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Wie ist der normale Tagesablauf auf einer chirurgischen Station?

Planmäßige, dringende und notfallmäßige Operationen - was bedeutet das?

Welche Fragen sollte man als Patient vor einer Operation an den Operateur stellen?

Welche allgemeinen Risiken und Komplikationen haben operative Eingriffe generell?

Welche modernen Anästhesieformen stehen im Mutterhaus zur Verfügung?

Wie ist der normale Ablauf im Operationstrakt?

Wann sind Blutübertragungen erforderlich und welche Risiken hat die Übertragung von Blutprodukten?

Wie verheilen Operationsnarben und welche Pflege sollte erfolgen?

Was passiert auf der Intensivstation?

 

Der normale Tagesablauf auf einer chirurgischen Station beginnt um 6.00 Uhr mit der ersten Visite durch das Pflegepersonal. Bei dieser Visite werden Fieberthermometer und die Medikamente für den Tag verteilt. Etwa um 6.45-7.15 Uhr werden von den Schwestern und Pflegern die Betten gemacht und pflegebedürftigen Patienten bei der Körperpflege geholfen. Patienten, die mit ihrer Operation an erster Stelle im Operationsplan stehen, werden zwischen 7.15 und 7.30 Uhr in die zentrale Operationsabteilung gebracht.

Zwischen 7.15 und 9.00 Uhr erfolgt die erste ärztliche Visite durch den Stationsarzt und die weiteren ärztlichen Mitarbeiter. Aufgrund von Notfällen können sich die Zeiten verschieben. Das Frühstück wird zwischen 7.30 und 8.30 Uhr verteilt, das Mittagessen wird von 11.30 bis 12.30 Uhr ausgegeben und das Abendessen zwischen 17.30 und 18.00 Uhr in die Patientenzimmer gebracht.

Es ist sowohl vor, als auch nach der Operation erwünscht, dass sich die Patienten tagsüber so wenig wie möglich im Bett aufhalten. Die meisten geplanten Untersuchungen finden während der Kernarbeitszeit von 7.30 bis 15.30 Uhr statt. Allerdings können Untersuchungen auch bis in die Abendstunden durchgeführt werden. Daher sollten Sie sich als Patient, wenn Sie die Station verlassen möchten, immer beim Pflegepersonal erkundigen, ob eine Untersuchung oder ein Gespräch mit dem Arzt geplant ist.

Von 12.45 bis 12.30 Uhr findet eine erneute Pflegevisite statt, in deren Verlauf die Schwestern der Frühschicht die Besonderheiten eines jeden Patienten den Pflegekräften des Spätdienstes berichten. Ab 22.30 Uhr werden alle Patienten bis 6.00 Uhr morgens durch ein bis zwei Schwestern oder Pfleger betreut.

Strenge Besuchszeiten existieren in der chirurgischen Klinik nicht, Besucher werden jedoch gebeten sich an die allgemeinen Gepflogenheiten zu halten. Die Anzahl der Besucher und die Ausdehnung der Besuchszeit muss dabei auf das Befinden aller Patienten im jeweiligen Zimmer abgestimmt werden. Besucher sollten sich generell bei den Pflegekräften der Station anmelden. Arztgespräche mit Patienten und Angehörigen können zwischen 15.00 und 17.00 Uhr erfolgen. Besondere Termine zum Gespräch mit den behandelnden Ärzten, dem Pflegepersonal, der Diätberatung oder dem Sozialdienst werden individuell vereinbart.

Die Entlassung der Patienten erfolgt in den meisten Fällen am Vormittag. Ein Entlassungsgespräch mit dem behandelnden Arzt kann bereits am Tag vor der Entlassung erfolgen. Durch die leitende Stationsschwester wird falls erforderlich ein Krankentransport veranlasst, der Sie abholt und entweder nach Hause oder in eine weiterbehandelnde Institution bringt.

