Klinikum Mutterhaus Mitte

 

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Ernähren nach der OP

Chirurg und/oder Ernährungsberater beraten Sie, wie Sie künftig essen sollen und machen Sie mit dem veränderten Lebensstil und den neuen Eßgewohnheiten vertraut. Es ist außerordentlich wichtig, daß Sie sich nach der Operation genau an diese Anweisungen für Essen und Trinken halten.

Besonders in den ersten Wochen ist es wichtig, den "kleinen" Magen über dem Band nicht unnötig zu dehnen, denn die neue Magenstruktur muß sich erst an die veränderte Situation anpassen. Der Anpassungsprozeß dauert rund einen Monat.

Die ersten vier Wochen

  • Klare Brühe oder Suppe – keine dicke Suppe, keine Suppe mit Gemüse- oder Fleischeinlage 
  • Joghurt – besonders dünne und fettarme Sorten 
  • Milch – am besten entrahmte Milch 
  • Obst – Saft oder weiche Früchte wie Pfirsiche, Bananen, weiche Birnen

In den ersten vier bis sechs Wochen nach der Operation wird keine Gewichtsabnahme angestrebt. In dieser Zeit soll sich der Magen der veränderten Situation anpassen. Nach und nach können Sie zu fester Nahrung übergehen. In dieser Zeit dürfen Nahrungsmittel verzehrt werden (nach Vorgabe des Ernährungsberaters), auf die später eventuell verzichtet werden muß, weil sie zu viele Kalorien enthalten.

Normal essen

Nach vier Wochen kontrolliert der Chirurg erneut Sitz und Position des schwedischen Magenbandes. Ist alles in Ordnung, können Sie Schritt für Schritt Ihre Ernährung normalisieren. Zunächst beginnen Sie mit dickeren Suppen. Während dieser Phase können bestimmte Produkte wie beispielsweise Brot, Rind- oder Lammfleisch und Reis noch Beschwerden verursachen. Statt dessen sollten Sie leichtverdauliches Huhn, Kalbfleisch oder Fisch wählen.

Sobald Sie problemlos feste Nahrung verzehren können, ist es an der Zeit, mit der grundsätzlichen Ernährungsumstellung zu beginnen. Verzichten Sie ab sofort auf kalorienreiche Getränke. Beschränken Sie sich auf Brühe, Tee und Kaffee (ohne Zucker) und Mineralwasser.

Zehn wichtige Regeln

Die nachstehend aufgeführten "10 wichtigen Regeln" für Essen, Trinken und Bewegung verhelfen Ihnen zum Erfolg. Entscheiden ist Ihr Wille, ein neues Essverhalten zu erlernen in Verbindung mit dem schwedischen Magenband.

  • Drei kleine Mahlzeiten pro Tag. Nicht mehr.
  • Langsam essen und gut kauen (jeden Bissen etwa 15-20 Mal kauen).
  • Essen beenden bei Sättigungsgefühl.
  • Während des Essens nicht trinken.
  • Keine Zwischenmahlzeiten.
  • Nur frische Nahrungsmittel essen.
  • Nahrungsmittel mit hohem Faseranteil meiden.
  • Ausreichende Flüssigkeit zwischen den Mahlzeiten.
  • Ausschließlich kalorienarme Getränke.
  • Minimum 30 Minuten Bewegung pro Tag.

Regel 1: Drei kleine Mahlzeiten pro Tag. Nicht mehr

Durch das Band kann Ihr Magen nur noch den Inhalt eines kleinen Joghurtbechers aufnehmen. Essen sie mehr, wird Ihnen übel. Essen Sie regelmäßig zu viel, überdehnt sich der kleine Restmagen und die Wirkung der Operation ist aufgehoben. Darüber hinaus führt häufiges Erbrechen zu Komplikationen. Finden Sie heraus, wie viel Ihr Magen aufnehmen kann und muten Sie ihm nicht mehr zu.

Regel 2: Langsam essen und gut kauen

Die aufgenommene Nahrung kann nur dann in die Öffnung des kleinen Restmagens rutschen, wenn sie in sehr kleine Stücke zerkaut wurde. Deshalb muß jeder Bissen sehr gut durchgekaut werden. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit zum Essen.

Regel 3: Essen beenden bei Sättigungsgefühl

Sobald der Magen voll ist, erhält der Körper das Signal: ?Ausreichend Nahrung im Magen?. Dann tritt ein Sättigungsgefühl ein. Dennoch dauert es noch einige Zeit, bis Sie sich dieses Gefühls bewußt sind. Üben Sie diese Wahrnehmung und hören Sie sofort auf zu essen.

