Auf die richtige Pflege kommt es an: Das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier hat erfolgreich das Überwachungsaudit im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens „pflegeattraktiv“ bestanden. Wie aus dem aktuellen Auditbericht hervorgeht, erfüllt das Managementsystem der Einrichtung sämtliche Anforderungen des zugrundeliegenden Standards. Als „Best Practice“ bewertet wurde unter anderem die Erprobung einer selbstorganisierten Dienstplanung. Nach Einschätzung der Pflegezert GmbH handelt es sich dabei um ein in der Region bislang einmaliges Modell, das die Attraktivität des Pflegeberufs deutlich steigern könne.
„Die Auszeichnung bestätigt, dass wir die Weiterentwicklung unserer Pflege gemeinsam mit den Mitarbeitenden konsequent und praxisnah gestalten. Besonders stolz sind wir darauf, innovative Ansätze wie die selbstorganisierte Dienstplanung mutig zu erproben“, sagt Stephan Lutz, Pflegedirektor des Klinikums.
Keine Mängel im System festgestellt
Sogenannte Nichtkonformitäten wurden laut Pflegezert nicht festgestellt: „Das Managementsystem ist vollständig wirksam und erfüllt die Anforderungen des Standards.“ Die einzelnen Ergebnisse basieren auf Stichproben, heißt es im Bericht weiter.
Besonders hervorgehoben wurden mehrere Projekte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege. Das Zertifikat „pflegeattraktiv“ wurde 2025 vom Bundesverband Pflegemanagement erstmals ans Klinikum Mutterhaus vergeben. Damit bekräftigte das Klinikum seine Anstrengungen, die Arbeitsbedingungen in der Pflege unter fortlaufender Beteiligung der Mitarbeitenden nachhaltig zu verbessern.
Lob für neue Arbeitsmodelle in der Pflege
„Attraktive Arbeitsbedingungen und eine starke Pflege sind entscheidende Faktoren für die Zukunftsfähigkeit unseres Klinikums. Das erfolgreiche Audit zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und unsere Mitarbeitenden diesen Weg aktiv mittragen“, erklärt Geschäftsführer Dr. med. Christian Sprenger. Das Klinikum ist mit mehr als 3.000 Beschäftigten der größte Arbeitgeber in der kreisfreien Stadt Trier – fast 1.900 Menschen arbeiten im Bereich der Pflege.
Bewertet wurde nun eine Zeitspanne von Anfang 2025 bis Mai 2026. Positiv hervorgehoben wurden dabei etwa die Umstellung der Projektsitzungen auf ganztägige Termine zur stärkeren Fokussierung der Projektarbeit sowie die Einführung eines sogenannten „Projektleiterstammtischs“. Dieser dient dem regelmäßigen Austausch und der Vernetzung der Verantwortlichen verschiedener Projekte im Bereich der Pflege.
Noch besser werden – so kann es gelingen
Verbesserungspotenziale sieht der Bericht dennoch; unter anderem bei der Nutzung von Kennzahlen im Bereich E-Learning und auch bei der weiteren Ausgestaltung der mitarbeiterorientierten Dienstplanung. Bei der Entwicklung von Maßnahmen zur Stärkung der Selbstwirksamkeit pflegerischen Handelns empfiehlt der Auditor eine stärkere Fokussierung.
„Es erfüllt uns mit großem Stolz, so engagierte Menschen und Teams auf ihrem Weg begleiten zu dürfen“, unterstreicht Sabrina Roßius, Gründerin und Geschäftsführerin der Pflegezert GmbH. „Pflegeattraktiv bedeutet für uns: von der Pflege für die Pflege mit dem Mut, Stolpersteine sichtbar zu machen, Störungen offen anzusprechen und gemeinsam den anspruchsvollen Weg einer echten Kulturveränderung zu gehen. Genau darin entstehen Best Practice, Vorbilder und starke Teams, die Veränderung nachhaltig leben und weitertragen.“
Das nächste Audit ist für Mai 2027 geplant. Weitere Informationen unter: www.mutterhaus.de/pflegeattraktiv