Die Aufnahme neuer Patienten soll morgens zwischen 8.30 und 9.30 Uhr erfolgen. Da nach der Entlassung der Patienten die Zimmer zunächst gereinigt werden, kann sich die Zeit verzögern bis Zimmer zu beziehen sind. Während der Wartezeit werden oftmals die erforderlichen Routineuntersuchungen (Blutentnahme, EKG, Röntgen des Brustkorbs) durchgeführt. Diese sind durch die Zentrale Aufnahme im Vorfeld jedoch organisiert.

 

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Planmäßige, dringende und notfallmäßige Operationen - was bedeutet das?

Nachdem die erforderlichen Untersuchungen abgeschlossen sind, wird Ihnen Ihr behandelnder Arzt eventuell zu einer erforderlichen Operation raten. Dabei wird er Ihnen nicht nur erklären, welche Art der Operation erforderlich ist, sondern auch zu welchem Zeitpunkt die Operation erfolgen sollte. Generell unterscheidet man in der Chirurgie zwischen 3 Gruppen operativer Eingriffe: 1. planbare, 2. dringliche und 3. notfallmäßige Operationen. Welche Bedeutung hat diese Unterscheidung?

Planbare Operationen erfolgen nach einer sorgfältigen Planung und optimaler Vorbereitung des Patienten. Dabei können sowohl die persönlichen Wünsche des Patienten als auch die Voraussetzungen der Klinik (Operationskapazitäten, verfügbare Betten auf der Intensivstation o. ä.) berücksichtigt werden. Das bedeutet nicht, dass die Operation nicht erforderlich wäre oder dass die Erkrankung nicht bedeutsam wäre. Der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks oder die Operation einer seit Jahren bestehenden Leistenhernie kann derart geplant erfolgen. Obwohl es verständlich ist, das Patienten einen operativen Eingriff so rasch wie möglich durchgeführt haben wollen, hat die genaue Terminierung planbarer Eingriffe für den Patienten und das Krankenhaus gleichermaßen Vorteile. Auch wenn eine Operation als planbar eingestuft wird, können akute Veränderungen im Befinden des Patienten die Dringlichkeit einer derartigen Operation verändern. So kann z.B. ein Leistenbruch im Zeitraum zwischen der Diagnosestellung und dem geplanten Operationstermin einklemmen und derartige Beschwerden verursachen, dass die Operation dringlicher wird oder sogar als Notfalleingriff durchgeführt werden muss.

Dringliche Operationen sind solche Eingriffe, die innerhalb eines umschriebenen Zeitintervalls stattfinden müssen, damit der Patient keinen Schaden erleidet. Dabei kann sich dieses Intervall von wenigen Stunden (z.B. bei Verdacht auf eine Blinddarmentzündung) bis auf mehrere Tage (z.B. bei Knochenbrüchen, die erst nach Abschwellung der umgebenen Weichgewebe operiert werden können) erstrecken. Die Entscheidung zu einer dringlichen Operation wird vom behandelnden Chirurgen sehr sorgfältig gefällt, da eine umfassende Vorbereitung auf den Eingriff unter Umständen nicht möglich ist. Bei dringlichen Operationen ist das Komplikationsrisiko daher oftmals erhöht. Der Chirurg wird bei der Entscheidung immer zwischen den Nachteilen einer fehlenden oder unvollständigen Vorbereitung und den Risiken der Verzögerung der Behandlung abwägen. Wenn z.B. der Verdacht auf eine Eröffnung des Darmes (z.B. durch eine Darmentzündung) mit dem Austritt von Stuhl in die Bauchhöhle und der Gefahr einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung vorliegt, ist die Dringlichkeit der Operation hoch. Unter diesen Umständen wäre eine Verzögerung des Eingriffs zur Vervollständigung unbedeutender Untersuchungen gefährlich. In vielen Fällen erspart die dringliche Operation dem Patienten schwere Folgeschäden der Erkrankung und kann ihm sogar das Leben retten.

