Das Projekt-Team der Kinder- und Jugendpsychiatrie vor der längsten Galerie in Trier: Anna-Lena Schönhofen, Paula May, Dr. med. Günther Stratmann, Ralph Klein und Wolfgang Zähringer (v.l.). Kinder und Jugendliche haben die Bauwand zur Baustelle ihres Erweiterungsbaus im Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen ganz individuell gestaltet.

Bunt und farbenfroh

Der Eingang zur Kinder- und Jugendpsychiatrie. Fotos: Bettina Leuchtenberg

Aus Jeans werden Elefanten, aus Schokoladenverpackungen eine Tasche.

Im Upcycling-Projekt wurden die Jugendlichen der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Klinikum Mutterhaus kreativ. Fotos: Kristina Kattler, Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen

26.07.2019

Kreative Ferienaktivitäten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Upcycling und Gestaltung des Bauzauns


Mit gleich zwei kreativen Projekten haben die Teams der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Mutterhaus der Borromäerinnen attraktive Angebote für die Ferien im Programm gehabt. Die Jugendlichen, die stationär aufgenommen sind, haben wie alle anderen Altersgenossen auch Sommerferien. Die Schule innerhalb der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist geschlossen und die jungen Patienten können ihre Zeit ganz frei von Hausaufgaben, Noten und Tests verbringen.

 

Upcycling: Aus Alt mach Neu

Am Anfang der Ferien fand mit zehn jugendlichen Patienten der Psychotherapiestation das Projekt „Upcycling“ statt, angeleitet vom Pflegedienst und den Kolleginnen der Co-Therapie. „Uns geht es dabei um das Bewusstsein für Ressourcen und Nachhaltigkeit verbunden mit der eigenen Kreativität und dem individuellen Ausdruck“, erläutert Kunsttherapeutin Paula May. „Wir setzen den Ideen der Kinder keine Grenzen und unterstützen sie.“ Praktisch haben die Jugendlichen eigene Kleidung, Taschen und Kissenbezüge gestaltet – aus alten Stoffen und Materialien, deren ursprüngliche Nutzung teilweise ganz deutlich zu entdecken ist. Hierbei wurde auch gebatikt, mit der Strickliesl gearbeitet, genäht und geklebt. Aus Textil und Wolle konnten sie nach eigenen Ideen Neues gestalten. So wurden aus Jeans Elefanten oder aus Korken und gehäkelter Wolle kleine Spielfiguren.

Kunst am Werk –  ich zeig‘ was: Jugendliche gestalten den Bauzaun

Knapp eine Woche lang hatten insgesamt 25 Kinder und Jugendliche eine große Herausforderung zu meistern: Der lange und unansehnliche Bauzaun zur Baustelle sollte schön gestaltet werden, bildet er doch die Wand des Innenhofs, in dem sich die jungen Patienten oft und gerne aufhalten. Schon in den vergangenen Jahren wurde der Hof zum Atelier „Kunst am Werk“, jetzt ist er die längste Galerie in Trier – bis zur Fertigstellung des Erweiterungsbaus in zwei Jahren. Und so legten die jungen Künstler auch großen Wert auf qualitätsvolle Ausführung und inhaltsvolle Designs, die mal zum Nachdenken anregen, mal durch ihre Farbenfreude für sich einnehmen oder auch mit eingängigen Sprüchen Mut machen. Mit der Arbeit an der großen Wand können die Jugendlichen eine Spur hinterlassen und gleichzeitig ihr Umfeld mitgestalten. Unterstützt wurde das pädagogische und therapeutische Team der Stationen von Kunstlehrer Ralph Klein. „In wenigen Tagen ist Enormes entstanden“, freut sich Dr. med.  Günther Stratmann, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Klinikum Mutterhaus. „Unter dem Motto `Licht und Schatten‘ ist jeder ein Künstler geworden.“ Die offene Galerie kann jederzeit besucht werden.  

 

Link-Tipp: Alle Werke der Bauwand sind in der Galerie auf der Seite der Kinder- und Jugendpsychiatrie zu sehen.