Klinikum Mutterhaus Mitte

 

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Magen

Welche Funktion hat der Magen?

Der Magen schließt sich der Speiseröhre als Erweiterung des Verdauungstraktes an. Er liegt im Oberbauch unterhalb des Zwerchfells als ein Hohlorgan, dessen Funktion darin besteht, den ankommenden Speisebrei zu durchmischen, ihn für längere Zeit zu speichern und langsam in den Darm abzugeben.

In der Magenschleimhaut befinden sich säurebildende Zellen und sekretbildende Drüsen, die Verdauungssäfte produzieren.

Außerdem bilden Schleimhautzellen auch einen Schleim zum Schutz der Schleimhaut vor der aggressiven Säure.

Was sind die häufigsten Erkrankungen?

Magengeschwüre und Geschwülste des Magens entwickeln sich meist in der Schleimhaut und gehen zu 95% vom Drüsengewebe aus.

Was sind die typischen Krankheitszeichen?

Die häufigsten durch Magenerkrankungen ausgelösten Beschwerden sind Nahrungsunversträglichkeit, Abneigung gegen Fleisch, Appetitlosigkeit, Druck- oder Völlegefühl, Aufstoßen oder Schmerzen im Oberbauch. Erbrechen, ungewollter Gewichtsverlust, Teerstuhl (von Blut schwarz gefärbt), Bluterbrechen und Leistungseinschränkungen können auch durch Magenerkrankungen hervorgerufen werden.

Welche Untersuchungen sind zur Diagnosestellung erforderlich?

Die überwiegende Zahl der notwendigen Untersuchungen sind für den Patienten wenig belastend.

Hierbei können durch die Spiegelung des Magens (Endoskopie) mit der Entnahme einer Gewebeprobe, eine Röntgenkontrastuntersuchung und eine Computertomographie des Bauchraums sowie eine Ultraschalluntersuchung fast immer eine Diagnose gestellt werden.

Welches Ziel hat die chirurgische Behandlung?

Das Hauptziel der chirurgischen Therapie muss die vollständige Entfernung des Tumors mit Entfernung der Lymphknoten im Lymphabflussgebiet des Tumors sein. Falls erforderlich müssen auch benachbarte Organe mit entfernt werden.

Neben der Heilung von der Erkrankung kann eine chirurgische Therapie in Kombination mit anderen Behandlungsverfahren wie z.B. der Chemotherapie oder Bestrahlung sinnvoll sein.

Diese können dann zur Verbesserung der Lebensqualität bei ausgeprägten Schmerzen oder schweren Schluckbeschwerden eingesetzt werden.

Was ist zur Operationsvorbereitung erforderlich?

Bei geplanten Operationen ist die optimale Vorbereitung des Patienten für einen komplikationslosen Verlauf sehr wesentlich.

Dazu gehören eine weitgehende Verbesserung des oft reduzierten Allgemeinzustandes und eine präoperative physikalische Therapie zum Training und zur Verbesserung der Lungenfunktion.

Daneben gehört zur Vorbereitung der Operation eine vollständige Stuhlentleerung des Darmes spätestens am Vortag der Operation.

Ausserdem wird die Bauchhaut mit Hilfe einer Creme von Haaren befreit.

Welche Operation wird duchgeführt?

Die Wahl des Operationsverfahrens ist von der Lage des Tumors abhängig. Bei wenigen Tumoren, die im unteren Teil des Magens, am Übergang zum Magenausgang gelegen sind, kann ein kleiner Teil des Magen bestehen bleiben.

Die meisten Magenkarzinome müssen jedoch durch eine komplette Magenentfernung behandelt werden.

Zur Wiederherstellung der Nahrungspassage wird der Dünndarm mit dem unteren Ende der Speiseröhre verbunden.

Es stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, die individuell für jeden Patienten ausgewählt werden.

Welche Komplikationen sind möglich?

Die Verbindungsnaht zwischen Speiseröhrenende und Dünndarm (Anastomose) kann brüchig werden (Anastomoseninsuffizienz) und dadurch eine Entzündung des Bauchfells verursachen.

Des weiteren sind alle Komplikationen, die grundsätzlich im Rahmen einer Operation auftreten können, wie Blutung, Verletzung von umliegenden Strukturen, Thrombose oder Embolie, möglich.

Die Beschwerden nach der Magenentfernung im Zusammenhang mit der Verdauung werden sehr unterschiedlich empfunden. Aufgrund der fehlenden Reservoirfunktion kann es zu Sturzentleerungen der Speise in den Dünndarm kommen, die Schwindel, Unwohlsein, Schwitzen und Durchfälle nach sich ziehen können. Aus diesem Grund ist es notwendig, mehrere kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen.

Weitere Komplikationen, die bei jedem Eingriff auftreten können sind Nachblutungen, Verletzungen von Nachbarorganen, Darmabknickungen und Verwachsungen.

Welche Nachbehandlung ist erforderlich?

Die feingewebliche Untersuchung des entnommenen Magengewebes dauert etwa eine Woche. Anhand der Ergebnisse dieser Untersuchung wird mit jedem Patienten festgelegt, ob eine weitere medikamentöse Behandlung der Erkrankung durch einen internistischen Spezialisten für Geschwulsterkrankungen sinnvoll ist, um die Aussicht auf eine dauerhafte Heilung zu erhöhen.

Eine spezielle Nachbehandlung der Wunde ist in der Regel nicht erforderlich.

 Auf Wunsch kann für jeden Patienten mit einer Krebsgeschwulst über den Sozialdienst des Mutterhauses ein Kurantrag gestellt werden.

Wie verläuft die Nachbehandlung, wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt?

Nach der Operation werden die meisten Patienten für zwei bis drei Tage auf der Intensivstation betreut, selten länger.

Noch im Operationssaal oder auf der Intensivstation wird der Schlauch, der vom Narkosearzt zur künstlichen Beatmung während der Operation eingeführt wurde, entfernt. Weitere Schläuche dienen zur Ableitung von Wundsekret aus dem Bauchraum (Drainagen), verhindern das postoperative Erbrechen (Magensonde) und dienen zur Ableitung von Urin aus der Blase (Urinkatheter). Diese Schläuche sind nicht schmerzhaft und werden nach der Operation so schnell wie möglich entfernt.

Solange der Patient nicht essen und trinken kann, wird die Flüssigkeitszufuhr durch Infusionen sichergestellt. Zum Ausmaß der Nahrungsaufnahme erhält jeder Patient eine individuelle Beratung durch den behandelnden Arzt und die Diätassistentin des Mutterhauses. Um Schmerzen nach dem Eingriff zu vermeiden, erhält jeder Patient eine speziell adaptierte Schmerztherapie. Wichtig ist in dieser Phase die aktive Teilnahme des Patienten am Genesungsprozess. Jeder Patient sollte sich so viel wie möglich außerhalb des Bettes aufhalten, d. h. im Stuhl sitzen und umherlaufen. Zur Vermeidung einer Thrombose oder Embolie werden Kompressionsstrümpfe und Heparininjektionen erforderlich. Die Hautnaht kann in der Regel nach zehn Tagen entfernt werden. Dies wird bei einigen Patienten auch durch seinen Hausarzt durchgeführt, da die Entlassung bei einem optimalen Verlauf bereits noch vor Entfernung der Hautfäden erfolgen kann.