Notfalloperationen sind Eingriffe, die unverzüglich und ohne jeglichen Aufschub durchgeführt werden müssen, da sonst das Leben des Patienten bedroht ist. Typische Beispiele für eine Notfalloperation ist die Perforation im Bereich des Magendarmtraktes mit Bauchfellentzündung oder eine Blutung in den Bauchraum. Wenn diese Patienten nicht ohne jegliche Verzögerung in den Operationssaal gebracht und behandelt werden, ist der Tod nicht zu vermeiden. Vor Notfalloperationen ist die Anzahl der Voruntersuchungen oft gering, manchmal müssen diese Patienten nach der Befragung über ihre Beschwerden und einer Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung sofort in den Operationssaal gebracht werden. Aufgrund der Schwere der Grunderkrankung ist das Komplikationsrisiko bei derartigen Notfalloperationen ebenfalls deutlich erhöht.

 

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Welche Fragen sollte man als Patient vor einer Operation an den Operateur stellen?

Vor jeder Operation werden die Prinzipien des Eingriffs, seine möglichen Komplikationen und Risiken ebenso wie die anschließende Nachbehandlung von einem Arzt unserer Klinik ausführlich mit dem Patienten besprochen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Operation geplant erfolgen kann. Vor dringlichen Eingriffen oder Notfalloperationen drängt die Zeit manchmal sehr, da nur eine rasche Durchführung der Operation die körperliches Unversehrtheit oder das Leben der Patienten retten kann. Aber auch in diesen Fällen wird eine Aufklärung erfolgen. Dem Patient sollten alle wichtigen Fragen beantwortet werden. Im Rahmen des Aufklärungsgespräches sollten folgende Fragen beantwortet werden. Wenn eine dieser Fragen nicht ausreichend angesprochen wurde, sollten die Patienten nachfragen, um sicherzustellen, dass sie die wesentlichen Punkte verstanden haben.

• Was soll bei der Operation genau gemacht werden?

• Ist eine Operation die einzige Möglichkeit zur Behandlung meiner Erkrankung?

• Gibt es alternative Behandlungsmöglichkeiten, die keine Operation beinhalten?

• Was sind die Vorteile und was sind die Nachteile der Operation im Vergleich zur Alternativtherapie ohne Operation?

• Stellt die Operation nur einen Teil eines umfassenderen Therapiekonzeptes dar oder ist die Behandlung mit der Entlassung aus der Chirurgie beendet?

• Welche Nachteile habe ich, wenn ich mich gegen eine Operation entscheide?

• Wie lange dauert der Eingriff etwa?

• Werde ich danach auf einer Intensivstation nachbehandelt werden oder komme ich zurück auf die Normalstation?

• Ist bei der Operation mit einem erhöhten Blutverlust zu rechnen?

• Ist mit der Übertragung von Blutprodukten zu rechnen und kann ich für die Operation mein eigenes Blut spenden?

• Wie lange wird der Krankenhausaufenthalt nach der Operation in etwa dauern?

• Gibt es nach der Operation bestimmte Verhaltensregeln, an die ich mich halten muss (z.B. Ernährung, Aufstehen etc.)?

Diese Fragen sollten nach unserer Ansicht vor jeder Operation mit jedem Patienten ausführlich besprochen werden. Darüber hinaus ist aber jede Frage, die dem Patienten vor dem Eingriff am Herzen liegt, wichtig und wird von einem Mitarbeiter der Chirurgie beantwortet werden.

 

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Welche allgemeinen Risiken und Komplikationen haben operative Eingriffe generell?

