21.02.2020

Vertrauliche medizinische Hilfe und Versorgung nach Vergewaltigung gestartet

Frankfurter Modell ergänzt bestehendes Angebot der anonymen Spurensicherung im Klinikum Mutterhaus


„Jede Vergewaltigung ist ein Notfall“ lautet der wichtigste Grundsatz des Frankfurter Modells, und wird vehement von Frau Petri und Frau Neumann, Frauennotruf Trier, vertreten. Dieses in Frankfurt entwickelte Prinzip baut auf einer medizinischen Soforthilfe und einer auf Wunsch durchzuführenden Befundsicherung auf. Es nimmt explizit die Betroffenen in den Blick, die nach einem sexuellen Übergriff keine Anzeige wünschen oder noch unentschlossen sind. Das neue Konzept bietet nicht nur den Betroffenen eine neue Sicherheit und baut Hürden ab dieses in Anspruch zu nehmen, es gibt auch dem behandelnden medizinischen Personal und den verknüpften Institutionen durch standardisierte Konzepte Sicherheit - Sicherheit hinsichtlich der Behandlung aber auch im Umgang mit den Betroffenen. „Mit Hilfe des Frankfurter Modells und der Kooperation mit dem Frauennotruf in Trier wird uns die Behandlung nach einer Vergewaltigung als medizinischer Notfall deutlich erleichtert“, so Elke Kirsch im Rahmen der öffentlichen Unterzeichnung der Kooperation Mitte Januar.
Das Modell »Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung« ist bundesweit übertragbar. Die Umsetzung erfolgt stufenweise und wird durch gezielte Fortbildungen von Mitarbeitern inhaltlich unterstützt. 
Ziel ist es Versorgungsstrukturen zu schaffen, die vergewaltigten Frauen die Zugangswege zu einer guten medizinischen Versorgung und auf Wunsch zu einer Befundsicherung erleichtern. Durch die enge Vernetzung vor Kliniken, niedergelassenen Praxen, Rechtsmedizin, Verwaltung, Politik und Hilfesystem sollen Hürden der Inanspruchnahme abgebaut werden. Durch die Möglichkeit der professionellen Befundsicherung und der Option, gesicherte Spuren zwölf Monate im Rechtsmedizinischen Institut aufzubewahren, können betroffene Frauen in Ruhe überlegen, ob sie die Tat zur Anzeige bringen möchten.

Mehr Informationen zum Frankfurter Modell finden Sie hier.