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Yoga - Uralter Sport mit heilender Wirkung

 

Sarasvati Devi-Beauvais leitet das Yoga-Loft Trier. Im Interview spricht sie über Ursprünge und Formen des Yoga und erklärt, wie Yoga-Übungen bei den verschiedensten Erkrankungen helfen können.

Frau Devi-Beauvais, wie sind Sie zum Yoga gekommen?
Sarasvati Devi-Beauvais:
Als ich fünf war, hat meine Großmutter, eine Anthroposophin, begonnen, mich zu unterrichten. Heute bin ich sehr froh, dass ich so früh damit begonnen habe, denn der Körper erinnert sich auch später noch an viele Bewegungsabläufe, die man als Kind erlernt. Ich habe dann lange kein Yoga mehr gemacht und erst mit 15 oder 16 wieder für einige Zeit dazu zurückgefunden. Dann habe ich wieder viele Jahre lang nicht praktiziert. Erst nach einem schweren Unfall mit 35 habe ich mein komplettes Leben auf Yoga umgestellt, weil ich gemerkt habe, dass es mir sehr gut tut. Seitdem kann ich mir ein Leben ohne Yoga nicht mehr vorstellen.

Wie genau hat Ihnen Yoga damals geholfen?
Ich wurde bei einem Autounfall schwer verletzt und habe auch große persönliche Verluste erlitten. Danach lag ich lange Zeit im Krankenhaus und habe dort das Yoga wieder aufgenommen. Zwar konnte ich zuerst kein Hatha-Yoga machen, also keine Körperhaltungen einnehmen, aber ich habe mir diese Stellungen stattdessen im Geist visualisiert. Auch die Atemübungen und Mudras, das sind spezielle Hand- und Fingerhaltungen, die die Energieflüsse im Körper aktivieren, konnte ich schon durchführen.

Hat Yoga Ihre Genesung beeinflusst?
Ja, eindeutig. Auch die Ärzte waren überrascht, wie schnell ich mich nicht nur körperlich sondern auch geistig erholt habe. Yoga wirkt sich nicht nur auf den Körper aus. Vielmehr steht hinter Yoga eine ganze Lehre und Lebensphilosophie, deren Grundgedanke die Dreieinigkeit von Körper, Geist und Seele ist. Diese drei Punkte beeinflussen sich gegenseitig und so kann man über die Gedanken auch den Körper steuern. Yoga hat mir in dieser schweren Phase geholfen, positiv zu denken und mich nicht hängen zu lassen. Dadurch konnte ich neue Energien in meinem Körper aktivieren, was zur Heilung beigetragen hat.

Was ist Yoga eigentlich genau?
Yoga ist die älteste Sportart der Welt. Dabei gibt es viele verschiedene Wege, die schon erwähnte Einheit von Körper, Geist und Seele zu erreichen. Hier in Europa gehen viele Menschen oft zu verkopft und zu verbissen an eine Sache heran. Dabei wird am Ende alles so kommen, wie es vorgesehen ist. Auch Wege, die man zunächst als Irrwege betrachtet, stellen sich später als genau die richtigen heraus. Wichtig beim Yoga wie auch im Alltag ist, den Weg der Mitte zu finden und nicht in Extreme zu verfallen. Yoga lehrt zum Beispiel einen Weg auf dem Körper und Geist eine Einheit bilden. Wichtige Elemente des Yogas sind die Asanas (verschiedene Körperhaltungen), das Pranayama (Atemübungen zum Bewusstwerden des eigenen Atemflusses) und die Meditation mit Affirmationen (kurze, positive Ich-Sätze).

Welche unterschiedlichen Yoga-Arten gibt es?
Das bekannteste ist sicherlich das Hatha-Yoga. Dabei handelt es sich um ein sehr körperbetontes Yoga, bei dem viel Wert auf Asanas, und Atemübungen gelegt wird. Das Karma-Yoga hingegen stellt den uneigennützigen Dienst am Mitmenschen und der Umwelt in den Vordergrund. Das können auch kleine Taten, wie das Tragen der Einkäufe für ältere Menschen, sein. Das Bhakti-Yoga hingegen ist sehr auf einen Gott oder eine Göttlichkeit bezogen. Eine weitere wichtige Art ist das Jnana-Yoga, das sich sehr stark auf die Macht der Gedanken konzentriert und in den Meditationen Fragen nach der eigenen Existenz und Realität stellt. Daneben gibt es noch viele andere Yoga-Formen, Weiterentwicklungen und Mischformen.

Wie sieht eine typische Yoga-Stunde aus?
Ich unterrichte zwei verschiedene Yoga-Arten: Integrales Yoga, das die verschiedenen Yoga-Arten kombiniert, und AfroYoga®. Jede Stunde stelle ich unter ein bestimmtes Thema und wähle dazu passend die verschiedenen Asanas, Atemübungen und Affirmationen aus. Wir beginnen jede Stunde mit dem Sonnengruß, einer festgelegten Abfolge von Asanas und Atemübungen, die sich sehr gut zum Aufwärmen und Aktivieren eignen. Dann folgt der Hauptteil mit Pranayama und Asanas. Die Stunde schließt mit einer Entspannungsphase ab, während derer ich zum Thema passende Affirmationen wiederhole und die Teilnehmer am Ende langsam wieder in die Realität des Hier und Jetzt zurückhole.

Was ist AfroYoga®?
AfroYoga® ist eine neue Form des Yoga, das von Monica Adele Camara entwickelt wurde. Es mischt die traditionellen Elemente des indischen Yoga mit Afrikanischem Tanz. Der Afrikanische Tanz selbst ist auch eine Art Yoga, denn es ist eine Zeit, in der die Tänzer in sich sind und zu sich selbst kommen, wohingegen das Leben in Afrika sonst sehr auf die Gemeinschaft ausgelegt ist.
Bei einer AfroYoga®-Stunde beginnen wir mit einer halben Stunde afrikanischem Tanz. Durch das zusätzliche in-die-Hände-klatschen während dem Tanzen werden auch viele Energiepunkte in den Händen aktiviert, die Energie durch die Meridiane in den Armen bis in die Brust und zum Herzen leiten. Die Stunde geht dann über in integrales Yoga mit Asanas, welche die im Tanz geweckte Energie aufgreifen, Atemübungen und Meditation.

Wie kann Yoga bei Erkrankungen wie Brustkrebs helfen?
Viele Erkrankungen entstehen auch dadurch, dass wir zu wenig auf uns achten. Yoga lehrt uns, wieder mehr auf unseren Körper und seine Bedürfnisse zu hören. Insofern kann Yoga vor allem präventiv eingesetzt werden. Mit Yoga öffnen wir unsere Energiepunkte und geben dem Körper dadurch neue Kraft. Zudem wird die gesamte Muskulatur durch die Asanas gestärkt.
Auch kranke und geschwächte Menschen können von Yoga profitieren, wenn es an ihre Bedürfnisse angepasst wird. Yoga kann ihnen helfen, sich mit neuem Mut und neuer Kraft der Erkrankung zu stellen und den Heilungsverlauf mittels der Kraft der Gedanken und der Stärkung bestimmter Energiezentren in der Brust positiv zu beeinflussen.

Weitere Informationen unter: http://www.yogaloft-in-trier.de/