Jeder operative Eingriff geht mit einem Risiko einher. Eine vollkommen risikofreie Chirurgie gibt es leider nicht, da jede Operation mit einer Störung der normalen Körperfunktionen verbunden ist. Generell ist das Risiko bei jungen, gesunden Patienten und kleinen oberflächlichen Operationen (z.B. Entfernung einer Fettgewebsgeschwulst unmittelbar unter der Bauchhaut) am geringsten. Mit zunehmendem Alter, einer größeren Anzahl von Begleiterkrankungen (z.B. Herzmuskeldurchblutungsstörungen, Zuckerkrankheit, Leberschaden o.ä.) nimmt das Risiko der Operation zu. Schließlich gehen größere Operationen wie zum Beipiel die Entfernung der Speiseröhre oder der Bauchspeicheldrüse bei Krebserkrankungen mit einer höheren Komplikationshäufigkeit einher. Einzelne Operationen haben eigene spezielle Risiken oder Komplikationsmöglichkeiten, die in den jeweiligen Organkapiteln besprochen werden. Darüber hinaus gibt es aber Risiken und Komplikationsmöglichkeiten, die bei jeder Operation eintreten können. Zu diesen generellen Risiken gehören unter anderen: die Blutung, die Wundinfektion, die Herz-Kreislaufstörungen, die Thrombose und Lungenembolie, die Lungenentzündung, die Blasenentzündung und die Schädigung von Nerven.

Blutung: Bei jeder Operation werden Blutgefäße eröffnet und vom Operateur mit elektrischem Strom, Ultraschall oder Laser verschweißt oder durch Gefäßnähte verschlossen. Diese Blutstillung wird mit größter Sorgfalt durchgeführt. Dennoch kann es bei jedem Eingriff nach Ende der Operation zu einer Nachblutung kommen. Die Nachblutung kann sofort nach der Operation auftreten, manchmal öffnen sich zunächst verschlossene Blutgefäße aber auch erst nach mehreren Tagen. Diese Nachblutung kann unbemerkt verlaufen, sie kann zu sichtbaren Blutergüssen führen oder bei größeren Blutverlusten eine Störung der Herz- und Kreislauffunktion verursachen. In seltenen Fällen ist daher die Gabe von Blutprodukten oder auch die erneute Eröffnung der Operationswunde und die erneute Blutstillung in einer zweiten Operation erforderlich. Das Risiko einer Blutung steigt mit zunehmender Ausdehnung der Operation, es kann aber auch durch Begleiterkrankungen wie Leberschäden oder Gerinnungsstörungen steigen.

Wundinfektion: Trotz aller Sorgfalt bei der Operation, strengster Hygienevorschriften im Operationssaal und der vorbeugenden Anwendung von Antibiotika können bei jeder Operation unbemerkt Bakterien in die Wunde oder eine eröffnete Körperhöhle gelangen und dort eine Infektion hervorrufen. Diese Infektion führt typischerweise zu Schmerzen, Rötung und Schwellung im Bereich der Wunde. Die Zeichen der Entzündung können oft auch im Blut festgestellt werden. Allerdings kann eine Infektion zunächst aber auch unbemerkt verlaufen, und erst durch den Austritt von Eiter aus der Wunde bemerkt werden. Die meisten Wundinfektionen sind Gott sei Dank nicht gefährlich, sie bedeuten aber für den Patienten eine erhebliche Belästigung und führen zu einer Verlängerung des Krankenhausaufenthaltes. Wenn unter einer Wunde eine Entzündung mit einer Eiteransammlung vermutet wird, muss dieser Eiter abgelassen werden. Dies kann unter Umständen eine erneute Operation erfordern. Danach werden spezielle Verbände oder regelmäßige Wundspülungen und Verbände zur Behandlung eingesetzt.

Herz-Kreislaufstörungen: Jeder operative Eingriff stellt eine Belastung für die Herz- und Kreislauffunktion dar. Diese Belastung setzt sich aus der meist geringen Belastung durch die Narkose und die Belastung durch den operativen Eingriff zusammen. Bei einer kleinen Operation wie der Metallentfernung nach Knochenbruch ist das Risiko einer Herz-Kreislaufstörung zum Beispiel sehr gering. Dagegen gehen größere Eingriffe, wie zum Beipiel Speiseröhrenentfernung mit einer wesentlich höheren Herz-Kreislaufbelastung einher. Auch wenn der Patient den unmittelbaren Eingriff zunächst gut überstanden hat, können die Belastungen der postoperativen Phase oder andere Komplikationen (z.B. größere Nachblutungen) zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen der Herz-Kreislauffunktion führen. Gefährdet sind erneut besonders ältere Patienten mit Vorerkrankungen wie Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, hohem Blutdruck o.ä.. Zur Vermeidung, frühzeitigen Erkennung und effektiven Behandlung einer Herz-Kreislaufstörung werden Patienten mit schweren Eingriffen oder mit wichtigen Begleiterkrankungen nach der Operation auf einer speziellen chirurgischen Intensivstation beobachtet und behandelt.

