Klinikum Mutterhaus Mitte

 

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Meniskusläsion

Viele Patienten sind nach einem „Verdrehen“ des Kniegelenkes beim Sport oder auch im Alltag mit der Diagnose „Meniskusriss“ konfrontiert. Kennzeichnend sind meist einschießende Schmerzen auf der Innenseite des Kniegelenkes schon bei leichten Drehbewegungen, mitunter verbunden mit einem Schnappphänomen im Kniegelenk. Bisweilen „klemmt“ irgendetwas im Knie, besonders nach einer tiefen Hocke. Auch kann das betroffene Kniegelenk anschwellen. Ungünstig sind die für Fußball und andere Kontaktsportarten typischen Drehbelastungen in Beugestellung des Kniegelenkes. Im Laufe des Lebens verändert sich die Reißfestigkeit des Meniskusgewebes, so dass bereits Alltagsbelastungen wie das Aussteigen aus dem Auto für eine Verletzung des Meniskus ausreichend sein können. 

Konservative Therapie

Die Therapie des Meniskusschadens ist je nach Schweregrad konservativ oder operativ möglich. Bei einem weitgehend „beschwerdearmen“, stabilen Meniskusriss, der Alltagsbelastungen zulässt, ist eine kombinierte medikamentös-physikalische Therapie möglich.

Meniskusoperation

Die Meniskusoperation wird in der Regel minimal-invasiv arthroskopisch durchgeführt. Es sollte grundsätzlich so viel Meniskus wie möglich zu erhalten werden. Insbesondere beim jüngeren Patienten können in früheren Jahren Langzeitschäden entstehen.

Bei Lappen- oder Korbhenkel-Rissen des Meniskus kann in manchen Fällen eine Naht des Meniskus durchgeführt werden. Insbesondere wenn die Risse in der basisnahen, gut durchbluteten Region des Meniskus liegen, ist eine gute Prognose der Heilung gegeben.

Ob eine Naht des Meniskus in Frage kommt, muss während der Operation vom erfahrenen Operateur entschieden werden.

Meniskusteilresektion

Stellt sich heraus, dass der Meniskus nicht genäht werden kann, dann erfolgt die Meniskusoperation in der Regel in Form einer Meniskusteilentfernung. Hierbei gilt: sowenig wie möglich, aber soviel wie nötig, um anschließend einen stabilen funktionsfähigen Restmeniskus zu erhalten.

Meniskusnaht

Im Orthopaedicum Trier werden die modernsten Nahttechniken eingesetzt. Um das Zusammenwachsen der zerrissenen Meniskusanteile zu ermöglichen und das Einwachsen von Blutgefäßen zu fördern werden die Rissstellen vor der Naht mit mikrochirurgischen Instrumenten behandelt. (sog. Anfrischen). 

Im Falle eines kleinen Risses und bei gleichzeitigem Kreuzbandriss ist dies oft ausreichend und wird als indirekte Naht angesehen. Bei einer isolierten Meniskusverletzung oder einem größeren Riss wird eine direkte Meniskusnaht durchgeführt, indem die Riss-Enden aneinander genäht werden.

Meniskusersatz

Wurde bei einem jungen Patienten frühzeitig der Meniskus zu großen Teilen entfernt, ist eine Meniskustransplantation oder ein Meniskusersatz zu diskutieren. Durch das Fehlen des Meniskus kann es verfrüht zu einer Arthrose kommen. Die Operation dient zum Hinauszögern der Arthroseentstehung und ihr Erfolg ist eng mit gesundem vorhandenen Knorpel, intakten Bandverhältnissen und physiologischer Beinachse verbunden. 

Die Implantate werden intraoperativ zugeschnitten, damit sie genau in den vorbereiteten Defekt passen. Dann wird das gewählte Implantat eingenäht und muss über mehrere Wochen einheilen. 

Hierdurch soll der Schmerz vermindert werden und der degenerative Prozess wird möglicherweise unterbrochen. Aufgrund der sehr strengen Indikationsstellung wird diese Form der Meniskusoperation insgesamt eher selten durchgeführt.