Klinikum Mutterhaus Mitte

 

Feldstraße 16
54290 Trier

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Fachinformationen

Der stationäre Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Trierer Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen verfügt über drei Stationen und eine tagesklinische Einheit mit  jeweils zehn Plätzen. Aufnahmen sind bei Bedarf stets, auch an Wochenenden über den aufnehmenden Arzt möglich (außerhalb der Dienstzeiten und an Wochenenden und Feiertagen über eine ärztliche Rufbereitschaft).  

Je nach Schwere der Störung kann die Behandlung im ambulantem Rahmen (Institutsambulanz), ta­gesklinischem Setting oder stationären Bereich (Kinderstation, offene und geschlossene Jugendstation) erfolgen. Im Regelfall sollte die erforderliche Interventionsart durch eine Vorstellung in der Ambu­lanz abgeklärt werden, um die angemessene Therapieform finden zu können. Prinzipiell gilt, dass ambulante Behandlungen Vorrang vor stationären Therapien haben sollen.  

Bei vielen Patienten, die in der Abteilung KJP vorgestellt werden, sind bereits ambulante und teilstationäre Maßnahmen vorausgegangen und gescheitert, wozu Ausmaß und Art der Störung maßgeblich beitragen. Aktuelle Krisen mit Eigen- und Fremdgefährdung können eine sofortige Aufnahme erforderlich machen.

Im Rahmen des multimodalen Behandlungskonzeptes (entsprechend der Leitlinien der deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie) werden die Stationen im multidisziplinären Team von Ärzten/innen, Psychologinnen, pädagogischen Fachkräften, examinierten Pflegekräften und co-therapeutischen Mitarbeiter/innen betreut. Es kommen unterschiedliche therapeutische Ansätze je nach den aktuellen Auffälligkeiten und Ressourcen der Patienten zur Anwendung. Im Rahmen der stationären Behandlung wird – nach einer Phase mit diagnostischem Schwerpunkt – ein individueller Gesamtbehandlungsplan erstellt.

Die Behandlung umfasst sowohl verhaltensmodifizierende Techniken (einschließlich kognitiver Techniken), deren Wirksamkeit wissenschaftlich hinreichend belegt ist, als auch tiefenpsychologische Kurzverfahren, wenngleich seltener. Das Behandlungs­konzept setzt eine Überprüfbarkeit der jeweils angewendeten Methoden voraus. Un­terstützt werden diese Therapieverfahren durch familienzentrierte Strategien, die den Verbleib oder die Reintegration des Kindes in die Familie ermöglichen sollen.

Umschriebene Entwicklungsstörungen motorischer, sensorischer und schulischer Fertigkeiten, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen sowie eingeschränkte soziale Fertigkeiten sollen spezifisch durch Ergo- und Kunsttherapie, Moto- und Sporttherapie sowie heilpädagogische Angebote und Sozialtrainings positiv beeinflusst werden.

Medikamentöse Behandlungen sind in der akuten Phase psychiatrischer Störungen Mittel der Wahl, sie können zur langfristigen Gabe indiziert und unterstützend bei bestimmten Störungsbildern hilfreich sein. Art und Dosis der Medikamente müssen ständig dem sich verändernden psychopathologischen Bild angepasst werden.