Lungenentzündung: Lungenentzündungen treten insbesondere nach Operationen in der Bauch- oder Brusthöhle auf. Sie werden aber auch bei älteren Patienten mit Knochenbrüchen (z.B. Oberschenkelhalsbruch) beobachtet. Ursache der Lungenentzündungen ist die flache Atmung und die fehlende Bewegung der Patienten nach größeren Operationen. Postoperative Schmerzen können die Atembewegungen des Brustkorbs stören und so die Entstehung von Lungenentzündungen fördern. Zur Vermeidung von Lungenentzündungen werden die Patienten nach einer Operation so rasch wie möglich aus dem Bett mobilisiert. Zudem werden vor und nach der Operation spezielle Atemübungen durchgeführt, mit denen die Entstehung von Lungenentzündungen vermieden werden können. Eine aufgetretene Lungenentzündung wird durch Mobilisation, Atemübungen, Inhalation und Antibiotika behandelt.

Blasenentzündung: Nach operativen Eingriffen im Unterbauch oder im Becken kann die Blasenfunktion gestört sein. Eine gestörte Blasenfunktion kann aber reflektorisch auch nach anderen Operationen auftreten. Gefährdet sind dabei vor allem Frauen und ältere Männer mit vorbestehenden Harnentleerungsstörungen. Zeichen der Blasenentzündung sind häufiges Lassen kleiner Urinmengen mit gleichzeitigem Brennen beim Wasserlassen. Behandelt werden Blasenentzündungen durch eine Steigerung der Flüssigkeitsaufnahme und Antibiotika.

 

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Welche modernen Anästhesieformen stehen im Mutterhaus zur Verfügung?

Im Mutterhaus stehen alle modernen Anästhesie- und Narkosetechniken zur Verfügung. Durch die Kollegen der anästhesistischen Abteilung wird vor jeder Operation ein ausführliches Gespräch mit jedem Patienten geführt. In diesem Gespräch wird für jeden Patienten individuell die geeignete Anästhesie- oder Narkoseform festgelegt und erläutert. Generell können Operationen in lokaler Betäubung, einer regionalen Anästhesie oder in der sogenannten Vollnarkose durchgeführt werden. In manchen Fällen haben sich auch Kombinationen dieser drei Narkoseformen besonders gut bewährt.

 

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Wie ist der normale Ablauf im Operationstrakt?

