Dr. Monika Krause ist zufrieden mit ihrem Patienten Malte Werdermann, der sich im Juni beide Beine gebrochen hatte und sich mit seinen Gehhilfen wieder an das Laufen gewöhnt.

08.08.2011

Neue Chefärztin in der Kinderchirurgie


Dr. Monika Krause leitet die Kinderchirurgie im Klinikum Mutterhaus

  

Seit dem 1. Mai 2011 hat das Trierer Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen eine neue Chefärztin in der Kinderchirurgie. Dr. Monika Krause ist spezialisiert auf Kindernotfälle und bietet mit dem erfahrenen Team der Abteilung eine 24-Stunden-Versorgung für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre in der Region Trier. Malte Werdermann lernte die Ärztin kennen, als er mit zwei gebrochenen Beinen in das Klinikum kam.

Kinder toben, raufen, klettern und spielen, fahren Fahrrad, Roller oder Inliner. Dass dabei auch einmal ein Unfall passieren kann, liegt nahe. So wie bei dem achtjährigen Malte Werdermann aus Trier-Kürenz. Am 2. Juni fuhr der Junge mit dem Cityroller eine abschüssige Straße herunter und krachte in die Seite eines Autos herein „Das Auto musste anhalten, weil da ein Bus stand, so schnell konnte ich nicht bremsen“, erinnert sich Malte. „Nach dem Sturz hat mir eine Frau geholfen und mein Freund hat meine Mama geholt. Ein Krankenwagen hat mich dann ins Krankenhaus gefahren.“

 

Das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen hält als einziges Krankenhaus in der Großregion Trier alle medizinischen Abteilungen für Kinder und Jugendliche vor, neben der Chirurgie sind dies die Kinder- und Jugendmedizin, die Neuropädiatrie sowie die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Wenn wie Malte ein Kindernotfall im Krankenhaus eintrifft, sind die beteiligten Ärzte direkt bei der Ankunft vor Ort. „Egal, ob das schwerverletzte Kind mit dem Rettungswagen oder dem Hubschrauber zu uns kommt – sobald wir wissen, dass ein schwerer Notfall auf dem Weg ist, sind innerhalb von Minuten alle Fachleute per Funk im Schockraum, wo die erste Untersuchung stattfindet“, berichtet Dr. Monika Krause. „Dazu gehören zum Beispiel ein Narkosearzt, ein Narkosepfleger, ein Kinderarzt, ein Kinderchirurg, ein Ambulanzpfleger sowie ein Röntgenassistent.“  Und auch die OP-Bereitschaft wird informiert, damit bei Bedarf auch direkt ein Operationsraum zur Verfügung steht.

 

„Bei Malte zeigte die Fehlstellung der Unterschenkel bereits den beidseitigen Bruch, links hatte der Schienbeinknochen die Haut durchspießt und lag frei“, erinnert sich Dr. Monika Krause. Bei der Routineuntersuchung wurde auch die Atmung kontrolliert sowie ein Ultraschall von Bauchraum gemacht, um etwaige innere Verletzungen zu erkennen, die Malte aber nicht hatte. „Bei der anschließenden Röntgenaufnahme bestätigte sich die Diagnose“, erläutert die Chirurgin. „Wir haben dann beide Beine genagelt und ein Bein zusätzlich kurzzeitig in Gips gelegt, um die Schmerzen zu lindern.“

 

Nach acht Tagen auf der Station konnte Malte das Krankenhaus wieder verlassen. „Aber eigentlich war es dort ganz schön – ich durfte viel Fernsehen schauen und habe mit den anderen Kindern Nintendo gespielt“, so der Junge. „Für uns war es unvorstellbar, dass unser quicklebendiger Sohn so lange ruhig halten konnte“, erzählt der Vater Dirk Werdermann. „Frau Dr. Krause war mehrmals täglich bei Malte und auch die Schwestern haben sich toll gekümmert. Wir haben uns sehr gut aufgehoben gefühlt.“ Nur sechs Wochen später konnte Malte wieder langsam erste Schritte üben, in den Ferien ließ er es sich im Rollstuhl gut gehen – dank des großen Bruders Kilian, der ihn auch gerne geschoben hat, „Doch je besser es geht, desto mehr müssen wir ihn bremsen“, berichtet Stefanie Werdermann, die Mutter. „Er wird schnell übermütig!“ Denn bis Malte wieder Fußball spielen kann, wird es noch etwas dauern. „Ende des Jahres können wir die Nägel aus den Beinen entfernen, erst dann darf er wieder Sport treiben. Das Laufen klappt aber jetzt schon prima“, so Dr. Monika Krause. „Kinderknochen heilen gut, er wird später keine Schwierigkeiten haben, da die Wachstumsfugen nicht betroffen waren.

 

„Wir sind froh, die Position der chefärztlichen Leitung mit Frau Dr. Monika Krause besetzen zu können, die sowohl über eine langjährige Erfahrung als auch ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen verfügt“, freut sich Ralf Lunkenheimer, Geschäftsführer des Klinikums Mutterhaus der Borromäerinnen. „Das ist elementar für die Abteilung und die kinderchirurgische Versorgung in der Großregion.“ Neben der Kinderklinik in Mainz ist das Trierer Klinikum Mutterhaus das einzige Krankenhaus in Rheinland-Pfalz, welches eine eigene Kinderchirurgie vorhält.

 

Zur Person: Dr. Monika Krause wurde in Emmerich am Niederrhein geboren und studierte Medizin in Marburg und Bonn. Die 52-Jährige arbeitete als Chirurgin in Bonn und Euskirchen. In St. Augustin spezialisierte sich 1996 im Bereich der Kinderchirurgie. Elf Jahre lang  war sie Oberärztin im St.-Marien-Hospital in Bonn, bevor sie im Mai 2011 nach Trier kam.