Klinikum Mutterhaus Mitte

 

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Appendix

Was ist der Wurmfortsatz und welche Funktion hat er?

Der Wurmfortsatz (Appendix vermiformis) ist eine wurmförmige Ausstülpung am Anfang des Dickdarmes, der an dieser Stelle Blinddarm (Zoekum) heißt und im rechten Unterbauch liegt. Beim gesunden Menschen trägt der Wurmfortsatz zur lokalen Immunabwehr im Darmbereich bei.

Der Wurmfortsatz kann ohne Folgen für den Patienten entfernt werden.

Was sind die häufigsten Erkrankungen der Appendix?

Die häufigste Erkrankung des Wurmfortsatzes ist die Entzündung (Appendizitis), die umgangssprachlich Blinddarmentzündung genannt wird, obwohl sie fast immer nur den Wurmfortsatz und nur sehr selten den Blinddarm selber betrifft.

Die akute Appendizitis ist die häufigste Ursache für eine operative Eröffnung der Bauchhöhle. Andere Erkrankungen der Appendix sind sehr selten.

Insbesondere wiederholt auftretende, rechtsseitige Unterbauchschmerzen für die sich keine weiteren Ursachen finden lassen, können manchmal auf einen chronisch entzündeten Wurmfortsatz oder Veränderungen der Nerven im Wurmfortsatz (sog. neurogene Appendikopathie) zurückzuführen sein.

Sehr selten treten gutartige oder bösartige Geschwülste des Wurmfortsatzes auf. Die Behandlung dieser seltenen Geschwülste des Wurmfortsatzes wird individuell in enger Zusammenarbeit mit den internistischen Fachärzten für Magen-Darmerkrankungen, Erkrankungen der Hormondrüsen oder Geschwulstspezialisten des Mutterhauses festgelegt.

Was sind typische Krankheitszeichen der akuten Blinddarmentzündung?

Typische Symptome dieser Erkrankung sind eine Empfindlichkeit im Bauchraum, Übelkeit und Erbrechen. Die Beschwerden verlagern sich häufig in den rechten Unterbauch und die Schmerzen nehmen zu. Appetitlosigkeit, Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl sind weitere Symptome.

Bei der Untersuchung des Patienten fällt vor allem der typische Druckschmerz im rechten Unterbauch auf. Lagevariationen des Wurmfortsatzes und untypische Symptome können die Diagnose der akuten Appendizitis sehr erschweren.

Welche Untersuchungen sind zur Diagnosestellung bei einer Blinddarmentzündung erforderlich?

Die Diagnose wird vor allem aufgrund der geschilderten Beschwerden des Patienten und aufgrund der körperlichen Untersuchung durch den Chirurgen gestellt.

Obligat sind zusätzlich aber Blutuntersuchungen, die typischerweise eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen als Hinweis auf eine Entzündung zeigen.

Zur endgültigen Diagnosestellung ist manchmal aber auch eine Ultraschalluntersuchung oder eine körperliche Untersuchung durch einen Gynäkologen oder Urologen erforderlich.

Welches Ziel hat die chirurgische Behandlung?

Die einzige Art der erfolgreichen Behandlung der akuten Appendizitis ist die operative Entfernung des entzündeten Wurmfortsatzes (Appendektomie).

Welche Operation wird durchgeführt?

Die Appendektomie ist eine der häufigsten chirurgischen Operationen überhaupt und erfolgt immer in Vollnarkose. Dabei wird der Wurmfortsatz an seiner Basis unterbunden und entfernt.

Prinzipiell kann diese Operation durch einen kleinen Hautschnitt im rechten Unterbauch oder in der sogenannten minimal-invasiven Technik unter video-endoskopischer Kontrolle über drei kleinere Schnitte durchgeführt werden.

Welche Operationstechnik sinnvoll ist, entscheidet der behandelnde Chirurg bei jedem Patienten individuell.

Welche Komplikationen sind nach einer Appendektomie möglich?

Postoperative Komplikationen sind nach einer Entfernung des Wurmfortsatzes selten. Neben den allgemeinen Risiken und Komplikationen, die bei jedem operativen Eingriff auftreten können, wird vom behandelnden Arzt besonders auf Zeichen einer Infektion und Vereiterung der Wunde oder einer Entzündung im Bauchraum geachtet.

Diese Entzündungen sind in den meisten Fällen harmlos und können fast immer ohne weitere Operationen beherrscht werden. Nur nach schweren und weit fortgeschrittenen Blinddarmentzündungen oder bei immungeschwächten Patienten sind in vereinzelten Fällen mehrere Operationen zur erfolgreichen Behandlung der Erkrankung erforderlich.

Wie verläuft die Nachbehandlung, wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt?

Nach der Operation hat der Patient meist rasch weniger Schmerzen als vor dem Eingriff.

Noch am Operationstag darf der Patient aufstehen und umherlaufen. Am folgenden Tag darf er auch Tee trinken oder in Absprache mit dem Operateur feste Speisen zu sich nehmen.

Ein eventuell während der Operation eingelegter Silikonschlauch zur Ableitung von Wundflüssigkeit kann meist innerhalb weniger Tage entfernt werden.

Die Hautnaht kann in der Regel nach zehn Tagen entfernt werden. Dies wird oftmals durch den Hausarzt durchgeführt, da die Patienten häufig bereits nach drei bis fünf Tagen aus der stationären Behandlung entlassen werden können.