Regel 4: Während des Essens nicht trinken

Das schwedische Magenband verhindert, dass Sie zu viel essen. Wenn Sie parallel zum Essen trinken, verflüssigt sich die Nahrung. Dies schränkt die Wirkung des schwedischen Magenbandes stark ein. Warten Sie ein bis zwei Stunden nach der Mahlzeit mit dem Trinken. Auf diese Weise bleibt auch das Sättigungsgefühl lange erhalten.

Regel 5: Keine Zwischenmahlzeiten

Nach einer Mahlzeit sollten Sie bis zur nächsten Mahlzeit nichts essen. Zwischenmahlzeiten sind einer der Hauptgründe, wenn Sie nicht ausreichend abnehmen trotz schwedischem Magenband. Oberstes Gebot: Gewöhnen Sie sich Zwischenmahlzeiten ganz schnell ab.

Regel 6: Nur frische Nahrungsmittel essen

Durch das Band können Sie nur noch kleine Nahrungsmengen essen. Deshalb ist eine gesunde Ernährung besonders wichtig. Eiweiß- und vitaminreiche Nahrung wie frisches Gemüse, Obst, Fleisch und Getreideprodukte sind optimal. Meiden Sie fett- und zuckerreiche Lebensmittel. Essen Sie Äpfel oder Orangen und verzichten Sie auf fertige Fruchtsäfte. Fragen Sie Ihren Arzt oder Ernährungsberater, ob Sie Vitamin-Ergänzungspräparate einnehmen sollen.

Hinweis:Feste Nahrung ist wichtiger als flüssige. Wenn Sie nur flüssige Nahrung zu sich nehmen, hat die Operation wenig oder gar keine Wirkung, denn die Flüssigkeit fließt direkt durch den Magen und verursacht kein Sättigungsgefühl.

Regel 7: Nahrungsmittel mit hohem Faseranteil meiden

Nahrungsmittel mit einem hohen Faseranteil wie z.B. Spargel können die eingeschränkte Magenöffnung verstopfen. Faserhaltige Nahrung kann nicht ausreichend zerkaut werden und auch der Speichel spaltet die Nahrung nicht ausreichend auf. Verzichten Sie deshalb auf Nahrungsmittel mit hohem Faseranteil. Möchten Sie dennoch gelegentlich Spargel essen, zerschneiden Sie den Spargel vorher in sehr kleine Stücke.

Regel 8: Ausreichende Flüssigkeit zwischen den Mahlzeiten

Gerade weil Sie zu den Mahrzeiten nichts trinken sollen, müssen Sie darauf achten, zwischen den Mahrzeiten ausreichend zu trinken. Normal sind 1,5 bis 2 Liter.

Regel 9: Ausschließlich kalorienarme Getränke

Getränke, auch kalorienhaltige Getränke, können den durch das Band verengten Magen ungehindert passieren. Wenn also weiterhin kalorienreiche Getränke konsumiert werden, tritt kaum ein Gewichtsverlust ein, selbst wenn man sich sonst an die Diät hält. Deshalb sind nur folgende Getränke erlaubt: Wasser, Mineralwasser, Tee oder Kaffee ohne Milch und Zucker, kalorienarme oder kalorienfreie Erfrischungsgetränke.

Regel 10: Minimum 30 Minuten Bewegung pro Tag

Diese Regel ist ebenso wichtig wie die neun vorangegangenen. Neben einer guten, kalorienarmen Kost ist auch körperliche Bewegung wichtig. Verbrauchte Kalorien setzen sich nicht auf Hüften und Bauch. Körperliche Bewegung trägt insgesamt zur Verbesserung des Gesundheitszustandes bei. So lange Sie noch starkes Übergewicht haben, ist es mühsamer sich zu bewegen. Aber je mehr Gewicht Sie verlieren, desto leichter fällt es Ihnen. Beginnen Sie mit einem einfachen Programm: Spazierengehen oder Schwimmen. Bauen Sie das Bewegungstraining auf mit Radfahren, Joggen und Aerobic.

Wichtig: Fragen Sie immer Ihren Arzt, welche Art von körperlicher Bewegung gut für Sie ist und wie hoch Sie sich belasten dürfen.

