Essstörungen

Eine Initiative der Abteilung Psychosomatik-Schmerzmedizin der Inneren Medizin 2 des Klinikums Mutterhaus (Dr. Werner Schaan) und der Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters (Dr. Karoline Weiland-Heil)

 

Hallo Biest,

Als 1. möchte ich eines klarstellen: Für Dich ist kein Platz mehr in meinem Leben und ich will Dich endlich ganz und gar loswerden!
Ein Indiz dafür ist das Eis von gestern, weitere werden folgen, sei dir da sicher.

Nun muss ich aber auch ehrlich zu dir und vor allem zu mir selbst sein:
Ja okay, ich gebe es zu, ich habe Angst. Angst davor, wie es sein wird wenn Du nicht mehr jeden Tag an meiner Seite bist. Ich habe Angst vor einer riesigen Leere, Angst, dass ich dann alleine bin. Alleine, unglücklich und niemand wird es verstehen, niemand wird mich verstehen, denn schließlich „hat sie ja Normalgewicht „.
Diese Ängste sind mit ein Grund dass es mir so schwer fällt, Dich loszulassen.
In den vergangenen Monaten hast Du es geschafft, dass ich mich von dieser eigentlich so schönen Welt abgekapselt habe und sämtlichen Kontakt zu meinen Mitmenschen auf Sparflamme heruntergefahren habe. Selbst so etwas simples und natürliches wie sprechen, war eine Zeit lang wie ein Marathonlauf für mich und ich entschied deshalb, selbst das nur auf das Nötigste zu beschränken.
Aber all das, war nicht MEIN Wille! Nein, Du hast mich dazu getrieben.
Als die Situation für Dich perfekt ausgelegt war und ich so isoliert von allem und jedem so hilflos dalag, da kamst Du, hast mir deine absurden Fantasien  eingeflüstert und warst scheinbar für mich da. Du hast mir eine Aufgabe gegeben indem du mich dazu gebracht hast, mich ausschließlich und krankhaft mit Kalorien, Gewicht, dem Gedanken zu Hungern usw. zu beschäftigen. Für etwas anderes, für Normalität und Alltag, war einfach kein Platz mehr.
Aber wie das mit dem Schein und Sein immer so ist, hast Du versucht und es leider auch geschafft, mir all das als so wunderschön und gut zu verkaufen. Du hast mir eingeredet, es wären die Anderen, die plötzlich verrückt spielten und mir „böse und falsche „ Unterstellungen machten, denn schließlich war ich laut Dir ja gar nicht so dünn wie alle behaupteten; ganz im Gegenteil.
„Lass sie reden, die haben keine Ahnung. Die verstehen dich nicht: Du brauchst nichts und niemanden außer mir“, ast du mir gesagt.
Was Du mir aber nicht gesagt hast, ist dass das alles bloß eine große Lüge war. Du hast mich ganz hinterhältig gelinkt und mir verschwiegen, welches Grauen  hinter dieser scheinbaren Perfektion steckt!
Heute weiß ich das und kann gar nicht sagen, welches Gefühl in mir überwiegt. Ist es Trauer, oder doch Wut? Oder gar Verzweiflung?
Wie konnte ich so naiv sein, Dir zu glauben?
Wieso habe ich ein Jahr meines eigentlich immer schönen Lebens für Dich und einen solchen Irrsinn verschwendet?

Ich hasse Dich für alles, was Du mir angetan hast und zum Teil auch noch heute antust!
Ich hasse Dich dafür, dass ich mir selbst die Schuld gebe für das was passiert ist und ich hasse dich für das, was ich meiner Familie und meinen Freunden deinetwegen angetan habe!
Was in der Vergangenheit passiert ist, kann ich aber leider nicht ändern oder rückgängig machen und es bringt nichts, der verschwendeten Zeit hinterher zu trauern.
Ich muss die Erkenntnis über dein falsches Spiel nutzen und nach vorne schauen. Nach vorne in die Zukunft, die so schön werden kann und die ich ganz und gar nach MEINEN Wünschen gestalten will.
Für Eines bin ich Dir aber sogar dankbar. Durch die ganzen Grausamkeiten die Du mir angetan hast, hast Du mir eines ganz deutlich gemacht: Ich will und werde mir niemals wieder auf derartige Weise etwas eintrichtern lassen und meinen eigenen Willen und Verstand ausschalten lassen!
So groß meine Ängste auch sein mögen und so steinig der Weg auch werden wird, ich bin nun bereit Dich loszulassen. Ich will und brauche Dich nicht länger und Du brauchst mich auch nicht.
Du und ich, wir passen nicht länger zueinander, denn so langsam kehrt die Jana(Fiffi), die Du für einige Zeit begraben hattest, Stück für Stück zurück.
Ja genau, ich meine die Fiffi, die die meiste Zeit ihres Lebens glücklich und zufrieden gewesen ist, bis Du von ihr Besitz ergriffen hast.
Ich bitte Dich, lass mich wieder ganz und gar zu dieser Fiffi werden. Ich habe lange genug gelitten und weiß nun definitiv zu schätzen, was ich hatte.
Such dir jemand anderes, dem du auf die Nerven gehen kannst! Mir sollst Du keine Träne und keinen Grund zur Aufregung mehr wert sein!

Ich werde mir nun im wahrsten Sinne des Wortes die Tränen aus den Augen streichen und mich meiner Zukunft widmen! Meiner wundervollen, langen Zukunft ohne Dich!

 

Auf nimmer Wiedersehen!