Klinikum Mutterhaus Mitte

 

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Informationen für Eltern und Patienten

Was sind Fieberkrämpfe?

Fieberkrämpfe sind Anfälle, die ausschließlich während fieberhafter Infekte auftreten („Gelegenheitsanfälle“). Im Gehirn kommt es gleichzeitig zu einer Entladung von zahlreichen Nervenzellverbänden. Bei Fieberkrämpfen liegt ursächlich keine Erkrankung des Gehirnes vor. Die Anfälle beruhen auf einer Veranlagung, bei Fieber mit Anfällen zu reagieren.

Wer bekommt Fieberkrämpfe?

3-5 % aller Kinder haben in ihrem Leben einen oder mehrere Fieberkrämpfe. Etwa 1/3 der Fieberkrampfkinder erleidet weitere Fieberkrämpfe. Bevorzugtes Auftreten im Alter zwischen 6 Monaten und 5 Jahren, Häufigkeitsgipfel im 2. Lebensjahr.

Sind Fieberkrämpfe erblich?

Eine familiäre Belastung mit Fieberkrämpfen liegt bei bis zu 40% der Fieberkrampf-Kinder vor. Die Wahrscheinlichkeit, dass Geschwisterkinder auch Fieberkrämpfe bekommen liegt bei 10%. Die Wahrscheinlichkeit steigt noch etwas, wenn weitere Familienmitglieder Fieberkrämpfe oder Epilepsien hatten.

Sind Fieberkrämpfe gefährlich?

Ein einzelner kurzer Fieberkrampf fügt dem Kind keinen dauerhaften Schaden zu. Die langfristige geistige Entwicklung von Kindern mit Fieberkrämpfen ist nicht eingeschränkt. Dauert der Anfall länger als 3 Minuten, sollte er jedoch unbedingt medikamentös beendet werden.

Entwickelt sich aus Fieberkrämpfen eine Epilepsie?

Das Epilepsierisiko in der Normalbevölkerung beträgt 0,5%. Das Risiko nach Fieberkrämpfen an Epilepsie zu erkranken beträgt 2-4%. D. h. 96-98% aller Fieberkrampfkinder bleiben gesund!

Was ist beim Fieberkrampf zu tun?

  • Versuchen Sie Ruhe zu bewahren!
  • Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Kind durch die Bewegungen des Anfalls nicht verletzt und dass es frei atmen kann.
  • Lagern Sie es etwas auf die Seite, damit der Speichel abfließen kann.
  • Nach dem Anfall sollten Sie fiebersenkende Maßnahmen ergreifen.
  • Sollte der Anfall nicht innerhalb von etwa 3 Minuten aufhören, geben Sie 1 Diazepam-Rectiole® in den Enddarm.
  • Nehmen Sie Kontakt zu Ihrem Kinderarzt oder zum Notarzt auf und richten Sie sich nach dessen Empfehlungen.
  • Beobachten Sie den Krampfanfall möglichst genau (Betonung einer Körperhälfte? Dauer des Anfalls?)

Welche Untersuchungen werden nach einem Fieberkrampf durchgeführt?

Im Einzelfall entscheidet der Kinderarzt, welche Untersuchung beim Kind notwendig ist. Neben der körperlichen Untersuchung erfolgt in der Regel eine Blut- und Urinuntersuchung, um die Krankheitsursache zu finden. Besonders bei sehr kleinen Kindern oder wenn der Bewusstseinszustand nach dem Anfall noch beeinträchtigt ist, wird eine Nervenwasseruntersuchung (Lumbalpunktion, abgekürzt LP) durchgeführt. Im EEG (Hirnstromableitung) können Hinweise auf eine erhöhte Anfallsbereitschaft gewonnen werden.

Was ist nach einem Fieberkrampf künftig bei fieberhaften Infekten zu beachten?

Wenn Ihr Kind einen Fieberkrampf hatte, sollten Sie ein Notfallmedikament, z.B. Diazepam-Rectiolen® zu Hause haben, um einen längerdauernden Anfall unterbrechen zu können. Fiebersenkende Maßnahmen (ab 38,5°C) können das Allgemeinbefinden des Kindes verbessern, verhindern aber keine Fieberkrämpfe!! Im Einzelfall wird der Kinderarzt bei wiederholten Fieberkrämpfen eine prophylaktische Diazepamgabe (8-stündlich in den ersten 2 Tagen des fieberhaften Infektes) empfehlen. Hierdurch kann die Wiederholungsrate für Fieberkrämpfe um mehr als 40% gesenkt werden. Eine Dauerbehandlung mit einem anfallshemmenden Medikament ist nur in seltenen Ausnahmefällen notwendig.

Sprechen Sie uns an, wenn Sie noch Fragen haben.

  • Ärzte der Station B3: Tel.: 0651 947-2614
  • Neuropädiatrische Ambulanz: Tel.: 0651 947-2689
  • Kinder-Ambulanz: Tel.: 0651 947-2656