Klinikum Mutterhaus Mitte

 

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Elektrokonvulsionstherapie (EKT)

Die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) ist ein modernes, hoch wirksames und nebenwirkungsarmes Therapieverfahren insbesondere in der Behandlung depressiver Erkrankungen und therapieresistenter Verläufe. Die Durchführung erfolgt in Kurznarkose und unter Muskelrelaxation, also einer medikamentös induzierten Muskelentspannung. Dann führen sekundendauernde Reize per elektrischen Impulsen über Elektroden auf der Kopfhaut zu einer synchronisierten Übererregung von Nervenzellverbänden im Gehirn und somit zu einem im parallel abgeleiteten EEG sichtbaren epileptischen Anfall. Die Wirksamkeit der EKT, die in wiederholten Wochensequenzen erfolgt, ist durch Studien sehr gut belegt. Neben Veränderungen auf Botenstoff-Ebene werden Regenerations- und Wachstumsprozesse in neuronalen Netzwerken angestoßen und das Zusammenspiel verschiedener Hirnregionen, die an der Depression beteiligt sind normalisiert sich im Sinne einer Neutaktung. 

Die EKT kommt zur Anwendung, wenn eine rasche und definitive Verbesserung aufgrund des Schweregrades der psychiatrischen Erkrankung erforderlich ist und begreift sich ausdrücklich nicht als Ultima Ratio Therapieverfahren.

Sie ist indiziert bei:

  • Wahnhafter (psychotischer) Depression oder schizodepressiver Erkrankung
  • Depressivem Stupor
  • Schwerer depressiver Episode mit fortdauernder Suizidalität
  • Therapieresistenter Depression
  • Akuter (perniziöser) Katatonie (schwer verlaufende Unterform einer schizophrenen Psychose)

Darüber hinaus wird sie angewendet bei:

  • Therapieresistenter Schizophrenie
  • Therapieresistenter Manie

Die EKT gilt als sichere Therapieform. Das Risiko für eine schwere Komplikation ist etwa so niedrig wie das allgemeine Narkoserisiko bei kleineren operativen Eingriffen. Unerwünschte Nebenwirkungen in Form von Kopfschmerzen oder Übelkeit werden bedarfsweise symptomatisch behandelt. Kognitive Nebenwirkungen wie Orientierungs-, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen können kurzdauernd auftreten und sind dann in der Regel rasch rückläufig.

 

Linktipp:

Elektrokonvulsionstherapie in 24 Fragen (DGPPN-Ratgeber für Patienten und Angehörige)

 

Koordinierende Oberärztin

Dr. med. Jana Höpfner
Tel. 0651 947-3235 oder -3238