Das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen hat in dieser Woche seine neue Frauenmilchbank offiziell eingesegnet und in Betrieb genommen. Die feierliche Zeremonie markiert den Abschluss eines Herzensprojekts, das die medizinische Versorgung der kleinsten und vulnerabelsten – also besonders verletzlichen – Patienten auf der Neonatologie (der Spezialabteilung für Neugeborene) nachhaltig verbessert. Ermöglicht wurde der Aufbau der Bank unter anderem durch die großzügige finanzielle Förderung der Trierer Ernst & Ingrid Kostka Stiftung.
Ein natürlicher Schutzschild für Frühgeborene
Muttermilch gilt medizinisch als beste Nahrung für Frühgeborene und kranke Neugeborene, da sie lebenswichtige Antikörper enthält und vor schweren Erkrankungen schützt. Wenn die eigene Mutter nach der Geburt noch nicht ausreichend stillen kann, ist die Frauenmilchbank eine sichere Alternative für Familien. Hier wird gespendete Muttermilch unter strengsten hygienischen Kontrollen gesammelt, im Labor geprüft, pasteurisiert und tiefgekühlt lagert.
Teil einer starken Gemeinschaft: Trier zweiter Standort in Rheinland-Pfalz
Damit die Versorgung dauerhaft gesichert bleibt, ist die Einrichtung auf Mithilfe angewiesen. Mütter, die selbst entbunden haben und über mehr Milch verfügen, als ihr eigenes Kind benötigt, können am Klinikum Mutterhaus zu Spenderinnen werden. Voraussetzung für diese wertvolle Unterstützung ist eine gute gesundheitliche Verfassung der Mutter sowie eine Laboruntersuchung des Blutes, um die Sicherheit für die Empfängerkinder zu garantieren.
Mit der Eröffnung in Trier ist das Klinikum Mutterhaus Teil der bundesweiten Frauenmilchbank-Initiative (FMBI), der deutschlandweit rund 55 Kliniken angehören. In Rheinland-Pfalz nimmt das Haus damit eine Vorreiterrolle ein: Nach der Landeshauptstadt Mainz ist Trier erst der zweite Standort im Bundesland, der über eine solche spezialisierte Einrichtung verfügt. Das Netzwerk setzt sich für eine flächendeckende Versorgung nach einheitlich hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards ein.
Starke Partnerschaft für ein Herzensprojekt
Ein entscheidender Motor für die Umsetzung des Projekts war die Unterstützung unter anderem durch die Ernst & Ingrid Kostka Stiftung und die Firma Oekobit. Durch die Förderung konnten benötigte High-Tech-Geräte zur Analyse und Lagerung der Milch sowie die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden. Der klinische Alltag auf der Frühgeborenenstation wird dadurch merklich entlastet, da das Team nun jederzeit auf geprüfte Spendermilch zurückgreifen kann, um die optimale Entwicklung der Kinder zu fördern.
Weitere Informationen zum Projekt finden sich jederzeit unter www.mutterhaus.de/frauenmilchbank.