Klinikum Mutterhaus Mitte

 

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Knick-Plattfuß (Pes planovalgus, Tibialis posterior Insuffizienz)

Unter einem Plattfuß versteht man die Aufhebung des Fußlängsgewölbes. Meistens ist die Fehlstellung mit einer Vorfußauswärtsdrehung und einer X-Stellung des Rückfußes verbunden. Vielen Menschen haben ein Leben lang ohne Beschwerden einen Plattfuß. Treten Schmerzen auf, gibt es verschiedene Behandlungsmethoden, die sich nach dem Stadium der Fehlstellung richten. Diese reichen von Einlagenversorgung bis zu verschiedenen Operationstechniken, welche eine dauerhafte Beschwerdefreiheit ermöglichen.

Die Fehlstellung ist sehr häufig eine erbliche Veranlagung aber auch degenerative (entzündliche) Prozesse von Sehnen und Bändern, die entscheidend für die Aufrichtung des Fußlängsgewölbes sind, spielen eine Rolle. Veränderungen der Tibialis posterior Sehne sind dabei maßgeblich, die in vier Schweregrade eingeteilt werden.

Die Therapie des Knick-Plattfußes richtet sich nach dem Stadium der Deformität:

Stadium I: Die isolierte Entzündung der Sehne ohne wesentliche Fehlstellung kann in der Regel konservativ behandelt werden. Hierbei kommen Medikamente und Einlagen zum Einsatz.

Stadium II: Bei zunehmender Fehlstellung sollte der Knickplattfuß knöchern korrigiert werden. Die Funktion kann nur durch eine Operation wiederhergestellt werden. Die Sehne wird genäht und durch Verlagerung einer benachbarten Sehne (FDL-Transfer) in Ihrer Funktion unterstützt. Manchmal ist eine ergänzende Rückfußkorrektur mit Verschiebung des Fersenbeins (medialisierende Kalkaneusosteotomie) notwendig. Bei jungen Patienten im Wachstumsalter kann eine zunehmende Rückfußaufrichtung durch Einbringen einer Kalkaneusstoppschraube (=Arthrorise) erfolgen.

Stadium III/IV: Wenn es zusätzlich zu einem Verschleiß des unteren Sprunggelenk gekommen ist, ist, um eine normale Stellung und somit Schmerzfreiheit zu erreichen, eine knöcherne Operation mit korrigierender Gelenkstabilisierung (Arthrodese des unteren Sprunggelenkes) erforderlich.