Die meisten operativen Eingriffe finden im zentralen Operationstrakt unserer Klinik statt. In diesem Operationstrakt befinden sich zahlreiche Operationssäle, die durch ein besonderes Schleusensystem von den anderen Teilen des Mutterhauses abgeschottet werden. Alle Mitarbeiter der Operationsabteilung tragen aus hygienischen Gründen spezielle Kleidung, eine Operationshaube zur Bedeckung der Haare und in den eigentlichen Operationssälen auch einen Mundschutz. Am Tage Ihrer Operation werden Sie von den Schwestern Ihrer Station im Bett zur Operationsabteilung gefahren. Dort übergeben die Schwestern Ihre Krankenakte und etwaige Röntgenbilder an Schwestern des OP´s. Hier werden die Patienten auf einem speziellen fahrbaren Operationstisch gelagert und ihn gemeinsam mit ihren Unterlagen in den richtigen Operationssaal gebracht. Bei dieser Übergabe werden Ihre persönlichen Angaben überprüft, so dass Verwechslungen von Patienten ausgeschlossen sind. Aus hygienischen Gründen wird Ihnen spätestens zu diesem Zeitpunkt ein Operationshemd und eine Operationsmütze zur Bedeckung der Haare angezogen. Auf dem fahrbaren Operationstisch werden Sie dann in den sogenannten Einleitungsraum gefahren. Dieser Raum befindet sich unmittelbar neben dem eigentlichen Operationssaal und dient den Mitarbeitern der anästhesiologischen Klinik zur Vorbereitung des Patienten auf die Narkose. Im Einleitungsraum findet erneut eine Übergabe des Patienten und seiner Unterlagen mit einer Überprüfung der persönlichen Daten statt. Die Narkose wird vom zuständigen Kollegen der Anästhesiologie dann entweder schon im Einleitungsraum durchgeführt oder es werden notwendige Vorbereitungen getroffen und Sie werden in den Operationssaal gefahren während Sie noch wach sind. Im Operationssaal haben die chirurgischen Operationsschwestern bereits alles für die Operation vorbereitet. Die sterilen Instrumente und technischen Geräte zur Durchführung der Operation (z.B. Videobildschirme bei sogenannten minimal-invasiven oder endoskopischen Eingriffen) werden von diesen Schwestern bereitgestellt. Der fahrbare Operationstisch wird dann auf einen festen Sockel gestellt. Die Narkose wird von der Anästhesistin oder dem Anästhesisten eingeleitet, nachdem alle formalen Daten erneut überprüft wurden. Wenn Sie den Chirurgen zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Operationssaal gesehen haben sollten, muss Sie das nicht beunruhigen. Oftmals übergibt der Chirurg zu diesem Zeitpunkt den vorherigen Patienten den weiterbehandelnden Ärzten und kann deshalb noch nicht anwesend sein. Nachdem die Narkose eingeleitet wurde und Sie bewusstlos sind, werden Sie in die für die Operation erforderliche Position gebracht. Empfindliche Stelle Ihres Körpers werden abgepolstert und eine Desinfektion der Haut des Operationsgebiets durchgeführt. Danach wird das Operationsgebiet mit sterilen Tüchern abgedeckt. Vor dem Beginn der Operation wird erneut geprüft, ob alle Unterlagen wie Voruntersuchungen und Aufklärung vorhanden sind und die Stelle der Operation richtig markiert ist. Erst dann wird mit der Operation begonnen. Nachdem die Operation beendet ist und die Wunden verbunden worden sind, werden diese Tücher wieder entfernt und Sie werden in ein frisches neues Bett gelegt. Zu diesem Zeitpunkt können Sie nach kleineren Eingriffen bereits wieder wach sein, es kann aber auch sein, dass die Narkose zur weiteren Behandlung auf der Intensivstation zunächst noch fortgesetzt wird. Mit dem neuen Bett werden wache Patienten in den Aufwachraum gebracht. Hier werden Ihre Herz-, Kreislauf- und Atemfunktionen solange überwacht bis eine Verlegung auf die normale Station möglich ist. In diesem Fall werden Sie von den Schwestern der Station wieder im Operationstrakt abgeholt. Sollte eine Weiterbehandlung auf der Intensivstation erforderlich sein, so werden Sie von den Chirurgen und Anästhesisten gemeinsam dorthin gebracht.

 

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Wann sind Blutübertragungen erforderlich und welche Risiken hat die Übertragung von Blutprodukten?

Das Blut des Menschen besteht aus zahlreichen Bestandteilen, die für verschiedene Aufgaben bei der Aufrechterhaltung der körperlichen Funktionen verantwortlich sind. Die roten Blutkörperchen transportieren den lebensnotwendigen Sauerstoff aus der Lunge in das Gewebe und das dort entstehende Kohlendioxid wieder zurück in die Lunge, damit es dort abgeatmet werden kann. Die weißen Blutkörperchen sind für die Infektionsabwehr und die Immunleistungen verantwortlich. Weiße Blutplättchen verkleben bei Blutungen und führen so zur Blutstillung durch die Bildung von Gerinnseln. Bei der Gerinnselbildung zur Blutstillung sind zudem zahlreiche im Blut vorhandene Eiweiße und Kohlenhydrate, die sogenannten Gerinnungsfaktoren beteiligt.

