Klinikum Mutterhaus Mitte

 

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Patellainstabilität

Symptome

Der Patient gibt bei einer Patella-Luxation meist einen vorderen Knieschmerz an. Meist ist der Patient bei der Erstvorstellung sehr beängstigt, da er noch unter den Folgen dieser Verletzung leidet. Das Gefühl einer Kniescheibenverrenkung ist ein prägendes Ereignis.

Aufbau und Funktion der Kniescheibe (Patella)

Die Kniescheibe (Patella) ist ein frei laufender „Knochen“ für die Strecksehne des Oberschenkels.

Sie ist nur an Sehnen, Muskeln und Bändern aufgehängt und besitzt keine knöcherne Führung. Sie gleitet in einer Rinne des Oberschenkelknochens (sog. Gleitlager, Trochlea). Bei anlagebedingter Fehlform oder bei Veränderung des Muskelgleichgewichts (z. B. nach Operationen) ist sie anfällig für Beschwerden und Verletzungen.

Ursachen

1. Habituelle (anlagebedingte) Patella-Luxation

Bei der habituellen Patella(sub)luxation tritt die Instabilität der Kniescheibe anlagebedingt durch eine zu flache Form des Gleitlagers oder schwache Haltebänder und Muskeln der Kniescheibe und Kniegelenkkapsel auf.

2. Traumatische (unfallbedingte) Patella-Luxation

Bei der traumatischen Patella-Luxation tritt als Unfallfolge nach Verrenkung (Luxation zur Außenseite) die Instabilität auf.

Folge

An der Kniescheibe und in ihrem Gleitlager kann es zu einer Minderdurchblutung und zum Absterben von Knochenarealen kommen. Der darüberliegende Knorpel wird in fortgeschrittenem Stadium mit zerstört.

Therapien

Konservative Therapie

In Abhängigkeit vom Ausmaß bestehender Formanweichungen des Kniegelenkes und der Verletzungsfolgen, kann zunächst ein konservativer Behandlungsversuch durchgeführt werden. 

Die Übungen sollen vor allem eine Kräftigung des M. vastus medialis in Beinstreckung bewirken. Wichtig ist in jedem Fall die Kooperation des Patienten. Die Behandlung kann nur dann Erfolg haben, wenn über einen längeren Zeitraum von mindestens drei bis sechs Monaten die Übungsprogramme konsequent durchgeführt werden. Eine längerfristige Immobilisierung oder Entlastung sollten in jedem Fall vermieden werden.

Operative Versorgung

Ist die alleinige konservative Behandlung nicht erfolgreich, sind operative Maßnahmen zu überdenken.

Unfallbedingte Patellaluxationen:

Operative Verfahren sind bei Knorpel-Absprengungen sowie ausgedehnten Rupturen eines Haltebandes der Kniescheibe (MPFL = mediales patello-femorales Ligament) notwendig. Ein Anheften eines ausgesprengten Knorpel-Knochenfragmentes gelingt meist über einen kleinen Hautschnitt mit bioresorbierbaren Ankern. Eine Naht der Gelenkkapsel kann in gleicher Weise arthroskopisch versorgt werden. Der Ersatz des gerissenen MPFL ist biomechanisch zur Wiederherstellung der Patellafunktion notwendig und wird mit körpereigenem Sehnenmaterial aus der Oberschenkelinnenseite ähnlich wie beim Kreuzbandersatz über einen minimal-invasiven Eingriff durchgeführt.

Anlagebedingte Patellaverrenkungen:

Abhängig von der Ursache und der festgestellten Schäden ist eine Korrekturoperation notwendig. Eine Kapselspaltung und/oder mediale Raffung der Kniegelenkkapsel sind Optionen. 

Die Versetzung eines Knochenstückes am Unterschenkel nach innen stellt bei Knorpelschäden an der Kniescheibe oder knöchernem Seitversatz der Kniescheibe eine weitere Operationsform dar. Es wird hierbei der Ansatz des Kniescheibenbandes (Patellarsehne) am Unterschenkel knöchern abgelöst und etwa 1-2 cm weiter zur Innenseite hin wieder angeschraubt.