Klinikum Mutterhaus Mitte

 

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Kniearthrose

Damit sich die Knochen in einem Gelenk nicht gegenseitig abreiben sind sie mit einer Schutzschicht dem sogenannten Knorpel überzogen. Diese glatte und glänzende Abdeckschicht ist bis zu einem halben Zentimeter dick. 

Mit Abschluss des Körperwachstums verlieren die Knorpelzellen ihre Fähigkeit zur Teilung und damit ihre Fähigkeit, sich selbst zu erneuern. Im Erwachsenenalter ist die Knorpelschicht nicht durchblutet und mit zunehmendem Alter nimmt die Anzahl der Knorpelzellen ab (sog. Knorpelabrieb, „Verschleiß“).

Symptome

Typische Beschwerden bei beginnender Arthrose sind z. B. ein unangenehmes Ziehen im Gelenk und morgendliche Steifigkeit (Gelenksteife). Typisch ist auch ein sogenannter Anlaufschmerz, der nach kurzer Gehstrecke wieder nachlässt. Charakteristisch für eine beginnende Arthrose des Kniegelenks sind zudem Schmerzen beim Treppensteigen. Kommt es zu einer zusätzlichen Entzündung, spricht man von einer „aktivierten Arthrose“.

Sind die konservativen Therapien bei einem Verschleiß des Kniegelenkes (sog. Kniegelenksarthrose) ausgeschöpft, so kommt oft nur noch ein operativer Therapieansatz in Betracht. Hierbei wurde in der Vergangenheit oft ein künstlicher Kniegelenksersatz (Knie-TEP) durchgeführt. Dabei wurde dem Ausmaß der Arthrose und dem Alter des Patienten keine Rechnung getragen.

Die Belegärzte des Orthopaedicums haben für Sie einen Stufenplan entwickelt, um Ihre Arthrose stadiengerecht zu behandelt.

Konservative Maßnahmen

Am Anfang jeder Arthrose stehen die konservativen , also nicht-operativen Therapiemaßnahmen. Hierzu zählen anfänglich die Schmerztherapien (Medikamente), gezielte Spritzentherapien mit entzündungshemmenden Medikamenten und/oder eine Spritzenserie mit Hyaloronsäure.

Operative Maßnahmen

In einem frühen Stadium der Arthose oder auch bei verletzungsbedingten Knorpelschäden ist es möglich durch gezielte Maßnahmen den weiteren Verschleiß des Knorpels einzugrenzen. Hiermit kann die Notwendigkeit der Implantation einer Endoprothese möglicherweise über viele Jahre hinausgezögert werden und in einzelnen Fällen kann sogar eine Regeneration erreicht werden.

Arthroskopie des Kniegelenkes – Die arthroskopische Abrasion mit MicroFracture

Das Prinzip der Abrasion besteht aus einem Anfrischen (oberflächlich Anfräsen) des bloßliegenden Knochens im Defektbereich, so dass Blutung und Narbenbildung möglich werden. Durch gezielte kleine Knochenbrüche ("Microfracture") können Stammzellen aus dem Knochenmark einwandern und faserigen Ersatzknorpel bilden.

Umstellungsosteotomie

Oft führt ein zunehmender Verschleiß des Kniegelenkes zu einer Achsfehlstellung des Beines (sog. X- oder O Bein).Gelegentlich ist aber die Achsfehlstellung die Ursache der zunehmenden Arthrose.

Bei stärkeren Beschwerden, größeren Achsabweichungen und bei hoher Bewegungsaktivität des Kniegelenkes sollte dagegen die Beinachsfehlstellung anatomisch korrigiert werden, um den Zeitpunkt einer Kniegelenkprothese hinauszuzögern. Nach einer Umstellung ergeben auch die oben erwähnten konservativen Maßnahmen mehr Sinn und Erfolg (weiter Informationen erhalten Sie unter "Achskorrekturen").

Knieteilgelenksersatz bei lokal begrenzter Arthrose

Die Implantation einer Gelenkflächenersatzprothese ist sinnvoll, wenn eine Versorgung mit Medikamenten oder durch eine kleine Operation (z. B. Arthroskopie) nicht mehr ausreichen, um die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten (weitere Informationen zum "neuen Kniegelenk" erhalten Sie unter "Kniegelenksprothese").