Klinikum Mutterhaus Mitte

 

Feldstraße 16
54290 Trier

Telefon 0651 947-0

E-Mail senden

 

Regionalanästhesie (Teilnarkose)

Bei vielen Operationen ist es nicht erforderlich eine Allgemeinanästhesie durchzuführen. Eine schonende und elegante Form der Anästhesie stellen die Regionalanästhesieverfahren dar. Hierbei wird eine gezielte Schmerzausschaltung im Operationsgebiet erreicht. Besonders geeignet dafür sind Eingriffe an Armen, Beinen, Unterleib und Becken. Hierbei wird das Bewusstsein nicht ausgeschaltet, Sie sind also wach und atmen selbst. Auf Wunsch können Sie über Kopfhörer Musik hören (gerne können Sie Ihre Lieblings-CD mit in den OP bringen) oder auch ein leichtes Schlafmittel bekommen. Im Mutterhaus kommen derzeit zum Einsatz:

  • Spinalanästhesie
  • Periduralanästhesie (lumbal und thorakal)
  • Kombinierte Spinal-Epiduralanästhesie
  • Kaudalanästhesie im Kindesalter
  • Armplexusanästhesie (axillär, infraclavikulär, interskalenär)
  • Beinplexusanästhesie (N. ischiadicus, N. femoralis)
  • Einzelblockaden
  • ultraschallgesteuerte Punktion

Rückenmarksnahe Verfahren

Spinalanästhesie

Nach der örtlichen Betäubung der Einstichstelle am Rücken im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule wird mit einer sehr dünnen Nadel der Rückenmarkskanal punktiert und ein Lokalanästhetikum eingespritzt. Das Rückenmark selber wird dabei nicht berührt. Die Wirkung setzt rasch ein, beginnend mit einem Wärmegefühl. Eine auftretende Bewegungseinschränkung der Beine ist dabei erwünscht. Die Spinalanästhesie kommt bei Operationen unterhalb des Bauchnabels zum Einsatz, z. B. bei Eingriffen an den Beinen, Hüften oder bei Leistenbrüchen. Im Bereich der Geburtshilfe ist die Spinalanästhesie das am häufigsten eingesetzte Verfahren zur Kaiserschnittentbindung.

Periduralanästhesie

Sie gehört wie die Spinalanästhesie zu den rückenmarksnahen Regionalanästhesieverfahren. Sie kann, im Gegensatz zur Spinalanästhesie, im Bereich der gesamten Wirbelsäule angewendet werden. Das Vorgehen bei der Periduralanästhesie entspricht dem bei der Spinalanästhesie. Der Unterschied besteht darin, dass die Injektion des Lokalanästhetikums nicht in das Hirnwasser erfolgt sondern in das Gewebe welches die harte Hirnhaut umgibt. Dabei werden die Nervenfasern, die dort verlaufen, blockiert. Die thorakale Periduralanästhesie (im Bereich der Brustwirbelsäule) in Kathetertechnik wird bei großen bauchchirurgischen und thoraxchirurgischen Eingriffen (Operationen am Darm, am Magen, an der Bauchspeicheldrüse, an der Speiseröhre, an der Leber oder der Lunge) in Kombination mit einer Vollnarkose im Mutterhaus routinemäßig eingesetzt. Dies ermöglicht während und nach der Operation eine elegante Form der Schmerztherapie. In letzter Zeit haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass die Periduralanästhesie bei diesen Eingriffen neben der guten Schmerzbekämpfung auch weitere positive Effekte hat. Das Risiko einer Lungenentzündung oder eines Herzinfarktes wird dadurch gesenkt und die Patienten können früher mobilisiert werden. Gerade bei der so genannten „Fast track“ Chirurgie bei Darmoperationen (näheres siehe unter Chirurgie I) spielt der thorakale Periduralkatheter eine besonders wichtige Rolle. Neben dem beschriebenen Einsatz bei großen Operationen wird der Periduralkatheter auch in der Schmerztherapie häufig eingesetzt. Vor allem in der Geburtshilfe zur Schmerzausschaltung bei normaler Entbindung wird er regelmäßig gelegt. Im Mutterhaus kommt dieses Verfahren mehr als 800 mal im Jahr zum Einsatz.

Periphere Nervenblockaden

Armplexusanästhesie

Bei Operationen an der Hand, am Arm oder der Schulter, z. B. in der Unfallchirurgie bei Knochenbrüchen oder in der Orthopädie, können die entsprechenden Nerven blockiert werden, entweder in der Achselhöhle (axillär), im Bereich des Schlüsselbeins (vertikal infraclavikulär) oder im Bereich der seitlichen Halsregion (interskalenär).

Das Nervengeflecht wird an den entsprechenden Stellen nach örtlicher Betäubung mit einem Nervenstimulator aufgesucht.

Der Nervenstimulator sendet schwache elektrische Impulse aus, die zu Muskelzuckungen führen. So können die Nervenstränge sicher gefunden werden und die korrekte Lage festgestellt werden. Nach Gabe eines örtlichen Betäubungsmittels (Lokalanästhetikum) setzt innerhalb von 10-30 Minuten die Wirkung ein. Es kommt zur Gefühllosigkeit und zur Bewegungseinschränkung im Bereich der betroffenen Extremität.

Vor allem die interskalenäre Plexusblockade führen wir in Kathetertechnik durch. Hierfür wird ein dünner Kunststoffschlauch in den Bereich des Nervengeflechts gelegt. Über diesen Katheter können Ihnen Schmerzmittel verabreicht werden. Das heißt, dass nach besonders schmerzhaften Operationen im Bereich der Schulter und des Oberarmes eine frühe krankengymnastische Behandlung möglich wird.

Beinplexusanästhesie

Bei Operationen im Bereich der unteren Extremität können die großen Nerven mit Hilfe eines Nervenstimulators aufgesucht und dann durch die Gabe eines Lokalanästhetikums blockiert werden. Blockiert werden der N. ischiadicus und der N. femoralis. In Kathetertechnik werden die Verfahren z. B. bei Kniegelenksersatz oder auch zur Schmerztherapie bei Durchblutungsstörungen eingesetzt.