Klinikum Mutterhaus Mitte

 

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Kniegelenksprothese

Die heute implantierten modernen Knieendoprothesen werden als Oberflächenersatzprothesen bezeichnet, da nur die abgenutzten Knorpeloberflächen, möglichst unter Erhalt der patienteneigenen Kniebandstrukturen, ersetzt werden. Je nach Ausprägung der Arthrose kommen verschiedene Prothesen zum Einsatz, die möglichst nur die verschlissenen Anteile des Gelenkes ersetzen und nicht veränderte Areale erhalten.

Oberstes Ziel der Operation ist ein schmerzfreies, stabiles und gut bewegliches Kniegelenk, wobei die natürliche Beinachse wiederhergestellt wird. Die in den letzten Jahrzehnten ständig verbesserten Operationstechniken und Implantate machen diesen Eingriff zu einer der häufigsten und erfolgreichsten Routineoperationen (europaweit ca. 150.000/Jahr) in der orthopädischen Chirurgie.

Implantattypen

Kniegelenksteilersatz (Unikompartimentelle Knieimplantate) 

Der isolierte Ersatz nur eines Gelenkabschnittes setzt voraus, dass die anderen Abschnitte allenfalls geringe Knorpelveränderungen aufweisen und die Kniebandstrukturen intakt sind.

Vollständiger Kniegelenksersatz (Knietotalendoprothese)

Bikondyläre Prothesen ersetzen die Gelenkoberflächen des inneren und äußeren Gelenkanteils unter weitgehendem Erhalt der körpereigenen Bandstrukturen. Ober- und Unterschenkelanteil sind nicht mechanisch miteinander verbunden. Sind die Bandstrukturen geschädigt kann durch eine zapfenartige Verbindung beider Komponenten eine Stabilisierung des Gelenkes auch bei fehlenden Bändern erreicht werden.

Die achsgeführten Knieendoprothesen verzichten gänzlich auf den Erhalt der patienteneigenen Bandstrukturen. Diese Prothesen kommen nur in Ausnahmefällen zur Anwendung.

Die einzelnen Prothesentypen gibt es in verschiedenen Größen; mit Hilfe der präoperativen Planungsskizze werden Modellgröße und Fixation der Prothese bestimmt, wobei hier individuelle Bedürfnisse berücksichtigt werden (Alter, Geschlecht, Knochenform, Körpergewicht, etc.). Anhand der Planung werden auch die Achsen des Beines vermessen und die Prothese in ihrer Ausrichtung geplant.

Nachbehandlung:

Gelenkersatzoperationen werden ausschließlich unter stationären Bedingungen durchgeführt. Zur Gewährleistung eines optimalen Operationserfolges erfolgt eine frühzeitige postoperative Mobilisation mit Hilfe der Krankengymnastik, wobei abhängig von den erwähnten Implantationstechniken meist eine sofortige Belastung des operierten Beines erlaubt wird. Zum Schutz des Weichteilgewebes müssen für vier bis sechs Wochen Unterarmgehstützen verwendet werden.

Für die meisten Patienten schließt sich nach einem Klinikaufenthalt  von ca. sieben bis zehn Tagen ein dreiwöchiger Rehabilitationsaufenthalt an. Die Fortschritte werden engmaschig kontrolliert und dokumentiert. Gegebenenfalls wird eine ambulante Fortsetzung der mobilisierenden Therapie verordnet.

Gelenkersatz und Sport:

Die erzielte Schmerzreduktion lässt den Wunsch nach teilweiser Rückkehr zum Sport aufkommen. International besteht Einigkeit, dass zumindest so genannte „low-impact“ Sportarten, wie Fahrradfahren, Schwimmen, Segeln, Tauchen, Golf und Kegeln unterstützt werden können. Bedingt möglich sind Sportarten wie Tennis, Basketball und Skilaufen. Vermieden werden sollten Kontaktsportarten (Fußball, Handball, etc). Die Empfehlung zu einer bestimmten Sportart ist auch abhängig von dem Leistungsstand des Patienten. Als Faustregel gilt, dass vor der Operation beherrschte Sportarten wieder durchgeführt werden dürfen.