Klinikum Mutterhaus Mitte

 

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Kreuzbandverletzung

Die Kreuzbänder verlaufen in der Mitte des Kniegelenkes zwischen Ober- und Unterschenkelknochen, wo sie sich überkreuzen. Sie bilden den zentralen Stabilisator des Kniegelenkes. Sie bewirken die mechanische Stabilität des Kniegelenkes in der Vor-/Zurückbewegung sowie durch ihre Verdrillung eine Drehstabilität.

Intakte, „gesunde“ Kreuzbänder vermitteln dem Kniegelenk die sogenannte "Rotationsstabilität". Fehlt eines der Kreuzbänder, ist die Drehachse nicht mehr in der Kniemitte, so dass es zu Schiebebewegungen mit vermehrter Belastung und Schädigung von Knorpel und Meniskus kommt.

Warum sollte operiert werden?

Meist geht es dem Knie und dem Patienten nach dem Abklingen der akuten Verletzungsfolgen wieder gut.

Einige Patienten verspüren ein Unsicherheitsgefühl und haben Angst, ihren Sport wie gewohnt aufzunehmen; gelegentlich ist die Instabilität so groß, dass Patienten in alltäglichen Situationen wegknicken ("giving-way").

Viele Verletzte jedoch befinden sich in einem "beschwerdefreien Intervall". Sie kehren mit der Zeit zur normalen Alltagsaktivität zurück oder treiben sogar wie gewohnt Sport. Die stetig vorhandenen, fehlerhaften Dreh-Gleit-Bewegungen im Knie, die auf das fehlende Kreuzband zurückzuführen sind, führen trotz subjektiver Stabilität zu schweren Schäden an Meniskus- und Knorpelsubstanz (Mikroinstabilität).

Mit dem Meniskusschaden ist der Startschuss zur Arthrose des Kniegelenkes gefallen.

Wie wird operiert?

Die Operation wird heutzutage minimal-invasiv arthroskopisch (Schlüssel-Loch-Prinzip) durchgeführt. 

Als Kreuzbandersatz (auch Kreuzbandplastik genannt) wird eine körpereigene Sehne verwendet. Zu ca. 80% wird an erster Stelle die Semitendinosus-Sehne genutzt.

Die Patellarsehne wird nur noch in ca. 20% der Fälle genutzt. Die Hautschnitte sind größer und es kommt häufiger zu Beschwerden an der Kniescheibe. Somit verwenden wir dieses Transplantat nicht bei Ersteingriffen.

Technik

Bei der Operation mit der Semitendinosus-Sehne benötigen wir zwei kleine Einstiche für die Arthroskopie auf der Innen- und Außenseite der Kniescheibensehne, sowie einen ca. zwei Zentimeter langen Schnitt auf der Innenseite der Schienbeinvorderkante für die Sehnenentnahme und die Bohrkanäle. Diese werden mit Hautnähten oder Wundklammern verschlossen.

Im Vergleich zu anderen Operationsverfahren, die mehr Einschnitte oder sogar die Eröffnung des Kniegelenkes erfordern, bietet die Semitendinosus-Technik ein kosmetisch überzeugendes Ergebnis mit geringen Beschwerden nach der Operation und eine komplikationsarme Nachbehandlung und Rehabilitation.

Nachbehandlung

Es dauert ca. acht bis zehn Wochen, bis eine feste Verbindung zwischen Kreuzband und Knochen entstanden ist. Entsprechend sollten Sie vorsichtig sein und das Nachbehandlungsschema sorgfältig beachten.

Es erfolgt eine krankengymnastische Übungsbehandlung. Hierbei wird die Streckung und die Beugung schrittweise erarbeitet. Es sollten Beugeübungen nicht forciert werden. Unter Anleitung machen Sie die Übungen ohne Mecron-Schiene oder Knieführungsschiene. Merken Sie sich bitte das Übungsprogramm. Dieselben Übungen sollen Sie zu Hause selbständig dreimal täglich durchführen.

Eine Teilbelastung ist mit anfänglichen 20 kg Körpergewicht und ab der dritten Woche mit dem halben Körpergewicht möglich.

Nach Ablauf der achten Woche beginnt der Muskelaufbau und die sportliche Rehabilitation unter Anleitung.

Bis zur zwölften Woche sollten Sie noch sehr vorsichtig sein und nur auf ebenem Untergrund und unter Anspannung der Muskulatur ohne Schiene gehen.

Eine Wiederaufnahme der sportlich Aktivität ist schrittweise durchzuführen. Insbesonders Kontaktsportarten benötigen eine schrittweise „Wiedereingliederung“.

Hierzu sollte nach der Reha-Phase ein weiterer Muskelaufbau in Eigenregie mit Koordinationstrainig erfolgen. Erst dann ist die Wiederaufnahme des normalen Joggings sinnvoll.