites Band aus weichem Silikon mit einem elastischen Kissen, das -je nach Patient- durch eine Injektion aufgefüllt werden kann.
Das Band wird um den oberen Teil des Magens gelegt, so dass der Magen in zwei Teile aufgeteilt wird, einem kleinen Teil oberhalb des Bandes mit etwa 25 ml Inhalt und dem Rest unterhalb des Bandes. Diese beiden Teile sind durch eine kleine Öffnung unter dem Band miteinander verbunden. Diese Verbindung wird Stoma genannt.
Das Magenband gibt dem Chirurgen die Möglichkeit, den Stoma-Durchmesser zu verändern. An dem Band ist ein kleiner Schlauch angebracht, der mit seinem anderen Ausgang in ein Injektionsreservoir mündet. Dieses Reservoir wird im geraden Bauchmuskel implantiert und ist auf dem Röntgenbild sichtbar. Durch eine Injektion in das Reservoir kann der Chirurg durch Hinzufügen oder Entfernen von Flüssigkeit im elastischen Teil des Bandes das Stoma vergrößern oder verkleinern.
Die Einpflanzung des Magenbandes erfolgt fast immer in der sogenannten Schlüsselloch-Technik.
Welche Vorteile bietet das Magenband?
Das Magenband hat folgende Vorteile:
1. geringfügigster operativer Eingriff, da am Magen nicht geschnitten wird
2. genaue Einstellung von Stoma und oberem Magenteil
3. nach Entfernung des Bandes ist die Rückführung des Magens in seinen ursprünglichen Zustand möglich.
Was ist zur Operationsvorbereitung erforderlich?
Voraussetzung für eine komplikationslose Heilung nach der Implantation des Magenbandes ist eine sorgfältige Vorbereitung des Patienten.
Dazu gehört die Verbesserung der Herz- und Lungenfunktion (Verzicht auf Zigarettenrauchen, Atemübungen mit dem speziellen Atemtrainer, Treppensteigen).
Außerdem wird die Bauchhaut mit Hilfe einer Creme von Haaren befreit.
Wann kommt die Magenband-OP für mich in Frage?
Sie müssen die folgenden Kriterien erfüllen, um für eine Magenband-Operation in Frage zu kommen.
1. Sie haben ein Übergewicht von mindestens 80% des Idealgewichtes.
2. Sie sind mindestens 18 Jahre alt.
3. Sie sind mindestens 5 Jahre wegen Fettleibigkeit in ärztlicher Behandlung.
4. Ihnen ist es bis heute noch nicht gelungen, Gewicht durch eine andere, nichtoperative Methode zu verlieren.
5. Sie leiden nicht an anderen Krankeiten, die ihre Fettleibigkeit verursacht.
6. Sie sind bereit, ihre Essgewohnheiten drastisch zu verändern und an ambulanten Kontrollen ihres behandelnden Chirurgen teilzunehmen.
Diese 6 Punkte sind die Mindestanforderungen, die Sie erfüllen müssen, um für das Magenband in Frage zu kommen.
Wie verläuft die Nachbehandlung, wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt?
Nach der Operation werden die meisten Patienten auf der Normalstation betreut, selten ist eine Überwachung auf der chirurgischen Intensivstation erforderlich.
Noch im Operationssaal oder auf der Intensivstation wird der Schlauch, der vom Narkosearzt zur künstlichen Beatmung während der Operation eingeführt wurde, entfernt. Weitere Schläuche dienen zur Ableitung von Wundsekret aus dem Bauchraum (Drainagen), verhindern das postoperative Erbrechen (Magensonde) und dienen zur Ableitung von Urin aus der Blase (Urinkatheter). Diese Schläuche sind nicht schmerzhaft und werden nach der Operation so schnell wie möglich entfernt. Solange der Patient nicht essen und trinken kann, wird die Flüssigkeitszufuhr durch Infusionen sichergestellt. Zum Ausmaß der Nahrungsaufnahme erhält jeder Patient eine individuelle Beratung durch den behandelnden Arzt und eine Diätassistentin des Mutterhauses.
Um Schmerzen nach dem Eingriff zu vermeiden, erhält jeder Patient eine speziell adaptierte Schmerztherapie. Wichtig ist in dieser Phase die aktive Teilnahme des Patienten am Genesungsprozess. Jeder Patient sollte sich so viel wie möglich außerhalb des Bettes aufhalten, d.h. im Stuhl sitzen und umherlaufen. Zur Vermeidung einer Thrombose oder Embolie werden Kompressionsstrümpfe und Heparininjektionen erforderlich. Die Hautnaht kann in der Regel nach 10 Tagen entfernt werden. Dies wird bei einigen Patienten auch durch seinen Hausarzt durchgeführt, da die Entlassung bei einem optimalen Verlauf bereits vor Entfernung der Hautfäden erfolgen kann.
Wann muss die Einstellung des Magenbandes verändert werden?
Die Einstellbarkeit des Bandes ist ein großer Vorteil. Das Stoma kann verkleinert werden, wenn sich herausstellt, dass Sie zu wenig Gewicht verlieren oder eine zu große Nahrungsmenge in kurzer Zeit aufnehmen können. Das Stoma wird vergrößert, wenn sich herausstellt, dass Sie nur schwer flüssige Nahrung zu sich nehmen können oder wenn Sie häufig erbrechen müssen.
Welche Komplikationen sind nach einer Magenbandimplantation möglich?
Alle möglichen Komplikationen und das Risiko, dass sie auftreten, werden mit dem Patienten vor der Operation ausführlich besprochen.
Über den unmittelbaren Erfolg der Operation entscheidet, ob die Wunden problemlos verheilen. Da auch bei der Operation ohne Eröffnung des Magens oder des Darmes immer noch Bakterien in die Wunde und die Bauchhöhle gelangen können, achten die Stationsärzte nach der Operation besonders auf die Zeichen einer Wundinfektion.
Weitere Komplikationen, die bei jedem Eingriff an einem Organ der Bauchhöhle auftreten können, sind Nachblutungen, Verletzungen von Nachbarorganen, Darmabknickungen und Verwachsungen.