Klinikum Mutterhaus Mitte

 

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Speiseröhre

Welche Untersuchungen werden durchgeführt und welchen Zweck haben sie?

"Magenspiegelung" (Oesophagogastroduodenoskopie)

  • Abklärung von unklaren Bauchschmerzen

  • Tumorsuche, Krebsvorsorge
  • 
Diagnose und Therapie von Magen-Darm-Blutungen
  • 
Diagnose von Tumoren an Speiseröhre und Magen
  • 
Polypabtragung
  • 
Endoskopische Spaltung des Zenker Divertikels


Endosonografie

Endosonografie

Untersuchung der Oberbauchorgane und des Darmes mittels einer am Endoskop angebrachten Ultraschallsonde. Hierdurch können die Magen- und Darmwand, aber auch die umliegenden Organe untersucht werden. Speziell an der Speiseröhre dient sie der Erkennung von frühen Tumoren und der genauen Stadieneinteilung zur Planung der weiteren Therapie (z. B. Operation oder Chemotherapie).

Oesophagusmanometrie (Druckmessung)

Hierbei können mit speziellen Sonden die Druckverhältnisse in der Speiseröhre gemessen werden. Diese Methode dient der Abklärung von Schluckstörungen oder Beweglichkeitsstörungen der Speiseröhre (z.B. Achalasie), sie ist aber auch Basisuntersuchung vor einer geplanten Operation (sog. Endofundoplicatio) bei chronischem Sodbrennen (Reflux).

Oesophagus-pH-Metrie (Säuremessung)

Mit einer speziellen Sonde, die über die Nase eingeführt wird, oder aber auch mit einer Kapsel, die in der Speiseröhre platziert wird, kann hierbei eine Langzeitdokumentation von Refluxepisoden erfolgen. Die pH-Metrie kommt daher vor allem bei Patienten mit Sodbrennen zum Einsatz.

Speiseröhrenkrebs minimalinvasiv verhindern

Radiofrequenz-Ablation (BarrX-Ablation) bei Barrett-Ösophagus

Der Barrett-Ösophagus ist eine Gewebeveränderung in der Speiseröhre am Übergang zum Magen. Sie stellt einen Risikofaktor für den Speiseröhrenkrebs dar. Meist entsteht die Barrett-Schleimhaut durch langjährigen Reflux von Mageninhalt in die Speiseröhre. Typische Reflux-Symptome sind Sodbrennen, häufiges Aufstoßen, aber auch Husten und Heiserkeit bis hin zum Asthma. Die ursprüngliche Schleimhaut der Speiseröhre wird beim Barrett-Osöphagus durch eine neue Gewebeart ersetzt. Diese Veränderung ist u. a. Folge der ständigen Reizung der Schleimhaut durch die hochsteigende Magensäure. Eine solche Veränderung kann eine Krebsvorstufe darstellen, die Entstehung von Geschwülsten und Tumoren wird begünstigt. Besteht der Verdacht auf einen Barrett-Ösophagus, werden zunächst in einer endoskopischen Untersuchung Gewebeproben entnommen und die Ausdehnung der Barrett-Schleimhaut bestimmt.

Schonende Behandlungsmethode

Wird die Diagnose eines Barrett mit erhöhtem Risiko der Krebsentwicklung bestätigt, gibt es eine wirkungsvolle minimalinvasive Behandlungsmethode: die Radiofrequenzablation (auch BarrX-Verfahren oder HALO-Ablation genannt). Sie ermöglicht, das erkrankte Gewebe vollständig und sicher von der Speiseröhre zu entfernen. Mit Hilfe des Endoskops wird ein Elektro-Ballon eingeführt. Anschließend wird die Barrett-Schleimhaut mittels hochfrequenter Radiowellen durch eine kontrollierte Wärmebehandlung verödet. Die darunter liegende Gewebeschicht wird mit der schonenden Methode nicht geschädigt, so dass gesunde Zellen nachwachsen können. Der Eingriff dauert ca. 20 bis 30 Minuten und wird in Kurznarkose durchgeführt. Drei bis vier Monate nach dem Eingriff wird der Erfolg der Behandlung mit einer erneuten Endoskopie überprüft. In 70 Prozent der Fälle ist bereits die erste Behandlung erfolgreich. Nach einer zweiten oder dritten Behandlung ist in 90 bis 95 Prozent der Fälle kein Barrett Ösophagus mehr nachweisbar und das Risiko einen Speiseröhrenkrebs zu entwickeln, ist dauerhaft gebannt. Die Behandlungsmethode wird auch als Krebsprävention eingesetzt.