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Vorsorgeuntersuchungen, Selbsthilfegruppen, gute Ernährung und viel Bewegung. Es gibt viele Wege, gesund zu bleiben. Wir sind an Ihrer Seite. 

 

Schulung zur Blutgerinnungsselbstkontrolle

Bei einer Reihe von Erkrankungen besteht eine vermehrte Neigung zur Bildung von Blutgerinnseln (=Thromben) im Herz-Kreislauf System, z. B. bei

  • chronischem Vorhofflimmern,
  • wiederholten Beinvenenthrombosen, bzw. Lungenembolien,
  • bei Trägern von künstlichen Herzklappen.

Hier kann es notwendig sein, dauerhaft ein Medikament einnehmen zu müssen, um die Bildung solcher Blutgerinnsel zu verhindern.
Für Menschen, die dauerhaft ein solches Medikament (z. B. Marcumar®, o.ä.) einnehmen müssen, bieten wir ein mehrstündiges Schulungsprogramm an, in dessen Rahmen die Selbstkontrolle der Blutgerinnung (Quick, bzw. INR) erlernt werden kann.

Die Schulungen findet auf der Basis des SPOG-Programms (Schulungsprogramm für Patienten mit oraler Gerinnungshemmung) sowie nach dem Standard der Arbeitsgemeinschaft Selbstkontrolle der Antikoagulation (ASA e.V.) statt.

Schulungsinhalte sind dabei unter anderem:

  • Grundsätzliches zur Blutgerinnung
  • Grund der Medikamenteneinnahme
  • Prinzip der INR-Messung und Problem der eingeschränkten Vergleichbarkeit
  • Wirkweise und -dauer des Gerinnungshemmers
  • Wechselwirkung mit anderen Medikamenten
  • Zeichen für Über- und Unterdosierung einschließlich notwendiger Maßnahmen
  • Einfluss von Ernährung und Alkohol
  • Besondere Situationen: Endoskopien, Operationen, Zahnärztliche Eingriffe, Urlaub, Sport, Impfungen usw.

Schulungsinhalt ist weiterhin, den Betroffenen über eine ausreichende Zahl von eigenen Messungen zu befähigen, die Messwerte im Ausweis zu protokollieren und die erhaltenen Messwerte in die Dosierung des benötigten Medikamentes umzusetzen.

Nach erfolgreicher Teilnahme an der Schulung erhält der Patient ein Zertifikat; mit diesem ist eine Kostenübernahme für das Messgerät und die Schulungsgebühr durch die Krankenkasse möglich.

Durch die Teilnahme an der Schulung ergeben sich für den Betroffenen eine ganze Reihe von Vorteilen:

  • Deutliche Verringerungen von Komplikationen
    Zahlreiche Untersuchungen haben wissenschaftlich klar belegt, dass Patienten, die ihre Blutgerinnung selber kontrollieren, weniger Komplikationen durch die Therapie haben.
  • Mehr Sicherheit
    Wie bei anderen chronischen Erkrankungen fühlt sich der Patient auch in der Blutgerinnungsselbstkontrolle durch zusätzliche Informationen sicherer im Umgang mit der Erkrankung
  • Mehr Mobilität und Lebensqualität
    Durch die jederzeit und überall mögliche selbständige Durchführung der Blutgerinnungskontrolle sowie die eigenverantwortliche Dosierung der Medikamente entsteht eine größtmögliche Unabhängigkeit im Alltag.

Weitere Informationen

Christoph Hahn

Oberarzt Zentrale Interdisziplinäre Aufnahme

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