Klinikum Mutterhaus Mitte

 

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Milz

Welche Funktion hat das Organ?

Die Milz ist etwa 4x7x11 cm groß und liegt unter den Rippen verborgen im linken Oberbauch.

Die Milz erkennt überalterte Blutzellen, filtert sie aus dem Blut und baut sie ab. Die Milz speichert bis zu 30% der im Körper befindlichen weißen Blutkörperchen.

Darüber hinaus werden in der Milz Blutplättchen gespeichert. Diese werden bei erhöhtem Bedarf, z. B. bei einer Blutung, von der Milz ausgeschüttet. Die Blutplättchen spielen bei der Blutgerinnung eine entscheidende Rolle.

Die Milz kann auch kleine Blutgerinnsel erkennen und abbauen.

Was sind die häufigsten Erkrankungen?

Zu den häufigsten Erkrankungen der Milz zählen die Milzzysten, die Milzverletzungen und die mit einer Vergrößerung des Organs verbundenen Erkrankungen des Blutes, rheumatische Erkrankungen, akute und chronische Infektionskrankheiten.

Was sind typische Krankheitszeichen?

Ein Milzriss, meist durch eine Bauchverletzung (z. B. bei einem Verkehrsunfall) verursacht, führt zu schweren inneren Blutungen, die zu Kreislaufzusammenbruch und Bauchschmerzen führen können.

Erst wenn sich die Milz bei chronischen Erkrankungen um mehr als das Doppelte vergrößert hat, ergeben sich Beschwerden aus der Verdrängung des Magens oder Darmes.

Eine Milz ist tastbar, wenn sich das ursprüngliche Gewicht auf über 300 g verdoppelt hat. Die Beschwerden ergeben sich aus der Verdrängung des Magens oder von Darmanteilen.

Im Blutbild findet sich ggf. eine Abnahme der roten und weißen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen.

Welche Untersuchungen sind zur Diagnosestellung erforderlich?

Neben einer ausführlichen Befragung und körperlichen Untersuchung erfolgt eine Blutabnahme zur Untersuchung der Zahl der Blutkörperchen und Blutplättchen.

Als weitere diagnostische Maßnahme sollte eine Ultraschalluntersuchung oder eine Computertomographie durchgeführt werden.

Besteht aufgrund der Blutuntersuchung Verdacht auf eine Erkrankung der weißen Blutkörperchen (Leukämie), wird eine Knochenmarkuntersuchung durchgeführt.

Welches Ziel hat die chirurgische Behandlung?

Bei einer Verletzung der Milz (Milzzerreißung) muss aufgrund der erheblichen Blutung zuerst die rasche und sichere Blutstillung gewährleistet werden.

Gleichzeitig müssen Mitverletzungen anderer innerer Organe ausgeschlossen werden.

Bei Erkrankungen der Milz selbst oder der blutbildenden Organe kann eine planmäßige Entfernung der Milz erforderlich werden.

Was ist zur Operationsvorbereitung erforderlich?

Bei einer Milzverletzung durch einen Unfall ist eine Vorbereitung nicht möglich, der Eingriff muss unverzüglich erfolgen, um die Blutung zu stillen.

Voraussetzung für eine komplikationslose Heilung nach geplanten Operationen an der Milz ist eine sorgfältige Vorbereitung des Patienten. Dazu gehört neben allgemeinen Maßnahmen zur Verbesserung der Herz- und Lungenfunktion (Verzicht auf Zigarettenrauchen, Atemübungen mit speziellem Atemtrainer, Treppensteigen) vor allem die Stuhlentleerung aus dem Dickdarm. Dies geschieht spätestens am Vortag der Operation.

Außerdem wird die Bauchhaut mit Hilfe einer Creme von Haaren befreit.

Welche Operation wird durchgeführt?

Es besteht die Möglichkeit, die Milz über einen Schnitt offen chirurgisch oder aber mittels Schlüsselloch-Technik zu operieren oder zu entfernen.

Bei Milzverletzungen ist das Ziel immer die schnelle Blutstillung und falls möglich der Erhalt des Organs. Oberflächliche Verletzungen des Milzgewebes können z. B. durch Gewebeklebung therapiert werden. Tiefere Einrisse des Milzgewebes können durch Naht in Kombination mit lokalen Blutstillungsmaßnahmen erfolgreich behandelt werden.

Bei der völligen Zerstörung des Organs und bei schweren Begleitverletzungen ist nach wie vor die Milzentfernung die Methode der Wahl.

Welche Komplikationen sind möglich?

Alle möglichen Komplikationen und das Risiko ihres Auftretens werden mit dem Patienten vor der Operation ausführlich besprochen. Über den unmittelbaren Erfolg der Operation entscheidet, ob die Wunden problemlos verheilen.

Da auch bei der Operation ohne Eröffnung des Magens oder des Darmes immer noch Bakterien in die Wunde und die Bauchhöhle gelangen können, achten die Stationsärzte nach der Operation besonders auf die Zeichen einer Wundinfektion.

Weitere Komplikationen, die bei jedem Eingriff an einem Organ der Bauchhöhle auftreten können, sind Nachblutungen oder Verletzungen von Nachbarorganen.

Werden spezielle Techniken in unserer Klinik durchgeführt?

Bei geeigneten Patienten kann eine Milzoperation unter video-endoskopischer Sicht erfolgen.

Dabei erfolgt der Eingriff durch 2-12 mm kleine Einschnitte unter video-endoskopischer Kontrolle.

Ob die Anwendung der minimal-invasiven Technik sinnvoll ist, entscheidet der behandelnde Chirurg nach Rücksprache mit jedem Patienten individuell.

Wie verläuft die Nachbehandlung?

Nach der Operation werden die meisten Patienten auf der Intensivstation betreut.

Noch im Operationssaal oder auf der Intensivstation wird der Schlauch, der vom Narkosearzt zur künstlichen Beatmung während der Operation eingeführt wurde, entfernt. Weitere Schläuche dienen zur Ableitung von Wundsekret aus dem Bauchraum (Drainagen), verhindern das postoperative Erbrechen (Magensonde) und dienen zur Ableitung von Urin aus der Blase (Urinkatheter). Diese Schläuche verursachen keine Schmerzen und werden nach der Operation so rasch wie möglich entfernt. In Abhängigkeit vom intraoperativen Befund wird der Patient am nächsten Tag auf seine Station verlegt. Er darf bereits Tee trinken und nach Rücksprache mit dem Operateur auch Suppe zu sich nehmen. Der Flüssigkeitshaushalt wird durch Infusionen ausgeglichen. Um Schmerzen nach dem Eingriff zu vermeiden, erhält jeder Patient eine spezielle angepasste Schmerztherapie. Wichtig ist in dieser Phase die aktive Teilnahme des Patienten am Genesungsprozess. Jeder Patient sollte sich so viel wie möglich außerhalb des Bettes aufhalten, d. h. im Stuhl sitzen und umherlaufen. Zur Vermeidung einer Thrombose oder Embolie werden Kompressionsstrümpfe und Heparininjektionen erforderlich.

Die Hautnaht kann in der Regel nach zehnTagen entfernt werden.