Klinikum Mutterhaus Mitte

 

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Schilddrüsenerkrankungen

Bei Verdacht auf Schilddrüsenerkrankungen kommt zunächst die Sonografie (Ultraschall) zum Einsatz. Werden bei dieser Untersuchung Knoten entdeckt, so liefert die Szintigrafie (Scanning mittels radioaktiver Stoffe) ein detaillierteres Bild.

Diagnostik und Therapie in einer Hand

Schilddrüsenkrankheiten sind durch Veränderungen entweder der Struktur (Struma, gutartig/bösartig) und/oder des Funktionszustands des Organs (Unterfunktion/Überfunktion) definiert. Bezüglich der Erkrankungshäufigkeit könnte man im hiesigen Raum von einer Volkskrankheit sprechen.

Die genaue Klassifikation der Schilddrüsenerkrankungen ist durch die Sektion Schilddrüse der deutschen Gesellschaft für Endokrinologie näher ausgeführt und in medizinischen Datenbanken nachzulesen (www.medline.de).

Im Wesentlichen unterscheidet man Unterfunktionen bei Neugeborenen, nach der Geburt erworbene Unterfunktionen, periphere Hormonresistenzen, Überfunktionen bedingt durch das Immunsystem (Morbus Basedow), durch Entzündungen, funktionelle Autonomien innerhalb des Organs, selten bei bösartigen Erkrankungen, TSH-ähnlichen Aktivitäten, erhöhten Jodzufuhr sowie einer erhöhten Einnahme von Schilddrüsenhormonen.

Die durch das Immunsystem bedingten Überfunktionen (z.B. Morbus Basedow), Überfunktionen durch andere Entzündungen und Überfunktionen bedingt durch funktionelle Autonomien innerhalb des Organs sowie seltene Überfunktionen bei bösartigen Erkrankungen, TSH-ähnliche Aktivitäten, erhöhte Jodzufuhr bzw. Exzess sowie erhöhte Zufuhr von Schilddrüsenhormonen.
Bekannte Schilddrüsenerkrankungen sind Strumen (vergrößerte Schilddrüsen) mit den unterschiedlichsten Veränderungen, Entzündungen der Schilddrüse, von akut bis chronisch verlaufend, infolge unterschiedlicher krankhafter Vorgänge. Die häufigste Ursache ist eine schlechte Jodversorgung (Jodmangelgebiet wie im südwestdeutschen Raum).

Darüber hinaus können sich in der Schilddrüse unterschiedliche gutartige und bösartige Tumoren darstellen, z.B. differenzierte Schilddrüsenkarzinome und Lymphome, die in der Regel operativ und/oder durch Radiojodtherapie (Jod-131-Betastrahler) erfolgreich therapiert werden.

Die Diagnostik von Schilddrüsenerkrankungen wird aufgegliedert in in vitro-(Blut) und in vivo-(bildgebende Darstellung) Methoden.

Therapiemöglichkeiten bei Schilddrüsenerkrankungen

Die Therapiemöglichkeiten bei Schilddrüsenerkrankungen sind vielfältig. Möglich sind die Gabe von Schilddrüsenhormonen, z.B. L-Thyroxin oder Euthyrox, Jodid oder Kombinationen. Bei fortgeschrittenen Erkrankungen werden therapeutische Verfahren wie die Radiojodtherapie (Jod-131-Betastrahler) oder die Operation durchgeführt.

Im hiesigen Raum verfügt das Mutterhaus Trier über die einzige nuklearmedizinische Therapiestation mit zehn Behandlungsbetten. Hier können an der Abteilung für nuklearmedizinische Diagnostik und Therapie kurzfristig gutartige Schilddrüsenerkrankungen, die vorwiegend mit einer Überfunktion einhergehen effektiv und risikoarm behandelt werden.

Dies gilt auch für die Verkleinerung von Strumen sowie die erforderliche Nachbehandlung von bösartigen Schilddrüsenerkrankungen mit J-131 nach vorheriger durchgeführter Schilddrüsenoperation. Bei operativen Eingriffen an der Schilddrüse ermöglichen erfahrene Operateure aus der Abteilung für Hals-Nase-Ohren-Heilkunde und Chirurgie schnelle Eingriffe.

