Essstörungen

Eine Initiative der Abteilung Psychosomatik-Schmerzmedizin der Inneren Medizin 2 des Klinikums Mutterhaus (Dr. Werner Schaan) und der Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters (Dr. Karoline Weiland-Heil)

 

Stationäre Angebote

Unter bestimmten Umständen kann eine stationäre Behandlung sinnvoll sein. Die Entscheidung hierüber sollte die Betroffene immer gemeinsam mit einem Arzt oder dem Psychotherapeuten treffen. Die stationäre Behandlung wird entweder in psychosomatischen Abteilungen von Allgemeinkrankenhäusern, psychiatrischen Fachkrankenhäusern oder in psychosomatischen Fachkliniken durchgeführt. Es gibt Einrichtungen und Angebote für unterschiedliche Altersgruppen.

Eine stationäre Behandlung ist erforderlich, wenn

  • eine schwere oder gar lebensbedrohliche Form der Essstörung oder massives Untergewicht vorliegt, die Betroffenen nicht an Gewicht gewinnen und/oder wenn Essattacken sehr ausgeprägt sind
  • sich der körperliche und seelische Zustand der betroffenen Person stark verschlechtert
  • andere Beschwerden und psychische Erkrankungen hinzukommen, z. B. eine Depression
  • der Alltag nicht mehr bewältigt werden kann
  • ambulante oder tagesklinische Behandlungskonzepte keine Fortschritte zeigen
  • die Gefahr von Suizid (Selbstmordgedanken/ - absichten) gegeben ist
  • die Trennung von der Familie aufgrund von unüberwindbaren Konfliktsituationen in Bezug der Essstörung notwendig ist
  • die Familienangehörigen selbst überfordert bzw. zu sehr belastet sind

Vorteile der stationären Behandlung

  • Die Betroffenen bekommen Abstand zu ihrem sozialen Umfeld. Das ist von Vorteil, wenn die Situation zu Hause festgefahren ist und Konflikte um die Essstörung den Alltag beherrschen
  • Es existiert eine klare Tagesstruktur
  • Festgefahrene Gewohnheiten beim Essen, Kochen oder im Bewegungsverhalten lassen sich mit Abstand und in neuer Umgebung leichter ändern
  • Vorhandensein eines multiprofessionellen Teams und Kombination von verschiedenen Therapieangeboten, wie z. B. Gruppen-Einzelpsychotherapien, Ernährungsberatung, Körpertherapie, kreative Therapieangebote und Kontakt mit anderen Betroffenen