Gesundheit ist ein hohes Gut
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Vorsorgeuntersuchungen, Selbsthilfegruppen, gute Ernährung und viel Bewegung. Es gibt viele Wege, gesund zu bleiben. Wir sind an Ihrer Seite. 

 

Fasten

16Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.

17Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, 18damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. (Mt 6,16-18)

 

Das Fasten, also der komplette oder teilweise Verzicht auf Nahrung, ist bereits Jahrtausende alt. Ziel des Fastens war und ist dabei die spirituelle Reinigung von Körper und Geist, nicht die Gewichtsabnahme.

Religiöses Fasten

Fast alle großen Weltreligionen kenne Fastenzeiten oder -tage:

  • Judentum: einzelne Fastentage, darunter Jom Kippur (Versöhnungstag) und Tischa be-Aw (Tag der Trauer, der an die Zerstörung des Tempels erinnert)
  • Christentum: 40-tägige Fasten- oder Passionszeit zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag in Vorbereitung auf Ostern; teilweise auch freitags Verzicht auf Fleisch in Erinnerung an den Opfertod Christi
  • Islam: 30-tägiger Fastenmonat Ramadan (in ihm soll der Koran herabgesandt worden sein) als eine der fünf Säulen des Islam
  • Hinduismus: Fasten in Vorbereitung auf bestimmte Feste und Rituale sowie an einzelnen Tagen des Mondzyklus
  • Buddhismus: Obwohl der Buddha die Askese als Abweichung vom Weg der Mitte ablehnt, fasten viele Mönche und Nonnen nach Mittag; wenig zu essen erleichtert jedoch die Meditation und den Weg zur Erleuchtung

Oft ist die Fastenzeit auf die Zeit zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang beschränkt. Die christliche Fastenzeit wird zudem an den Sonntagen unterbrochen. Neben dem Nahrungsverbot steht oftmals auch ein Gebot der sexuellen Enthaltsamkeit und ein Gebot der besondern Achtsamkeit gegenüber den Mitmenschen.

 

Die christliche Fastenzeit ist eine Zeit der inneren Einkehr, in der sich der Mensch auf wirklich Wichtiges konzentrieren kann, indem er auf weltliche Einflüsse reduziert. Dadurch kann eine neue Nähe zu Gott augebaut werden, die als befreiend und reinigend empfunden wird. Die Fastenzeit ist aber auch eine Bußzeit, in der der Mensch durch Entsagung um Vergebung seiner Sünden vor Gott bittet.

Fasten in der Moderne

Da der Verzicht auf Nahrung über einen langen Zeitraum im Alltag als wenig praktikabel empfunden wird, da trotzdem im Beruf volle Leistungsfähigkeit erwartet wird, hat sich das Fasten in der Moderne vom Nahrungsverzicht weg bewegt. Stattdessen kann auf andere Dinge verzichtet werden, deren Wegfall deutlich gespürt wird. Das kann z. B. das Auto sein. Oder das Handy, der private Computer, soziale Netzwerke... Für Kinder eignet sich der Verzicht auf Süßigkeiten oder das Computerspielen. Die Fastenzeit kann auch als Anreiz genommen werden, mit dem Rauchen aufzuhören.

 

Vielleicht gehen Sie einen kurzen Augenblick in sich und überlegen: Was nehme ich in meinem Alltag als selbstverständlich hin? Wovon fühle ich mich eingeengt?

 

Seien Sie ehrlich zu sich selbst und versuchen Sie auf diese Dinge zu verzichten. Das kann sehr befreiend sein!

Medizinisches Fasten

Viele Anbieter werben für ihre Fastenkuren immer wieder mit dem Schlagwort „Entschlackung“. Dieser Effekt ist medizinisch nicht beweisbar. Dennoch kann das Heilfasten eine Steigerung des Wohlbefindens bewirken und unter richtiger Durchführung zu einer gesteigerten Konzentration und Leistungsfähigkeit führen.

 

Am häufigsten wird dabei eine Methode durchgeführt, bei der auf feste Nahrung verzichtet wird und stattdessen mehrere Liter Wasser, Säfte und Brühen getrunken werden. Dies wird oft in Kombination mit langen Wanderungen durchgeführt.

 

Auch bei vielen Erkrankungen können Fastenkuren die allgemeine Befindlichkeit steigern und Krankheitssymptome lindern. Sprechen Sie doch Ihren behandelnden Arzt einmal darauf an!