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Die ethische Fallbesprechung im Klinikum Mutterhaus

Das Klinikum Mutterhaus hat zur Unterstützung der ethischen Entscheidungsfindung das Instrument der Ethischen Fallbesprechung eingeführt. Sie unterstützt die Entscheidungsträger – in der Regel die behandelnden Ärzte und die Patienten – in ihrer Entscheidungsfindung.

Die ethische Fallbesprechung ist eine klar strukturierte und moderierte Besprechung aller, die konkret an der Behandlung und Versorgung eines Patienten oder einer Patientin beteiligt sind:

  • der behandelnde Arzt bzw. die behandelnden Ärzte
  • die beteiligten Pflegekräfte
  • der zuständige Seelsorger
  • eventuell der Funktionsdienst
  • eventuell der Sozialdienst
  • eventuell andere an der Therapie Beteiligte (z. B. Psychologie, Logopädie, Physio- oder Ergotherapie)
  • eventuell Juristen

In der Regel finden die ethischen Fallbesprechungen ohne den Patienten und seine Angehörigen statt. Jedoch wird das Ergebnis in jedem Fall mit dem Patienten bzw. seinen Angehörigen besprochen.

Die Fallbesprechungen dienen dazu, ethische Konflikte, die im Behandlungsprozess eines Patienten auftreten, zu benennen, zu verstehen, nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen und Handlungsempfehlungen zu formulieren. Sie fördern die Vielfältigkeit in der Wahrnehmung des Patienten, das gegenseitige Verständnis der Berufsgruppen für ihre jeweilige Perspektive, die Konsensbildung und die gemeinsame Handlungsfähigkeit.

Eine ethische Fallbesprechung findet statt, wenn in der Behandlung eines Patienten ein ethisches Problem absehbar oder bereits entstanden ist, das die Würde oder die moralischen Werte des Patienten, seiner Angehörigen oder der an der Behandlung Beteiligten berührt.

Dabei gilt es besonders die vier medizinethischen Grundprinzipien zu beachten:

Respekt gegenüber der Autonomie bzw. Selbstbestimmung des Patienten

Jeder Patient hat das Recht, eigene Entscheidungen zu fällen. Es ist Aufgabe aller im Klinikum, diese Autonomie zu stärken und den Patienten in seiner Entscheidungsfindung zu unterstützen.

Schadensvermeidung

Alles Handeln im Klinikum muss darauf ausgerichtet sein, Schaden von unseren Patientinnen und Patienten abzuwenden. Oft stellt sich beispielsweise die Frage, ob eine weitere Therapie dem Patienten mehr schadet als nützt.

Fürsorgepflicht

Durch dieses Prinzip sind alle am Behandlungsprozess Beteiligten verpflichtet, Krankheiten zu behandeln oder (präventiv) zu vermeiden, Beschwerden zu lindern und das Wohlergehen des Patienten zu fördern.

Prinzip der Gerechtigkeit

Nach diesem Prinzip gilt es darauf zu achten, das gleiche Fälle gleich, und ungleiche Fälle ungleich behandelt werden.