30.01.2019

Langjähriger Diagnostiker in Ruhestand verabschiedet

Dr. Manfred Hettinger blickt auf 40 Jahre Mutterhaus zurück


Dr. med. Manfred Hettinger verabschiedet sich nach 40 Jahren ärztlicher Tätigkeit im Klinikum Mutterhaus. Die meiste Zeit seiner ärztlichen Karriere verbrachte er in der Inneren Medizin 2 als Oberarzt, seit 2016 als kommissarischer Leiter der Abteilung. Seine Festgäste lauschten erstaunt seiner kleinen Reise durch eine beeindruckende medizinische und gesellschaftliche Entwicklung:


„Im Jahre 1978 gab es im Mutterhaus noch kein CT, kein MRT, kein PET. Auch keine Endoskopie, die erste Magenspiegelung wurde Anfang 1979 von dem damaligen Oberarzt Dr. Ernst durchgeführt. Das erste Sonographiegerät der Firma Siemens, Acuson, war vorhanden, ein großes Gerät, mit dem man wenig gesehen hat im Vergleich mit den heutigen High-End-Geräten. Echokardiographie und Duplexsonographie der Gefäße fehlten. Röntgen und Labor waren die tragenden Teile der Inneren Medizin.“
Manfred Hettinger richtete in seiner Abschiedsrede den Blick  auf viele weitere Entwicklungsbereiche – für seine Zuhörer und besonders die jüngere Generation von Krankenhausmitarbeitern gab das auch Anlass zum Staunen und Schmunzeln.
„Im Jahre 1978 musste man als Berufsanfänger viele Bewerbungen schreiben, um eine Stelle zu finden. Heute kann sich der junge Arzt aus vielen Angeboten die passende Stelle aussuchen. Überstunden und Arbeitszeit-Recht waren 1978 noch kein Thema. Die Abhängigkeit vom Wohlwollen des Chefarztes machte die Position des Assistenzarztes schwach, umfangreiche unbezahlte Mehrarbeit wurde erwartet und auch geleistet.
Der Bereitschaftsdienst am Wochenende begann mit dem normalen Dienst am Freitagmorgen und endete mit dem normalen Dienst am Montagabend. Auch wenn die Arbeitsbelastung durch Aufnahmen und Intensivstation deutlich geringer war als heute, sind durchgehende Arbeitszeiten von dreieinhalb Tagen heute unvorstellbar.
Arbeitszeiterfassung und elektronischer Dienstplan schenken dem Assistenzarzt heute den einen oder anderen freien Tag, andererseits sind zahlreiche neue Aufgaben dazugekommen, zum Beispiel Kodierung von Diagnose und Leistung im DRG System sowie ein allgemeiner Formularismus bei Transfusionen, Aufklärung, Zertifizierung, Qualitätssicherung und so weiter. Daneben ist die Zahl der Krankheitsfälle bei einem durchschnittlichen Anstieg der Lebenserwartung um 13 Jahre in den letzten vier Jahrzehnten unglaublich gewachsen. Das führt im Krankenhaus zu einem sehr hohen Patientendurchsatz mit Leistungsverdichtung insbesondere auch im Bereitschaftsdienst.“
Die beiden Geschäftsführer Jörg Mehr und Christian Sprenger dankten dem langjährigen und engagierten Mediziner und seiner Frau Hilkka, die auch sehr lange Jahre als Ärztin in der Zentralen Aufnahme des Klinikums gewirkt hat, von Herzen.