Gesundheit ist ein hohes Gut
Achten Sie auf sich und Ihre Familie

Vorsorgeuntersuchungen, Selbsthilfegruppen, gute Ernährung und viel Bewegung. Es gibt viele Wege, gesund zu bleiben. Wir sind an Ihrer Seite. 

 

Was kann man tun, um sich und die Kinder gegen die derzeitige Welle an grippalen Infekten und Erkältungskrankheiten zu schützen?

Dr. med. Stefan Weis, Leitender Oberarzt der Kinder- und Jugendmedizin, Kinderpneumologie, Allergologie, Kinderonkologie und -hämatologie

Dr. Stefan Weis, Leitender Oberarzt in der Kinder- und Jugendmedizin gibt Tipps für die ganze Familie

Die Infektabwehr kann durch folgende Maßnahmen verbessert werden: Ausgewogene, vitaminreiche Ernährung (nicht aber zusätzliche Vitamingaben), ausreichend Schlaf, viel Bewegung in frischer Luft, witterungsangepasste Kleidung und  insbesondere rauchfreie Umgebung.  Ein Versuch mit abwehrsteigernden Medikamenten (Immunstimulanzien) ist nur in Einzelfällen hilfreich.

Zur Vorbeugung der Übertragung von krankheitsverursachenden Keimen – meist Viren – ist die sorgfältige Beachtung hygienischer Vorsichtsmaßnahmen insbesondere im Umfeld erkrankter Personen durch Gesunde und akut Erkrankte selbst sinnvoll: Soweit möglich, Verzicht auf Händeschütteln bzw. regelmäßiges sorgfältiges Waschen oder Desinfektion der Hände, möglichst Einhalten eines Sicherheitsabstands von 2 Metern bzw. Verwendung z.B. eines  Schals vor dem Mund, im medizinischen Bereich einer Mund- und Nasenschutzmaske. Beschränken des Besuchs von Veranstaltungen mit größeren Ansammlungen von Menschen.

Eine selbst an Grippe oder einem anderen Infekt erkrankte Person kann andere Menschen darüber hinaus vor Ansteckung schützen durch Niesen oder Husten in ein Papiertaschentuch oder den Ärmel mit umgehender Entsorgung des Einmaltuchs, Vermeiden enger Kontakte zu anderen Menschen, möglichst zu Hause bleiben, regelmäßiges Zimmerlüften.

Naturgemäß sind die Maßnahmen umso schwerer umsetzbar, je jünger die Kinder sind. Und hat es uns Erwachsene oder unser Kind doch erwischt, so sollte man bedenken: Offensichtlich banale Infekte (z.B. einfacher Schnupfen, leichter Husten ohne Fieber) bedürfen in der Regel keiner ärztlichen Untersuchung. Bei Anzeichen für Komplikationen (hohes Fieber, Atemnot, Verschlechterung des Allgemeinzustands) sollte medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Potenziell gefährdet sind Schwangere, chronisch Kranke, grundsätzlich jüngere Kinder und ältere Menschen. Das erfolgreiche Überwinden von Infekten stärkt aber auch die Immunabwehr und kann vor Allergien und sogar bedingt vor bösartigen Erkrankungen schützen.

Übrigens sollten die empfohlenen Schutzimpfungen bei Ausschluss sonstiger Grunderkrankungen zum Schutz vor zum Teil gefährlichen Erkrankungen auch bei infektanfälligen Kindern im infektfreien Intervall durchgeführt werden.  Wenngleich die Grippeimpfung aufgrund einer sprunghaft aufgetretenen Änderung der Viruseigenschaften und der daraus folgenden fehlenden Erkennungsmöglichkeit für das Immunsystem bzw. aufgrund des Überwiegens anderer Grippevirustypen in dieser Saison nicht sehr wirksam ist,  gilt dies z.B. auch für die Grippeimpfung von Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Grunderkrankungen (und alte Menschen). Zurzeit belegt die Masernepidemie im Berliner Raum mit ernsthaften Komplikationen – u.a. Entzündung des Gehirns (1:1.000!) bis hin zu Todesfällen -, wie wichtig die konsequente Einhaltung der von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Durchimpfung ist.

Weitere Informationen auf der Seite des Robert Koch-Instituts.