Die Übertragung von Blutprodukten (Transfusion) ist nach den meisten operativen Eingriffen überhaupt nicht erforderlich. Bei der überwiegenden Mehrzahl der geplanten Operationen ist der Blutverlust aufgrund moderner Blutstillungstechniken sehr niedrig. Allerdings kann es bei großen Operationen, Notfalleingriffen oder nach schweren Unfällen auch heute noch zu erheblichen Blutverlusten kommen.

Größere Blutverluste können durch den Verlust an roten Blutkörperchen zu einem Sauerstoffmangel in lebenswichtigen Organen führen. Bei manchen Patienten kann auch die Grundkrankheit zu einem raschen, akuten Blutverlust führen (z.B. Magenblutung bei Magengeschwür, Blutung aus Speiseröhrenkrampfadern bei Leberzirrhose, innere Blutung bei Riß der Bauchschlagader) oder die Blutbildung derart gestört werden, dass ein chronischer Blutmangel auftritt (z.B. Tumorerkrankung oder Nierenversagen). In diesen Fällen kann nach sorgfältiger Abwägung aller Vor- und Nachteile eine Übertragung von Blut erforderlich werden.

Neben dem Mangel an roten Blutkörperchen kann auch eine Störung des Blutgerinnungssystems der Grund für die Gabe von Blutprodukten sein. Derartige angeborene oder erworbene Blutgerinnungsstörungen können zu spontanen Blutungen von unterschiedlichem Schweregrad führen. In diesen Fällen kann die Gabe spezieller Blutbestandteile wie gerinnungsaktive Substanzen oder Blutplättchenkonzentrate erforderlich sein.

Die Weiterentwicklung der Transfusionsmedizin hat eine Blutübertragung zu einer sicheren und für die meisten Patienten ungefährlichen Therapie gemacht. Dennoch sind Komplikationen bei jeder Übertragung von Blutprodukten möglich. Daher wird die Anordnung zur Übertragung von Blutprodukten erst nach sorgfältiger Abwägung aller Umstände gestellt. Eine akute, schwere allergische Reaktion durch die Übertragung von Blut einer falschen Blutgruppe aufgrund einer Verwechslung stellt aufgrund der zahlreichen Sicherheitsmaßnahmen heute eine überaus seltene Komplikation dar. Allerdings kann auch die Übertragung von Blut der gleichen Blutgruppe in seltenen Fällen zu einer allergischen Reaktion führen. Daher wird während einer Blutübertragung besonders auf Fieber, Schüttelfrost oder allergische Hautreaktionen geachtet.

Die größten Ängste im Zusammenhang mit der Gabe von Blutprodukten bestehen heute vor der Übertragung von Infektionserkrankungen, vor allem durch HIV- (AIDS) und Hepatitis (Gelbsucht)-Viren. Obwohl das Risiko der Infektion mit AIDS oder Gelbsucht durch eine Blutkonserve ein sehr seltenes Ereignis ist, kann eine derartige Krankheitsübertragung nicht mit Sicherheit verhindert werden. Auch wenn alle Spender und Blutkonserven regelmäßig auf diese Viren getestet werden, ist eine Übertragung der Krankheit möglich, wenn der Blutspender sich unmittelbar vor der Blutspende mit dem Virus infiziert hat, so dass die Erkrankung im Spenderblut noch nicht nachweisbar ist. Durch die Beachtung strenger Grenzwerte, die Verwendung von Blutersatzstoffen, die Eigenblutspende, die gerichtete Blutspende von Verwandten, die Blutverdünnung vor der Operation und die intraoperative Blutwiederaufbereitung und Rücktransfusion werden Blutübertragungen daher so oft wie möglich vermieden.