Bei Kinderlosigkeit und bestehendem Kinderwunsch steht die gynäkologische Abteilung mit besonderer Erfahrung zur Abklärung möglicher Ursachen seitens der Schilddrüse zur Verfügung.
Schilddrüsenerkrankungen mit komplexen Stoffwechselstörungen werden durch die endokinologische Abteilung untersucht.

Die Radiojodtherapie von Schilddrüsenerkrankungen ist heutzutage ein bewährtes standardisiertes Therapieverfahren. In den letzten 70 Jahren wird diese Art von Therapie besonders häufig in Amerika durchgeführt. Ausschlaggebend hierfür ist neben der guten Verfügbarkeit die äußerst günstige Nutzen-Risiko-Relation, die für eine hohe Lebensqualität während und nach der Radiojodtherapie sorgt. Insbesondere sind alle operativen Nebenwirkungen und Risiken ausgeschlossen.

Besonders erwähnenswert ist, dass eine Radiojodtherapie unabhängig vom Alter erfolgreich und risikoarm durchgeführt werden kann. Dies ist in zahlreichen Studien über mögliche genetische Folge- und Zweiterkrankungen wie bei wenigen anderen Therapieverfahren untersucht und dokumentiert. So können junge Frauen nach erfolgter Radiojodtherapie ohne ein erhöhtes Risiko bereits 6 Monate später schwanger werden, insbesondere ohne erhöhtes Risiko für deren Nachwuchs.

Erfreulicherweise sind in der hiesigen Abteilung für Nuklearmedizin die Diagnostik und Therapie, insbesondere die Radiojodbehandlung von Schilddrüsenerkrankungen in einer Hand. Dies ermöglicht schnelle Entscheidungswege und eine hohe therapeutische Effektivität zum Wohle der Patienten.

Im Folgenden wird der Ablauf eines stationären Aufenthalts zur Radiojodtherapie beschrieben.

Stationärer Aufenthalt zur Radiojodtherapie

Die Radiojodtherapie der Schilddrüse ist ein sehr risikoarmes Therapieverfahren mit sehr guten Therapieergebnissen. Im Regelfall, und das bedeutet bei 95% unserer Patienten, treten überhaupt keine Nebenwirkungen auf. Bei 5% der Patienten werden geringfügige Beschwerden angegeben, diese sind medikamentös schnell zu beheben.

In Deutschland ist eine Radiojodtherapie nur im Rahmen eines stationären Aufenthalts in einer entsprechend ausgestatteten Therapiestation möglich. Das Mutterhaus verfügt über insgesamt zehn Therapiebetten (fünf Zweibettzimmer).

Die Station befindet sich im sechsten Stock mit einem weiten Blick über die Stadt Trier. Die Doppelzimmer sind räumlich sehr großzügig und hell ausgestattet. Jedes Zimmer verfügt über eine große Duschkabine. ein Aufenthaltsraum für die Patienten wird vorgehalten. Alle medialen Systeme sind vorhanden, einschließlich Anschlüssen für Laptops usw. (können mitgebracht werden). Toiletten und Waschbecken sind an spezielles Auffangsystem angeschlossen, die Luft in den Räumen wird vollständig gefiltert.

Die Therapiekapsel wird Ihnen in der Regel am ersten Tag des stationären Aufenthalts einmalig verabreicht. Danach müssen Sie Geduld üben, bis die Messwerte unter einen vom Gesetzgeber festgelegten Wert fallen. Diese werden täglich ermittelt.

Nach Schlucken der Therapiekapsel dürfen Sie die Station nicht mehr verlassen, Sie können sich innerhalb der Station frei bewegen, Kontakte aufrecht erhalten, fernsehen und telefonieren. Der Besuch von Angehörigen ist nicht gestattet. Es empfiehlt es sich, Lesestoff oder anderes Beschäftigungsmaterial mitzubringen, damit die entstehende Langeweile überbrückt werden kann.

Während des stationären Aufenthalts stehen Ihnen die Stationsschwestern und Ärzte für weitergehende Fragen zur Verfügung.

Wir hoffen, dass Sie sich mit diesen Informationen auf einen stationären Aufenthalt besser einstellen können.