Ernährung

Stellen Sie jeden Tag Ihre Nahrung aus folgenden Lebensmittelgruppen zusammen:

1. Obst und Gemüse

  • 2-3 Sorten frisches Gemüse pro Tag 
  • 1-2 Sorten frisches Obst pro Tag

2. Brot und Getreideprodukte

  • 1 kleine Portion Cornflakes zum Frühstück 
  • 1-2 Scheiben Brot pro Tag (Vollkorn-und Roggenbrot) 
  • Auf Wunsch etwas Margarine oder Butter auf das Brot streichen

3. Fleisch / Fisch / Geflügel / Eier

  • 30-45 g Fleisch, Fisch oder Geflügel oder ein Ei pro Tag  
  • Sichtbares Fett vollständig vom Fleisch entfernen.
  • Haut vom Geflügel abziehen.
  • Wählen Sie eine fettarme Zubereitungsart: Grillen, Dämpfen, Garen in der Mikrowelle oder schonend Kochen.

4. Milchprodukte

  • Milch und Joghurt gelten als Kalorien in flüssiger Form und sollten vermieden werden obwohl diese Nahrungsmittel aufgrund ihres Calciumgehaltes Bestandteil einer gesunden Ernährung sind. Erlaubt sind maximal 500 ml entrahmte Milch oder fettarmer Joghurt und 30 g Käse pro Tag.

5. Fette

  • Fettverzehr einschränken auf 3-4 Teelöffel Margarine, Butter oder Öl pro Tag. Erlaubt sind fettarme Salatdressings und Mayonnaisen in mäßiger Menge.

6. Getränke

  • Keine Beschränkung bei kalorienfreien Getränken. 

  • Geeignete Getränke sind: 

    • Tee oder Kaffee 
    • (Mineral-) Wasser 
    • kalorienarme oder kalorienfreie Erfrischungsgetränke 
    • klare Brühe

Diese Nahrungsmittel meiden!

Zucker und Nahrungsmittel mit hohem Zuckeranteil wie Erfrischungsgetränke, Sirup, Kuchen, Kekse, Süßigkeiten, Konfitüre, Marmelade und Honig haben nur wenig Nährwert. Auch Schokolade, Pommes Frites, Pasteten und Gebäck sollten Sie vermeiden. Ebenso alkoholische Getränke wie Bier, Wein, Likör, Portwein, Sherry, Cocktails und Sekt. Sie alle enthalten leere Kalorien und haben in einer Diät nichts zu suchen.

Gewichtsverlust

Der durchschnittliche Gewichtsverlust durch das schwedische Magenband beträgt bis zu zwei Drittel des Übergewichts.

Beispiel: Nehmen wir einmal an, Sie wiegen im Moment 160 kg. Das Idealgewicht für Ihre Körpergröße liegt bei ca. 70 kg. Das heißt, Sie wiegen 90 kg zu viel. Zwei Drittel davon sind 60 kg. Mit Hilfe des schwedischen Magenband-Systems können Sie diese Gewichtsmenge verlieren. Ihr Gewicht würde sich dadurch auf 100 kg verringern. Manche Patienten verlieren mehr Gewicht als andere, andere wiederum verlieren weniger Gewicht.

Wie das Beispiel zeigt, erreichen Sie Ihr Idealgewicht nur dann, wenn Sie zur gleichen Zeit eine konsequente Ernährungsumstellung durchführen und sich immer mehr bewegen, so wie sie Schritt für Schritt Übergewicht abbauen.

Versagen

Bei Auftreten unvorhergesehener medizinischer Probleme kann das Band chirurgisch entfernt werde, z. B. wenn die Gewichtsabnahme zu gering ist oder sich der Patient an die neuen Essgewohnheiten nicht gewöhnen kann. Der Magen nimmt wieder seine ursprüngliche Form an. Auch der Verdauungstrakt arbeitet meist wieder normal. Das heißt aber auch, dass der Patient wieder an Gewicht zunimmt, insbesondere, wenn er zu alten Essgewohnheiten und zum alten Lebensstil zurückkehrt.

Entfernung

Das Magenband verbleibt normalerweise lebenslang im Körper. In seltenen Fällen kann es notwendig sein, das Band wieder zu entfernen. Dies geschieht auf dem gleichen Weg, wie es eingesetzt wurde: mit der Schlüsselloch Technik. Das Band ist aus einem Spezialmaterial hergestellt. Deshalb besteht nur eine geringe Möglichkeit, dass das Band in den Magen und das umliegende Gewebe einwächst.