Klinikum Mutterhaus Mitte

 

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Kunst am Werk – ich zeig‘ was!

„Kunst am Werk – ich zeig was!“ war das Motto der offenen Baustelle im Innenhof der Kinder- und Jugendpsychiatrie, welches vom Co-Therapeutenteam begleitet wurde. Mit den Jugendlichen haben gearbeitet: Sozialpädagogin Kristin Brackhahn, Ergotherapeutin Marie Hoffmann-Schulz, Psychologiepraktikantin Priska Vogt und die Kunsttherapeutin Paula May.

Offene Werkstatt der Kinder- und Jugendpsychiatrie

In einem Kunstprojekt arbeiteten Jugendliche in einer offenen Baustelle auf dem Innenhof der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Trierer Klinikums Mutterhaus der Borromäerinnen. Ziel des Therapeutenteams war es, den jungen Menschen begreifbar zu machen, dass sie ihre Fähigkeiten erkennen, sichtbar machen und auch präsentieren können. Eine feierliche Vernissage schloss das Projekt der Ergotherapie ab.

Es wurde geklopft und gehämmert, gebohrt und gesprayt. Wer in den Herbstferien 2017 am Innenhof der Kinder-und Jugendpsychiatrie vorbeigelaufen ist, konnte die Baustelle hören und sehen – der Zutritt war explizit erlaubt. In der mit weiß-rotem Flatterband abgetrennten Baustelle arbeiteten Jugendliche der Station E4 unter freiem Himmel zusammen mit einem Co-Therapeutenteam rund um die Ergotherapeutin Marie Hoffmann-Schulz. Auf den Werkbänken wurde mit viel Elan und Kreativität Holz gesägt, mit Farbe experimentiert und Metall verarbeitet. Entstanden sind ganz unterschiedliche Werke – so individuell wie die Persönlichkeiten der Jugendlichen. Sie haben sich unter dem Motto „Kunst am Werk – ich zeig was!“ mit ihrer aktuellen Lebenssituation auseinandergesetzt und so ganz eigene Themen in den Fokus gestellt. „Wir haben die Patienten ermutigt, alle Gedanken und Gefühle zuzulassen“, berichtet Projektleiterin Marie Hoffmann-Schulz. „Sie konnten sich aussprechen und in einen tieferen Prozess gehen, um eine differenzierte Auseinandersetzung mit ihrem ganz persönlichen Thema zu ermöglichen. Gestalterisch sollte dem erst Mal keine Grenzen gesetzt werden.“

In einer feierlichen Vernissage haben die jungen Künstler abschließend vor Publikum ihre Arbeiten vorgestellt. „Hier haben sie öffentliches Interesse und damit auch eine Aufwertung ihrer Persönlichkeiten erfahren. So war es möglich, dass sie mit sich selbst und ihrem Gegenüber eine neue Kommunikation einsteigen können und eine weitere Betrachtungsweise kennenlernen“, so Marie Hoffmann-Schulz.
Das Projekt der offenen Baustelle war für die Kinder- und Jugendpsychiatrie der Auftakt  für weitere Projekte, in denen deren Arbeit und Therapien einem breiteren Publikum vorgestellt werden sollen. „Wir möchten nach außen zeigen, welche Möglichkeiten Kinder und Jugendliche bei uns haben“, sagt Chefarzt Dr. med. Günther Stratmann. „Die offene Werkstatt war ein tolles Projekt und die Jugendlichen waren sehr mutig, diesen Weg zu gehen. Seine eigenen Sinneseindrücke individuell zu verarbeiten und dann noch nach außen zu tragen, ist eine tolle Leistung. Hier wurde etwas sichtbar gemacht, was da war!“

Das sagen die Jugendlichen zu ihren eigenen Kunstwerken

„Raphitopia
Es war einmal eine Stadt der Zukunft in einer anderen Galaxy. Sie hat 5 Mio. Einwohner. Die führende Partei sind die „Raphis“. Alle sind zufrieden. Fußball ist der Nationalsport. Hipster sein wurde in dieser Stadt als Religion anerkannt. 1% der Bevölkerung ist reich und der Rest gehört der Mittelschicht an. Arme gibt es nicht. Es wurden alle Krankheiten besiegt. Man hat einen Weg gefunden, Luft zu essen und damit alle Hungersnöte gelöst. Natur existiert nur noch in einer 2. visuellen Welt. Alles in dieser Stadt ist perfektioniert.“
„Hinter meinem Kunstwerk stehen zwei Geschichten. In der ersten geht es um meine Freunde, die ich hier gefunden habe und deren Namen ich auf das Herz geschrieben habe. Da mich aber immer auch wieder Freunde verlassen, steht der blaue Wasserfall neben dem Herzen für die Tränen, die dann vergossen werden. Die zweite Geschichte handelt sich um Kinder, die gemobbt werden. Hier bei uns ist aber auch ein Kind, dass sich ganz toll um die Mobbingopfer kümmert, das macht mir Mut.“
„Ich habe ganz praktisch gearbeitet und etwas für die Station E4 hergestellt. Das Material Holz ist natürlicher und organischer als Glas oder Plastik. Die Patienten die nach mir kommen, haben dann einen schönen Kleiderhaken.“
„Die zwei Rosen symbolisieren Stärke und Zusammenhalt, das Kreuz die Trauer und die Noten das Durchhaltevermögen."
„Das umspannte Herz zeigt Ängste auf und die Faust steht für Wut und Streitigkeiten.“
„Ich halte nichts von: Mobbing, Freiheitsberaubung, Rechtsradikalismus, Ausländerhass, Ignoranz, Misshandlungen“
„Ich habe ganz praktisch gearbeitet und etwas für die Station E4 hergestellt. Das Material Holz ist natürlicher und organischer als Glas oder Plastik. Die Patienten die nach mir kommen, haben dann eine schöne Obstkiste.“ Fotos: Bettina Leuchtenberg