Klinikum Mutterhaus Mitte

 

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Knochenleitungshörgeräte

Wenn das normale Hörgerät Probleme im Gehörgang macht…

Um zu Hören, kann man Schallwellen auf zwei Wegen zur Hörschnecke bringen. Auf dem natürlichen Weg über den Gehörgang, das Trommelfell und die Gehörknöchelchen (so arbeitet auch ein normales Hörgerät), oder über den Schädelknochen. Die Hörschnecke ist in einer festen knöchernen Kapsel in der Schädelbasis eingeschlossen. Schallwellen, die in den Schädelknochen eingeleitet werden, kommen fast ungebremst an der Hörschnecke an und können dort gehört werden. Auf diese Weise arbeiten Knochenleitungshörgeräte. Mit ihrer Hilfe kann der Gehörgang oder auch das Mittelohr (Trommelfell, Gehörknöchelchen) umgangen werden, wenn diese entzündet sind oder den Schall nicht ausreichend übertragen.

Die Ankopplung eines Knochenleitungshörgerätes kann auf verschiedene Arten erfolgen. Die einfachste Form eines Knochenleitungshörgerätes ist eine Knochenleitungsbrille. Dies ist eine Brille, an deren Bügelende ein Vibrationslautsprecher integriert ist. Er drückt auf den Knochen hinter den Ohren und die Vibration wird übertragen. Problematisch ist meist der Druck auf der Haut, der eine dauerhafte Verwendung erschwert.

Die druckfreie Ankopplung eines Knochenleitungshörgerätes wird seit Jahrzehnten in bewährter Weise mit durch die Haut hinter dem Ohr eingebrachten Knochenankern (ähnlich den Zahnimplantaten) ermöglicht. Am weitesten verbreitet sind das BAHA- und das Ponto- System.  Die Implantation des Knochenankers erfolgt in der Klinik, die Anpassung des Knochenleitungshörgerätes beim Hörgeräteakustiker. Viele Hörgeräteakustiker haben auch Testgeräte zur Erprobung des Knochenleitungshörens.

Wenn eine Verankerung des Knochenleitungshörgerätes durch die Haut hindurch nicht möglich ist, weil z.B. eine erhöhte Infektionsgefahr besteht, können Knochenleitungshörgeräte auch unter die Haut implantiert werden.

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