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„Wir sehen es als unseren Auftrag, für die Menschen in den verschiedensten Nöten da zu sein.”

 

Die Geschichte der Borromäerinnen in Trier

Die Postkarte zeigt die ehemalige Mutterhauskirche und das Krankenhaus in der Johannisstraße im Jahr 1908.

1652

Nancy: Hunger und Pest bestimmen den Alltag der Menschen. Joseph Chauvenel, ein junger Rechtsanwalt, hilft, wo er kann.

Er richtet eine Armenapotheke ein, pflegt Pestkranke und infiziert sich dabei tödlich. Der Vater erfüllt den letzten Wunsch seines Sohnes und gründet eine Charité, ein “Haus der Barmherzigkeit”; er beauftragt einige Frauen mit der Pflege. Später erhalten sie ein größeres Haus, dessen Schutzheiliger der hl. Karl Borromäus ist. In Deutschland werden die Schwestern daher Borromäerinnen genannt.

18. Jahrhundert

Durch die Ablegung der Gelübde – beständige Barmherzigkeit, Gehorsam, Armut, Keuschheit – wird aus dieser Laienbewegung eine offiziell anerkannte Ordensgemeinschaft; eine der ersten krankenpflegenden überhaupt. Die Übernahme des städtischen Hospitals in Nancy markiert den Beginn einer raschen Ausbreitung. Die Zahl der Schwestern wächst stetig. Bald steht der Orden weit über Lothringen hinaus im Dienst von Schulbildung und Krankenpflege.

1811

kommen die ersten Schwestern nach Trier. Das “Haus im Krahnen“ beziehen sie 1849. Am 21. November wird das Mutterhaus eingeweiht, am 3. Dezember kommen die ersten Patienten.

1856

Die Krankenhausapotheke rühmt sich ihres “nach der neuesten Erfindung construierten Dampf- und Destillierapparates“ – das Wasser kommt weiterhin aus der Pumpe im Hof. Auch genügen in Zeiten, da die meisten Kranken noch zuhause gepflegt werden, 20 Nachtlager. Als in Bismarcks Kulturkampf den Schwestern die Tätigkeit in Schule und Erziehung verboten wird, wird das gerade erst gebaute Waisenhaus ebenfalls Krankenhaus. Eine weitere Folge des Kulturkampfs ist, dass die Trierer Provinz 1872 von Rom als selbständige Kongregation anerkannt wird. Schnell breiten sich neue Niederlassungen in Deutschland aus.

1913

Die Entwicklungen überschlagen sich. Eben erst hat das Mutterhaus seinen ersten Röntgenapparat erhalten. Jetzt folgen elektrisches Licht und fließendes Wasser in allen Krankenzimmern. Ungewollt lernen manche Männer diesen Fortschritt bald kennen. Schon ein Jahr später wird aus dem Krankenhaus ein Lazarett. Bis zum Kriegsende werden 50 Mitarbeiter mehr als 5000 Verwundete pflegen.

1966

Das Mutterhaus platzt aus allen Nähten. Auch werden die teils 100 Jahre alten Gebäude den medizinischen Anforderungen nicht mehr gerecht. Dem Neubau fällt auch die neugotische Mutterhauskirche zum Opfer. Die Kongregation übernimmt die benachbarte St. Josefskirche der Redemptoristen, die seitdem als Mutterhauskirche dient.