Eine Blutübertragung kann nur erfolgen, wenn der Patient einverstanden ist. Wenn ein Patient zum Beispiel aus religiösen Gründen die Gabe von Blutprodukten auch zur Lebensrettung ablehnt, muss dieser Wunsch vom behandelnden Arzt beachtet werden.

 

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Wie verheilen Operationsnarben und welche Pflege sollte erfolgen?

Ein wichtiges Ziel jeder Operation ist die folgenlose Ausheilung der entstandenen Wunde mit einer möglichst schmalen und wenig sichtbaren Narbe. Das möglichst günstige kosmetische Ergebnis der Narbenbildung bestimmt die Lage, Richtung und Länge des Hautschnittes. Darüber hinaus wird die Heilung der Wunde und das Entstehen einer möglichst "schönen" Narbe vor allem durch die Vermeidung einer Wundinfektion und die Veranlagung des Patienten beeinflußt.

In den ersten Tagen nach der Operation werden die Wunden zum Schutz und zur Aufnahme von Wundsekret mit einem Verband abgedeckt. Allerdings kann es schon nach wenigen Tagen günstiger sein die Wunde nicht mehr abzudecken. Bevor Sie als Patient mit einer Operationswunde duschen oder baden gehen, sollten Sie Ihren behandelnden Arzt auf der Station um Erlaubnis fragen. Die Anwendung spezieller Salben zur Verbesserung der Wundheilung und zur Ausbildung einer kosmetisch ansprechenderen Narbe hat sich nicht bewährt.

Einfache aber wirkungsvolle Maßnahmen zur Förderung der guten Narbenheilung sind:

• in den ersten Wochen nach der Operation duschen, keine langen Vollbäder

• die Narbe etwa 6 bis 9 Monate keiner langanhaltenden intensiven Sonneneinstrahlung aussetzen

• die Narbe nach Abschluss der Wundheilung und Entfernung der Hautnähte täglich einmal mit einer leicht nachfettenden Hautcreme eincremen.

 

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Was passiert auf der Intensivstation?

Die Intensivstation dient der Überwachung und Behandlung chirurgischer Patienten. Dabei werden bei den Frischoperierten die Funktionen lebenswichtiger Organe (z.B. Atmung, Herz-Kreislaufsystem, Nieren) sorgfältig überwacht. Die Behandlung des postoperativen Wundschmerzes und die Beobachtung der Aufwachphase stellen bei diesen Patienten ebenfalls einen Schwerpunkt der Therapie dar. Ein speziell dafür ausgebildetes Team von Pflegekräften sowie ständig anwesende Ärzte betreuen den Patienten rund um die Uhr.

Bei eingetretenen Komplikationen oder lebensbedrohlichen Erkrankungen ist diese spezielle Station mit allen erforderlichen Möglichkeiten einer intensivmedizinischen Behandlung ausgestattet. Die intensivmedizinische Therapie beinhaltet neben der Stützung der Kreislauffunktionen durch wirksame Medikamente auch die künstliche Beatmung oder die Blutwäsche (Dialyse) bei Nierenversagen.  Zum Teil ist es notwendig, dass die Patienten in einen künstlichen Dauerschlaf versetzt werden müssen, um die psychische Belastung und das Ausmaß bestehender Schmerzen so gering wie möglich zu halten. Deshalb können sich Patienten nach der Verlegung von der Intensivstation auf die Normalstation oftmals nicht an die Zeit der Intensivtherapie zurückerinnern.

Aus verständlichen Gründen sind die Besuchszeiten und die Anzahl der Besucher auf der Intensivstation eingeschränkt. Dennoch sind regelmäßige Besuche durch nächste Angehörige für den Schwerstkranken sehr wichtig. Bei diesen Besuchen können weitere Therapieschritte abgestimmt und besprochen werden.

 

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Stand:18.01.2008
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