Klinikum Mutterhaus Mitte

 

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Verschleiß des Schultergelenkes

Unter der Arthrose des Schultergelenkes versteht man den zunehmenden Verschleiß der Schulter.

Symptome

Der Verschleiß des Schultergelenkes führt zu Schmerzen und mit der Zeit auch zu Bewegungseinschränkungen.

Therapie

Im Vordergrund stehen stets zunächst die konservativen Therapien. Von der Einnahme von Medikamenten (entzündungshemmend, schmerzlindernd) und der Durchführung von Krankengymnastik gibt es verschiedene Optionen.

Sind die Schmerzen des Schultergelenkes mit konservativen Behandlungsmethoden nicht zu beherrschen, wird die Implantation einer Schultergelenksprothese notwendig.

Nach dem Hüftgelenk und dem Kniegelenk werden im Schultergelenk heute die meisten Endoprothesen eingebaut. Die Tendenz ist steigend. Die Entwicklung der Schulterprothese hat in den letzten 15 Jahren Quantensprünge erfahren. Die Haltbarkeit der Schulterendoprothesen lassen sich mittlerweile mit denen der Hüftprothesen und Knieprothesen vergleichen. 95% der Schulterendoprothesen funktionieren 10 Jahre und 80% 15 Jahre nach Implantation noch gut. Es existieren verschiedene Modelle, die in Abhängigkeit vom Alter des Patienten, der Knorpelschädigung, der Knochenstruktur, der Rotatorenmanschette etc. Verwendung finden.

Prothesentypen

Humerusoberflächenersatz

Ist die "normale" Schulteranatomie nicht wesentlich durch die Arthrose verändert und die Rotatorenmanschette intakt bzw. reparabel, kann ein Humerusoberflächenersatz eingesetzt werden. Dies eignet sich insbesondere bei jungen Patienten, die ein knochenerhaltendes Implantat benötigen. Die Kappen-Prothese findet aber auch bei älteren Patienten Verwendung, wenn die oben beschriebenen Vorraussetzungen gegeben sind. Hierbei wird nicht das gesamte Schultergelenk (Oberarmkopf und Gelenkpfanne) ausgetauscht, sondern lediglich der Oberarmkopf mit einer Kappe "überkront". 
Die normale Anatomie wird wiederhergestellt, der Knochenverlust ist minimal. 

Schulterhemiprothese und Schultertotalendoprothese

Ist die Schulteranatomie durch die Arthrose oder z. B. einen Oberarmkopfbruch stark verändert, kann bei intakter Sehnenplatte (Rotatorenmanschette) und guter Knochenqualität eine Kalottenersatzprothese oder Schaftprothese eingesetzt werden. In Abhängigkeit von der Pfannensituation wird eine Hemiprothese (Kopfersatz) oder eine Totalprothese (Kopf- und Pfannenersatz) implantiert.

Inverse Delta-Schulterprothese

Viele Patienten konsultieren unsere Praxis mit einer besonderen Form der Schultergelenksarthrose, der sogenannten Defektarthropathie. Dabei handelt es sich um eine Verformung des Oberarmkopfes mit fixiertem Hochstand aufgrund einer unbehandelten Rotatorenmanschettenruptur. Bei diesem Erkrankungsbild kann die Gelenkstabilität mit einem ausreichenden Bewegungsumfang durch eine herkömmliche Schulterprothese häufig nicht vollständig wiederhergestellt werden.

Es wird die Implantation einer sogenannten „Inversen Schulterprothese“ notwendig. Mit dieser Prothese wird das anatomische Verhältnis zwischen Schulterblatt und Oberarmkomponente umgekehrt, so dass das Drehzentrum zur Körpermitte und nach unten verlagert wird.

Durch diese Technik wird es dem Patienten ermöglicht den Arm wieder anheben zu können.